Laden...
Bamberg
Spendenaktion

Die verbrühte Amina hofft in Bamberg auf Hilfe

Die vierjährige Amina aus Tschetschenien hat sich vor zwei Jahren den halben Oberkörper verbrüht. Jetzt leidet das Mädchen darunter, dass sie selbst schneller wächst als ihre Narben das können. In Bamberg hofft die Kleine jetzt auf Hilfe, denn eine Operation könnte ihre Schmerzen lindern.
Artikel drucken Artikel einbetten
Hofft in Deutschland auf Hilfe - die vierjährige Amina  Foto: Michael Gründel
Hofft in Deutschland auf Hilfe - die vierjährige Amina Foto: Michael Gründel
+3 Bilder
Sie jucken immer wieder. Ganz fürchterlich. Die Narben an Aminas Armen - Folge einer üblen Verbrennung, die sich das Mädchen im Alter von zwei Jahren zugezogen hat. Inzwischen ist das tschetschenische Mädchen vier Jahre alt und natürlich gewachsen. Schneller, als die Narben wachsen können. Kein Zustand auf Dauer sei das, erklärt Dirk Wisser, Facharzt für plastische Chirurgie, der Amina untersuchte.

Bereits jetzt könne das Kind das linke Ellenbogengelenk nicht mehr voll durchstrecken. Mit zunehmendem Alter werde das nur schlimmer werden. Sein Rat: Eine umgehende Operation des Mädchens. Das ist leicht gesagt, aber Aminas Eltern fehlt das Geld für die etwa 7000 Euro teuere Operation.

Raissa und Mansur (Namen von der Redaktion geändert) erinnern sich noch heute mit Schrecken an die Nacht, als sich das Unglück ereignete.
Die Kinder schliefen bereits, als Raissa in der Küche in einem großen Topf Tomaten kochte, die für den Winter eingemacht werden sollten.

Das ganze Haus durchsucht
Plötzlich tauchte eine schwarz gekleidete Spezialeinheit der Miliz auf, wollte Mansur verhaften. Der war jedoch nicht zu Hause, worauf die Männer das ganze Haus durchsuchten. Durch den Lärm war Amina aufgewacht und unbemerkt in die Küche gelangt, wo sie mit dem Oberkörper in den siedend heißen Topf fiel. Die Mutter alarmierte sofort einen Rettungswagen, das Kind wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus nach Grosny gefahren.

Amina litt unbeschreibliche Schmerzen, die Verbände verschlimmerten ihren Zustand eher noch. Nach einer Woche suchten die Eltern eine Heilpraktikerin auf, die die Schmerzen der Kleinen schließlich lindern konnte.
Was blieb, waren die entstellenden Narben und immer wieder aufkommender Schmerz. Seit drei Monaten lebt die Familie jetzt in Bamberg. Ehrenamtliche Helfer des Arbeitskreises "Freund statt fremd", einer Initiative zur Unterstützung Asylsuchender, nehmen sich der Familie an, so gut es geht.

Besorgten für Amina auch einen Termin bei einer Krankengymnastin. Immer wieder müssen die Unterarme mit Salbe behandelt werden, damit die Narben nicht zu sehr verhärten und am Ende aufbrechen. Aber Amina ist tapfer. Sie ist ein ruhiges Kind, sieht einen mit ihren großen Augen interessiert an. Nur, wenn sie ihre vernarbten Arme zeigen soll, ziert sie sich ein wenig, zieht sich zurück und steckt die Arme zwischen die Beine, um ihr Malheur zu verstecken.

Manuela Thomer, Mitinitiatorin des Arbeitskreises, würde sich riesig freuen, könnte der kleinen Amina geholfen werden. "Sie ist ein ausgesprochen liebes Mädchen, und das trotz der traumatischen Begleitumstände, unter denen die Familie lange Zeit leben musste," so Thomer.

Es muss halt nur noch das Geld zusammenkommen, um Aminas Operation finanzieren zu können. Ein erster Schritt ist bereits getan. Die Fachchirurgen Dirk Wisser und Ulrich Kleiner erklärten sich bereit, das Mädchen honorarfrei zu operieren. Dennoch bleiben Kosten für den OP-Saal, Anästhesie, Personal, Nachsorge und Pflegekosten. Alles zusammen etwa 7000 Euro, die noch aufgebracht werden müssen.

Spendenkonto

Wer der kleinen Amina mit einer Spende helfen möchte, kann dies durch Überweisung auf folgende Bankverbindung tun:

Kontonummer. 300505161
BLZ 770 500 00, Sparkasse Bamberg
Stichwort: Amina

weitere Info: www.freundstattfremd.de
Verwandte Artikel