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Die Muna in Bamberg soll unter Schutz gestellt werden

Der Bamberger Stadtrat übt sich in Demut und empfiehlt die Ausweisung der Muna als Bannwald, der ehemalige Schießplatz soll Naturschutzgebiet werden. Ein Teil des Beschlusses sorgt für Verwirrung.
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Die Muna soll Bannwald, der ehemalige Schießplatz Naturschutzgebiet werden. Foto: Ronald Rinklef
Die Muna soll Bannwald, der ehemalige Schießplatz Naturschutzgebiet werden. Foto: Ronald Rinklef

Der Hauptsmoorwald im Osten Bambergs soll um Flächen der Muna als Bannwald erweitert werden, der ehemalige US-Schießplatz unter Naturschutz gestellt werden. Das ist inzwischen der breite Wunsch des Stadtrates. "Wir haben aus Fehlern gelernt", erklärte Peter Neller (CSU) mit Blick auf das Vorgehen der Stadt und dem Bürgerentscheid vor einem Jahr. Bürgerbeteiligung soll nun groß geschrieben werden, das wurde im Konversionssenat in dieser Woche deutlich.

Der Senat hatte zwei Bürgeranträge aus den Reihen der Bürgerinitiative "Für den Hauptsmoorwald" zu behandeln, die über die Bürgerversammlung in Bug eingebracht wurden. Darin heißt es unter anderem, dass die Stadt den Bannwald in und um die Muna und Schießplatz erweitern möge. Außerdem soll sich die Stadt bei der Regierung von Oberfranken dafür einsetzen, dass das bestehende Naturschutzgebiet Muna an der Geisfelder Straße erweitert und der Schießplatz als neues Naturschutzgebiet ausgewiesen wird. Das soll nach dem Willen des Stadtrates nun geschehen.

Die Stadt hat laut Konversionsreferent Christian Hinterstein bereits im Vorfeld Kontakt zur Regierung von Oberfranken aufgenommen. Dort sieht man Voraussetzungen für ein Naturschutzgebiet Schießplatz als gegeben an: "Uns liegen Daten vor, die große Teile des ehemaligen US-Schießplatzes als naturschutzfachlich sehr hochwertig erscheinen lassen. Daher wurde der Stadt Bamberg von uns auch die Einleitung eines Verfahrens in diesem Bereich in Aussicht gestellt", schreibt Regierungssprecherin Alexa Buckler auf Nachfrage. Überlegt werden müsse dabei auch noch, welche Größe und welche Lage ein mögliches Schutzgebiet haben könnte. Von den ersten Überlegungen bis zur Ausweisung dauere es erfahrungsgemäß "meist mehrere Jahre".

Bei der Ausweisung des Bannwaldes dagegen stellt die in diesem Fall zuständige Kreisverwaltungsbehörde, das Landratsamt Bamberg, eine schnellere Verfahrensweise in Aussicht. Im schnellsten Fall könne eine Ausweisung innerhalb eines halben Jahres erfolgen, so Sprecher Frank Förtsch. Voraussetzung wäre, dass die Stadt laut der Landkreisbehörde einen entsprechenden Antrag stellt.

Die Stadt will weiterhin im ersten Schritt die Fläche von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) kaufen, dies kann inzwischen ohne Zweckbindung geschehen, was Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) in der Verhandlung mit der Bima erreicht hat. Der Ankauf soll nach erfolgter Wertermittlung im Frühjahr 2020 konkret werden.

Allerdings: So konkret wie die Bürgeranträge die Grenzen der Flächen definieren und dies auch Heinrich Schwimmbeck (Linke) und Ursula Sowa (Grüne) vehement im Konversionssenat forderten, konnte dies nicht beschlossen werden. Konversionsreferent Hinterstein und Zweiter Bürgermeister Christian Lange (CSU) erklärten für die Verwaltung, dass die Entscheidungen nicht im Wirkungskreis der Stadt lägen. Deshalb könne nur eine Empfehlung des Stadtrats ausgesprochen werden. Sitzungsleiter Lange formulierte einen mit einem entsprechenden Antrag von Heinz Kuntke (SPD) ergänzten Verwaltungsvorschlag.

Der Beschluss sieht auch vor, dass über die Muna im Bürgerbeteiligungsprozess gesprochen werden soll. Laut Lange ist gemeint, dass über die Entwicklung der verbleibenden Fläche diskutiert werden soll - von der 140 Hektar großen Muna würden nach Vorschlag der Bürgerinitiative 20 Hektar (an der Gutenbergstraße) für eine bauliche Entwicklung zur Verfügung stehen.

Die Bürgerinitiative (BI) begrüßt die Entscheidung im Stadtrat, ist aber noch verhalten euphorisch. Da der Beschluss zum Teil anders verstanden wird: "Wir befürchten, dass die Gesamtfläche wieder in den Beteiligungsprozess soll", erklärt Sprecher Björn Scharf. Dieser Eindruck wird laut BI auch dadurch verstärkt, dass es im Rahmen des Beschlusses eben keine exakte, durch Karten hinterlegte Festlegung der auszuweisenden Flächen gab.

Stadtsprecherin Ulrike Siebenhaar erklärt auf Nachfrage, dass es in der Bürgerbeteiligung darum gehen soll, wie man das Areal für die Bürger öffnen könne. Siebenhaar wirbt um Vertrauen: "Wir bleiben eng in Kontakt mit der Bürgerinitiative."

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