Hohenpölz
Tragisches Schicksal

Mutter und Vater an Krebs erkrankt: Schweres Schicksal für Familie aus Landkreis Bamberg

Mit nur 40 Jahren riss ihn der Krebs aus seiner Familie - Carmen Vogel aus Hohenpölz trauert mit ihren Kindern um ihren Mann. Auch die Witwe selbst kämpft gegen die Krankheit.
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Abschied von Wolfgang Vogel: Je ein weißes Blumenherz auf dem Sarg von jedem Kind, das rote Herz von Ehefrau Carmen. Foto: Carmen Schwind
Abschied von Wolfgang Vogel: Je ein weißes Blumenherz auf dem Sarg von jedem Kind, das rote Herz von Ehefrau Carmen. Foto: Carmen Schwind
Eine Welt bricht zusammen, wenn man einen geliebten Menschen verliert. Die Welt der kleinen Familie Vogel aus Hohenpölz wurde durch den Tod des 40-jährigen Vaters am 6. Januar aus den Angeln gehoben. Eine 37-jährige Frau trauert um ihren Mann, mit dem sie 14 Jahre lang glücklich war, vier Kinder im Alter von zwei bis 18 Jahren vermissen ihren Papa.

Carmen zeigt das letzte Bild aus glücklichen Tagen; sie hält ein Baby im Arm, und sie, ihr Mann und die Kinder lachen. Doch es ändert sich alles. Sie selbst erhält im Januar des vergangenen Jahres die Diagnose Vorstufe Krebs und muss sich im Juli zweimal operieren lassen. Doch sie macht sich nicht nur Gedanken um sich, sondern auch um ihren Mann, denn der kann nicht mehr essen und nimmt ab. Die Ärzte finden Knoten in der Schilddrüse und auch er muss operiert werden. Doch es wird nicht besser.


Diagnose: Magenkrebs

Als Carmen im Juli das Krankenhaus verlässt, lässt ihr Mann Wolfgang eine Magenspiegelung machen. Drei Tage später kommt die schreckliche Diagnose: Magenkrebs. "Ich habe schrecklich geweint, doch er blieb ganz cool", erzählt Carmen.

Zuerst wollten die Ärzte operieren, dann erzählte man den Eheleuten, dass das nicht ginge, weil der Tumor zu weit oben sitze. Der erste Block Chemotherapie begann. "Ich bin so froh, dass wir uns im Herbst noch drei Tage Urlaub in einem Kinderhotel gegönnt haben", erzählt die Witwe und weiß gar nicht mehr, wie sie es damals schaffte, jeden Tag nach Erlangen zu ihrem Mann in die Klinik zu fahren und sich um die Kinder zu kümmern. "Ich wollte das alles nicht wahrhaben und habe bis zum Schluss gehofft", erinnert sie sich. Im Dezember wurde dann notfallmäßig operiert und der Magen entfernt. Die Familie verbrachte Weihnachten und Silvester beim Papa in der Klinik. In der Nacht zum 6. Januar schlief Wolfgang ein. Von fünf Uhr früh bis nachmittags saß Carmen an seinem Bett. Dann entschlief ihr geliebter Mann. Er starb in einem Lebensabschnitt, in dem noch viele Projekte offen und die Kinder noch klein sind.

Viele Menschen halfen: Arbeitskollegen schauten sich nach Witwe und Kindern um. Freunde und der Stammtisch von Hohenpölz machten Holz für die beiden Öfen im Haus. Außerdem organisierten sie die Beerdigung und die Bewirtschaftung im Bürgerhaus. Die Altherren des Sportvereins, der Hospizverein Bamberg, Kindergarten und Schule unterstützten.


Trauer kommt am Abend

"Doch abends, wenn ich die Kinder ins Bett gebracht habe, alleine auf dem Balkon oder dem Sofa sitze, dann ist es am schlimmsten. Da möchte ich ihn spüren und mit ihm sprechen; da ist die Trauer am schlimmsten", sagt die Witwe.

"Trauer ist Schwerstarbeit", meint Helga Kuplich-Schramm vom Verein Consolare in Ebermannstadt. Bei einem unerwarteten Tod fallen die Hinterbliebenen oft in eine Starre und verstehen die Welt nicht mehr. Weiter erklärt sie, dass die eigentliche Trauer erst beginnt, wenn die Formalitäten erledigt sind: "Die Menschen fallen in ein tiefes Loch und zweifeln an sich, an Gott, an der Welt." Kommt es nach längerer Krankheit zum Tod, können die Hinterbliebenen wohl Abschied nehmen, allerdings geraten die meisten nach der Diagnose in einen Schockzustand, dann folgt eine Phase der Hoffnung und dann der Schmerz. "Oft werden die Hinterbliebenen dann von den Ärzten allein gelassen", sagt die Trauerbegleiterin und rät jedem, sich Hilfe bei einem Hospizverein oder Therapeuten zu suchen, wenn der Schmerz zu groß wird: "Bloß nicht schämen, sondern Hilfe annehmen."

Wolfgang Vogel hatte begonnen, sein Elternhaus umzubauen, in dem seine Mutter lebt und ein Wohnrecht hat. Allerdings wurde er nicht fertig. Zum Beispiel fehlt eine Zentralheizung. Für diese sammelt die Stiftung der Mediengruppe Oberfranken "Franken helfen Franken". Das gespendete Geld erhält die Familie komplett und soll in die Anschaffung einer Zentralheizung fließen.


Spenden

Mediengruppe Oberfranken - Franken helfen Franken e.V.
Spendenkonto:
Sparkasse Bamberg
BLZ: 77050000
Konto: 302194501
IBAN DE 62 7705 0000 0302 1945 01
BIC BYLADEM1SKB
Verwendungszweck: Hohenpölz


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