Bamberg
Club Kaulberg

Die Neurosenkavaliere schlagen in Bamberg zu

Rühlmann & Heimüller betreten wieder die Bühne des Club Kaulberg: Letztmals präsentieren sie am 30. und 31. Januar in Bamberg ihr erstes eigenes Chansonprogramm "Bis einer weint". Wir fragten nach Zuschauerreaktionen und stellen weitere Veranstaltungen des Nana-Theters vor. Dazu gibt's Videos.
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Die beiden "Neurosenkavaliere": Jürgen Heimüller und Arnd Rühlmann, die hier auf die ersten gemeinsamen 15 Jahre anstießen. Foto: pr
Die beiden "Neurosenkavaliere": Jürgen Heimüller und Arnd Rühlmann, die hier auf die ersten gemeinsamen 15 Jahre anstießen. Foto: pr
Letzte Chance: Zwei Mal noch singen die "Neurosenkavaliere" in Bamberg Chansons "Bis einer weint!" Unter Beschuss stehen Promis wie Mario Barth, psychotische Auswanderer, auch hiesige Errungenschaften wie das "Bambados" als schrillstes Wahrzeichen der Domstadt. Ja, das erste Programm von Arnd Rühlmann und Jürgen Heimüller, das ausschließlich aus eigenen Liedern besteht, ist rotzfrech, lässt es aber auch nicht an Sentimentalitäten fehlen. Und nach dem Schlussakkord geht's im Club Kaulberg schon munter weiter: Mit "Leichen im Keller", die dem Publikum ebenso Schauer über den Rücken jagen sollen wie "Shades Of Schmalz 3: Gnadenlos!"


Tränen flossen
Doch zurück zum ersten eigenen Programm nach 15 Jahren, das Rühlmann als "Gruselchansonnier" mit Heimüller als "Extrempianisten" nochmals in den Tiefen des Kaulbergs zeigt. Entsprach die Publikumsresonanz denn den Erwartungen der "Neurosenkavaliere"? "Nun, die eine oder andere Träne floss bei ,Bis einer weint', was für uns der beste Ansporn ist, in dieser Richtung weiterzuarbeiten", so Rühlmann. "Ich heule ja auch oft und gerne, wenn ich Chansons höre."

Zum Publikumsliebling avancierte der "Bambados"-Schmähsong. "Wobei auch ernste Nummern, die frei von Humor sind, erstaunlich gut liefen": So prangerte das Chanson-Duo ja die grassierende Fremdenfeindlichkeit an. Und rief im Advent zu Spenden für syrische Flüchtlingskinder auf: "Tatsächlich kamen 1256 Euro zusammen, die wir der UNICEF-Nothilfe zukommen ließen."


In 15 Jahren entstanden
Das nächste Chansonprogramm aus der Feder des Duos wird allerdings auf sich warten lassen: "Schließlich entstanden die Songs nach und nach in den 15 Jahren, in denen wir nun schon zusammenarbeiten (und uns erstaunlicherweise noch nicht um die Ecke brachten)." Muffensausen hatten die "Neurosenkavaliere" vor der Premiere im vergangenen Jahr. "Wir wussten eben: Geht's in die Hose, sind wir diesmal hundertprozentig selbst schuld." Aber nein, die Zuschauer rannten nicht aus dem Saal, um ihr Geld zurückzuverlangen.


Liedermacher zu Gast
Als nächste Premiere steht im Club Kaulberg am 6. Februar "Augenblickwinkel" an, das neue Programm des Liedermachers Michael Bauer. Am 8. Februar erwartet das Publikum eine Lesung in der Reihe "Leichen im Keller" unter dem Titel "Früher war alles böser". Joan Aikens Gruselgeschichten werden reaktiviert. Roald Dahl, Edgar Allan Poe und noch andere Poeten kommen als Old-school-Aktivisten zu Wort.

Dann naht schon die Premiere von "Shades of Schmalz 3". So kredenzen Hanuta Gonzales (Rühlmanns Alter Ego) und Ursula Gumbsch Zuschauern am 27. Februar neue Schundliteratur, durch die sie sich gerade arbeiten: "Ein sehr schmerzhafter Prozess, weil wir furchtbare Bücher lesen müssen", stöhnt der Nana-Theater-Leiter. Erstmals hätten beide auch Gelegenheit, Publikumsempfehlungen aufzugreifen. "Auf diese Weise haben wir mehr grausiges Material denn je."


Am 28. Februar steht das nächste Gastspiel unter dem Titel "Ringel - Jazz" an. Rühlmann erwartet Jochen Schott und Barbara Bernt, die früher am E.T.A.-Hoffmann-Theater spielte und nun nach langer Abstinenz wieder die Bamberger Bühne betritt. "Jazz zu Texten von Ringelnatz zu hören, ist etwas, worauf ich mich besonders freue."

Roger Stein als Schweizer Autor, Musiker, Liedermacher und Singer-Songwriter ist am 20. März im Club Kaulberg. Vielen sicher auch bekannt durch das Projekt "Wortfront". Fürs Bamberger Publikum aber singt Stein unter dem Titel "Lieder ohne mich" solo "Songs zwischen Panik und Poesie.

Bis zur nächsten und bislang aufwändigsten Eigenproduktion des Nana-Theaters müssen sich Freunde des schwarzen Humors allerdings noch bis zum Herbst gedulden: "An einem Freitag, 13., zeigen wir im November eine Komödie, bei der ich mich mal wieder als Theaterautor betätige", so Bambergs Gruselchansonnier.

Das Lieder- und Chanson-Programm "Bis einer weint" ist am 30. und 31. Januar übrigens ab 20 Uhr zu sehen. Und vielleicht spendet das Publikum den "Neurosenkavalieren" zuletzt noch auf eine Weise Beifall, wie es sich das Duo heimlich seit langem wünscht: "Andere Künstler bekommen ganze Unterwäsche-Kollektionen auf die Bühne geworfen. Warum war's bei uns in all den Jahren nur ein Plüschschwein?"





 
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