Bamberg
Schlaganfallfolgen

Die Bamberger Aphasie-Selbsthilfegruppe wird 25 Jahre alt

Von Aphasie sind deutschlandweit rund 400 000 Menschen betroffen, jährlich kommen 80 000 dazu. In Oberfranken sind es jährlich rund 1200 Menschen, deren Leben sich durch Aphasie auf einen Schlag ändert. Aphasie bedeutet, dass die Betroffenen nicht mehr sprechen können.
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Wolfgang Haas ist Leiter der Bamberger Selbsthilfegruppe. Foto: Annika Munk
Wolfgang Haas ist Leiter der Bamberger Selbsthilfegruppe. Foto: Annika Munk
Sie fühlen sich oft allein gelassen und nicht verstanden. Aber nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch für ihre Angehörigen ist es oft schwierig, mit dem Schicksalsschlag umzugehen.

Netzwerke für Betroffene
Beratungs- und Nachsorgezentren wie das "Aphasiker-Zentrum Oberfranken" unterstützen und bieten Netzwerke an. Eine der wichtigsten Formen der Unterstützung sind dabei Selbsthilfegruppen. In Oberfranken gibt es davon 16. Hier können sich die Betroffenen und deren Angehörige über ihre persönlichen Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig Mut machen.

"Der Austausch kann motivieren und zeigen, dass es Sinn macht zu kämpfen und dass man mit seinem Schicksal nicht allein ist", weiß Doris Schäfer, Ansprechpartnerin des Aphasikerzentrums Bad Staffelstein und Bamberg. Sie ist unter anderem für die Bamberger Selbsthilfegruppe zuständig und unterstützt deren Leiter Wolfgang Haas bei seiner Arbeit.

Die Bamberger Gruppe gibt es bereits seit 25 Jahren. " Das ist ungewöhnlich lange für eine Selbsthilfegruppe. Sie bestehen selten so lange und werden so gut angenommen", betont Doris Schäfer.

Anlässlich des Jubiläums findet am Donnerstag, 18. September, ab 14 Uhr im Gemeindezentrum der Phillipuskirche eine Feier statt. Die Gruppe wurde 1989 ins Leben gerufen und wird seit 2007 von Wolfgang Haas geleitet. Rund 20 Mitglieder aus allen Altersklassen hat die Bamberger Gruppe. "Aber durch die körperlichen Einschränkungen, die viele Aphasiker mitbringen, sind nicht immer alle da", erklärt Doris Schäfer.

Neben der gegenseitigen Motivation, werden in der Gruppe auch nützliche Tipps ausgetauscht, zum Beispiel für den Haushalt. "Die Betroffenen wissen oft am Besten, was wirklich hilft und welches Hilfsmittel nützlich ist", sagt Doris Schäfer.

Neben den Treffen lädt die Gruppe auch immer wieder Experten ein und organisiert Ausflüge und Tagesfahrten. Die Selbsthilfegruppe trifft sich jeden dritten Donnerstag im Monat um 14 Uhr im Gemeindezentrum der Phillipuskirche. Kommen können nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch deren Angehörige.
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