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Die Stadt kann die Muna jetzt wohl doch kaufen

Der Bund möchte sich offenbar doch von der ehemaligen Munitionsanlage Muna trennen. Allerdings sind einige Hürden zu überwinden.
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Wohnungen, Gewerbe oder großflächiger Bannwald? Die künftige Nutzung der Muna ist nach wie unklar. Dennoch will die Stadt das Gelände möglichst bald kaufen.  Foto: Ronald Rinklef
Wohnungen, Gewerbe oder großflächiger Bannwald? Die künftige Nutzung der Muna ist nach wie unklar. Dennoch will die Stadt das Gelände möglichst bald kaufen. Foto: Ronald Rinklef

Es ist lange her, dass dem Bamberger Oberbürgermeister beim Thema Muna eine positive Einschätzung von den Lippen gegangen wäre. Doch seit Mittwochnachmittag gibt es Anzeichen, dass wieder Bewegung in die festgefahrene Angelegenheit kommt: "Es ist ein großer Fortschritt, dass ein Kauf der Flächen ohne Zweckerklärung möglich sein könnte", sagte Andreas Starke (SPD) im Konversionssenat. Starkes Empfehlung an seine Kollegen im Stadtrat war eindeutig: Die Stadt soll "die Tür durchschreiten, die die Bima geöffnet hat".

Anlass für die neuen Hoffnungen war ein Gespräch mit Johannes Fietz, Vorstandsmitglied der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Fietz soll am 16. April erklärt haben, dass ein Verkauf der Muna mit Ausnahme des von der Bundespolizei benutzten Teils des Schießplatzes auch ohne Zweckerklärung möglich sei. Voraussetzung ist allerdings, dass sich Stadt und Bund über die Wertermittlung einig sind und darüber, welche Aufzahlungsklauseln zur Anwendung kommen, wenn in Bamberg irgendwann einmal Klarheit über die Nutzung des über 150 Hektar großen Areals besteht. Starke begründete sein Vorgehen auch damit, dass genau diese Sicherheit noch nicht vorhanden ist: "Es gibt ein wildes Konzert von Vorstellungen, wie es mit diesem Fleckchen Erde weitergeht." Die Vorstellungen reichten von Wohnungen, Handwerk bis zu einem Kuschelzoo und großflächigem Bannwald, sagte Starke.

Erst kaufen, dann nachdenken?

Macht es aber Sinn, erst zu kaufen und dann darüber nachzudenken, was auf der Muna passieren soll? Im Gremium war man sich einig, dass die Nachricht gut ist. Eine Zeit lang hatte es nach dem verlorenen Bürgerentscheid vom November 2018 so ausgesehen, als ob sich auf dem Gelände der ehemaligen Munitionsanlage für Jahre nichts mehr tun würde: Für einen schnellstmöglichen Erwerb sprach sich u.a. Anna Niedermaier (CSU) aus. Auch Heinz Kuntke (SPD) betonte, dass dem nichts entgegensteht, zumal die Differenzen zwischen Stadtrat und Bürgerinitiative (BI) aus seiner Sicht überbrückbar sind. Zustimmung kam auch von Herbert Lauer (BA) und Andreas Triffo (BBB). Beide erinnerten auch an die Altlasten.

Ursula Sowa (GAL) mochte nur deshalb ja sagen, weil damit noch nichts über einen Verkauf entschieden sei. Wichtiger als der Kauf sind den Grünen die Sicherung des Bannwalds und die Begehbarkeit des Geländes.

Glaubt man der Stadt, ist auch die BI einverstanden mit dem raschen Erwerb der Flächen. Hinterher solle in einem Beteiligungsprozess geklärt werden, wie es mit der Muna weitergeht. Bei einem Gespräch hätten Vertreter der BI außerdem klar gemacht, dass sie isolierte Planungen für die Muna ablehnen.

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