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Winterräder

Deshalb sind Winterreifen bei Schnee und Eis so wichtig!

Der Winter kommt und mit ihm Schnee, Eis und Glätte. Das verunsichert viele Autofahrer. Deshalb sollten Sie Ihr Auto für die Straßen gut rüsten. Wir erklären, warum Winterreifen so wichtig sind, ob sie vorgeschrieben sind und welche Strafen drohen, wenn Sie jetzt keine Winterräder montieren.
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Damit das Profil von Winterreifen nicht allzu schnell schwindet, sollten Autofahrer behutsam aufs Gas- und Bremspedal treten - und den Reifendruck im Auge behalten. Foto: dpa
Damit das Profil von Winterreifen nicht allzu schnell schwindet, sollten Autofahrer behutsam aufs Gas- und Bremspedal treten - und den Reifendruck im Auge behalten. Foto: dpa
Der Winter hält Einzug in Franken, und mit ihm Eis und Schnee auf den Straßen. Wie eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact im Auftrag des Internetportals Autoscout24 zeigt, fühlt sich knapp jeder zweite deutsche Autofahrer (45 Prozent) manchmal unsicher, wenn er im Winter Auto fährt.

Der Polizeibericht vom Montag, 23. November 2015, spricht ebenfalls eine deutliche Sprache: mehrere Schwerverletzte bei Dutzenden Glätteunfällen in Franken. "Man muss sich den veränderten Bedingungen bewusst sein und entsprechend rüsten", sagt Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR).


Seine grundlegenden Tipps für die Autofahrt auf winterlichen Straßen:

- Fahrweise: Schlechtere Sicht, rutschigerer Straßenbelag - winterliche Bedingungen sind herausfordernd. Nach der langen schneefreien Zeit sollten Autofahrer bei den ersten Schneefahrten besonders vorsichtig sein, rät Rademacher. Zu schnelles Fahren und zu geringer Sicherheitsabstand seien die größten Risikofaktoren.

- Fahrplanung: Wenn Schneefälle für den nächsten Tag angekündigt sind, sollten Pendler ihren Wecker lieber etwas früher stellen. Denn das Auto muss komplett freigekehrt werden. "Es reicht nicht, nur ein kleines Guckloch freizukratzen", betont Rademacher. Das gilt auch für von innen beschlagene Scheiben. Wenn die Lüftung mit der Feuchte auf dem Glas zu lange zu kämpfen hat, kann man die Scheiben mit Schwamm oder Lappen abwischen. Vorausgesetzt, sie sind sauber: "Andernfalls können Schlieren entstehen."

- Fahrzeug: Auch wenn bei den Winterreifen viele Autofahrer die berühmte "O bis O"-Regel anwenden, also zu Ostern und im Oktober die Räder wechseln: Im Oktober dieses Jahres hatten fast die Hälfte aller Autofahrer (43 Prozent) noch keinen Wintercheck gemacht. Acht Prozent der Befragten hielten das laut Innofact-Umfrage sogar für unnötig.


Winterreifen sind Pflicht - aber nur situativ:

In Deutschland gilt situative Winterreifenpflicht. Das heißt: Bei winterlichen Bedingungen müssen Autofahrer mit passender Bereifung unterwegs sein, andernfalls riskieren sie empfindliche Geldstrafen. Die Gummimischung allein sorgt aber nicht für Grip. Auch die Profiltiefe muss stimmen. Vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter. Nicht genug, findet Rademacher.

"Wir empfehlen mindestens vier Millimeter." Im Scheibenwischwasser sollte außerdem ausreichend Frostschutz sein. Wer es sich nicht zutraut, sein Auto in Eigenregie auf Wintertauglichkeit zu prüfen, sollte einen Wintercheck vom Profi in der Werkstatt machen lassen, rät Rademacher.


Die "Winterreifen-Verordnung" im Detail:

Wie der ADAC informiert, wurden Autofahrer bereits Ende des Jahres 2005 mit einer ersten Version der so genannten "Winterreifen-Verordnung" konfrontiert. Fünf Jahre später wurde diese präzisiert und im Dezember 2010 trat sie offiziell in Kraft trat.

Generell gilt aber, dass auch mit der neuen Rechtslage Winterreifen nicht pauschal gefordert werden. "Nur wer bei 'Eis, Schneematsch, etc.' mit Sommerreifen unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld", sagt der ADAC. Werden Autofahrer bei Glatteis oder Schnee ohne Winterreifen erwischt, stehen 60 Euro Strafe an. Die Bußgelder steigen, kommt eine Verkehrsbehinderung dazu (80 Euro), eine Gefährdung (100 Euro) oder ein Unfall (120 Euro). In jedem der genannten Fälle wird übrigens ein Punkt in Flensburg in der Verkehrssünderkartei eingetragen.

"Wer Fahrten bei 'Eis, Schneematsch, etc.' aber zuverlässig vermeiden kann, kann auch weiterhin im Winter straffrei mit Sommerreifen fahren", informiert der ADAC zum Thema Winterreifen.


Bei Winterreifen auf die M+S-Kennzeichnung achten:

Wichtig beim Kauf von wintertauglichen Rädern: Nur Reifen mit M+S-Kennzeichnung erfüllen die Anforderungen der "Winterreifen-Verordnung". Der ADAC empfiehlt Reifen mit M+S- und Schneeflockensymbol. Auch Ganzjahresreifen mit M+S-Kennzeichnung erfüllen die Anforderung.


Warum Winterreifen? Diese Gründe sprechen dafür:

Selbst, wenn es in Ihrer Region fast nie schneit oder Sie nur kurze Strecken in der Stadt zurücklegen, Sie sollten die Investition in einen Satz Winterräder nicht scheuen. "Sommerreifen"-Gummimischungen verhärten bereits bei niedrigen Plus-Graden, womit sich die Haftung auf der Straße spürbar reduzieren kann. In diesem Moment werden Sommerreifen zum Sicherheitsrisiko.

"Winter-Typen bleiben dagegen weich und verfügen zudem über ein spezielles Lamellen-Profil, das auf Schnee und Eis besonders gut greift - also bei Witterungsbedingungen, die überall in Deutschland und auch durchaus schon um den Gefrierpunkt herum anzutreffen sind", schreibt der ADAC. Ein kürzerer Bremsweg dank Winterreifen kann Auffahrunfälle oder Schlimmeres vermeiden.


Wissenswert - Diese Bußgelder drohen bei Verstößen im Winter noch:

Auch abseits der Winterreifen-Verordnung sollten Autofahrer im Winter besonders umsichtig und vorsichtig sind. Das müssen Sie wissen: Das Auto im Winter warmlaufen lassen kostet 10 Euro Strafe, nur ein "Guckloch" in die Frontscheibe kratzen ebenfalls 10 Euro.

Wer das Autodach nicht von Schnee befreit löhnt satte 25 Euro, wer mit zugeschneitem Kennzeichen fährt 5 Euro.

Falls Sie mehr zum Thema Bußgeld und Strafen wissen möchten - unser Bußgeldrechner hilft Ihnen weiter.


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