Hirschaid
Saison

Die Spargelzeit hat begonnen

Auf einem Feld am Ortsrand von Hirschaid fand am Montag der offizielle Ernteauftakt des Edelgemüses für Oberfranken statt.
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Ob von zarter Hand der neuen Spargelprinzessin Chrsitina I. oder mit  Routine "gestochen" (von links): Zweite Bürgermeisterin Elke Eberl, Spargelbauer Hans Ott, Berzirkstagspräsident Günther Denzler und Bürgermeister Klaus Homann. Fotos: Werner Baier
Ob von zarter Hand der neuen Spargelprinzessin Chrsitina I. oder mit Routine "gestochen" (von links): Zweite Bürgermeisterin Elke Eberl, Spargelbauer Hans Ott, Berzirkstagspräsident Günther Denzler und Bürgermeister Klaus Homann. Fotos: Werner Baier
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Endlich: Unter Folie hat der Ackerboden in 20 Zentimeter Tiefe 17,5 Grad Wärme erreicht, ein bisschen später als in den letzten Jahren. Aber nun sprießt der Spargel und die Ernte kann beginnen. Höchste Zeit somit auch, den offiziellen Spargelanstich in Oberfranken zu begehen, und das geschah gestern auf einem Feld am Ortsrand von Hirschaid.
Tonangebend dabei waren die "Häschaadä" Blasmusik und der Sprecher der örtlichen Spargelgemeinschaft, Hans Ott, der einem guten Dutzend Ehrengästen das Wort erteilte. Nach dem vollmundigen Lobpreis wurde der "Königin des Gemüses" dann auch ordentlich gehuldigt, indem sich die offiziellen Vorkoster im Gasthaus Kraus kulinarisch verwöhnen ließen. Lecker Spargel, fingerdick, mit Sauce Hollandaise übergossen, dazu Bratwurst, Schnitzel oder Schinken. Die neue oberfränkische Spargelprinzessin Christina I. wünschte dazu allen Genießern guten Appetit, den Erzeugern und dem Handel ein gutes Geschäft.
Der turnusmäßige Amtswechsel fand zuvor im Hirschaider Rathaus statt. Da blickte die Herrnsdorferin Simone Marx mit dem Dank für viele schöne Erlebnisse auf ihre zweijährige Amtszeit zurück, während es dem oberfränkischen Bezirkstagspräsidenten Günther Denzler (CSU) oblag, die neue Spargelprinzessin zu krönen. Bei Christina I. handelt es sich um ein Hirschaider Gewächs, 19 Jahre jung und voll des Lobes über ihr Lieblingsgemüse. Man ist gerne geneigt, ihrem Rat zu folgen, dem Spargel aus regionalem Anbau kräftig zuzusprechen. Denn der sei seinen Preis wert, delikat und gesund.
Spargelbauer Hans Ott schätzte sich glücklich, dass nach dem Kälteeinbruch im Februar und März wenigstens die frühen Spargelsorten jetzt schon eine Ernte zulassen. Längst sei der Spargel nicht mehr der gehobenen Gesellschaft vorbehalten, betonte der Landwirt. Dank der Züchter, dem Fleiß der Bauern und der Beratung durch die Fachleute komme das Gemüse preiswert auf den Markt. Immerhin vergehen nach dem Pflanzen drei Jahre, bis erstmals auf einem Feld Spargel gestochen werden könne.
Geht es nach Ott, können die Verbraucher gar nicht genug Spargel verzehren: Allein mit seinem relativ hohen Gehalt an Asparaginsäure empfehle sich der Spargel zur Entwässerung. Zu einer Frühjahrskur mit Spargel riet dann auch die Prinzessin Christina I. kraft ihres Amtes und naturgemäß machte sie sich für den Spargel aus den fränkischen Anbaugebieten stark: eine Orgie aus Geschmack, Frische, Bekömmlichkeit und Gesundheit.
Zwischen Lichtenfels und Straßburg legte die CSU-Europaabgeordnete Monika Hohlmeier auf dem Hirschaider Spargelfeld eine Pause ein: "Hier gibt's immer was Gutes zu essen", sagte die Politikerin. Gleichzeitig würdigte sie aber auch die Arbeit, die hinter dem Produkt steckt: "Wenn man mal zwei Stunden Spargel gestochen hat, spürt man jeden einzelnen seiner Wirbel!"
Bürgermeister Klaus Homann (CSU) hob den Gesichtspunkt Nahversorgung hervor. Hirschaid schicke sich an, eine Fair-trade-Gemeinde zu werden und wolle dadurch - neben dem Umweltaspekt - die heimischen Landwirte mehr unterstützen. Pfarrer Eckhard Mattke freute sich über das neue Leben, das aus dem Boden sprieße. Er wünschte den Bauern Gottes Segen für eine reiche Ernte und Schutz im Umgang mit dem scharfen Spargelmesser.
Landwirtschaftsdirektor Konrad Schrottenloher betrachtet den Gemüseanbau als wichtigen Bestandteil der landwirtschaftlichen Produktion, der dem Bauern zusätzliches Geld einbringe. Anton Hepple von der Direktion für ländliche Entwicklung wünschte den Spargelanbauern im Anklang an die katholischen Flurumgänge "Sonne und gedeihlichen Regen". Christine Müller vom Gartenbauzentrum Bayern Nord Kitzingen verwies auf den gestiegenen Selbstversorgungsgrad: 84 Prozent des heimischen Bedarfs an Spargel werde aus regionalem Anbau gedeckt. Es sei gelungen, die Importe zurückzudrängen. Auf den Aspekt der regionalen Wirtschaftskreisläufe machte der Vorstandsvorsitzende der VR-Bank Bamberg, Ulrich Stock, aufmerksam. BBV-Geschäftsführer Werner Nützel warb schon mal für das Erntedankfest am 17. September und lud dazu besonders die Spargelprinzessin Christina I. nach Schlüsselfeld ein. Und dann fiel das erlösende Wort: "Auf zum neuen Spargel!"


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