Bamberg
Wetter

Der Winterdienst hatte schon zu tun

Die ausrangierten Weihnachtsbäume liegen noch am Straßenrand, da genießen die Leute schon die Sonne. Oder sollte man sagen: noch? Menschen, die im Raum Bamberg aus beruflichen Gründen das Wetter im Blick haben müssen, rechnen fest damit, dass Eis und Schnee noch kommen.
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"Ich hab' noch keinen Winter ghabt, wo noch nix war" , bringt Baptist Brahmann seine Erfahrungen auf den Punkt. Seit 13 Jahren verdient sich der Vollerwerbslandwirt aus Bischberg-Rothof mit Winterdienst-Tätigkeiten in Bamberg und Umgebung ein Zubrot. Er ist sicher, dass er noch einiges zu tun bekommen wird.

Wobei: "Arbeitslos" war Brahmann auch bisher nicht. Der fehlende Schnee könnte den Eindruck erwecken.

Doch auch aus dem städtischen Entsorgungs- und Baubetrieb (EBB) wird von etlichen Einsätzen berichtet, die im Dezember und Januar jeweils am sehr frühen Morgen nötig waren, um überfrierende Nässe zu bekämpfen.

Weil die Männer gewöhnlich fertig sind, wenn der Berufsverkehr beginnt, bleibe ihre Arbeit oft unbeachtet, glauben Brahmann und Florian Probst, der zuständige Abteilungsleiter beim EBB.

Die Herausforderung dieses Winters scheint bislang seine Unberechenbarkeit zu
sein: Der Winterdienst müsse die Temperatur-Entwicklung genau beobachten und dann oft schnell reagieren, wenn nach einer feuchten Nacht früh die Temperatur unter Null fällt.


Pflanzen treiben schon aus

Tagsüber sorgten in dieser Woche Sonne und zweistellige Werte für voll besetzte Ruhebänke. Was viele freut, bereitet jemandem wie Wilhelm Schubert, Leiter des ökologischen Gemüsebauversuchsbetrieb an der Galgenfuhr, Sorge.

Wenn es nicht bald vorbei ist mit dem Frühling im Januar, dann droht der Natur und damit auch dem Gartenbau Schaden. Es kämen die Pflanzen zu früh und wächst die Gefahr, dass die frühen Austriebe kaputt gehen, wenn die Kälte kommt.

Dass sie kommt, steht auch für den Betriebsleiter außer Frage. Deshalb beobachtet er nicht ohne Sorge, wie auf "seinen" Feldern sogar die Kälte empfindlichen Artischocken begonnen haben, auszutreiben.

Das ist die eine Seite der herrschenden Witterung. Die andere ist gut für Gärtner mit Glashauskulturen: Sie sparen viel Geld, weil sie ihre Gewächshäuser kaum oder nicht heizen müssen.

Der letzte "fette" Winter war nicht nur für Brahmann 2010/2011. Da kam der Schnee schon im Dezember und blieb lange liegen. Streusalz und Räumgerät waren damals weit vor Weihnachten ausverkauft.

Auch im Obi-Markt am Laubanger, wie sich dessen Leiter Thomas Maisch erinnert. Diesmal hat er schätzungsweise noch 1000 Schneeschieber auf Lager und keine Nachfrage. Die Leute kaufen nach seinen Erfahrungen immer stärker nach Bedarf. Maisch beschreibt das spezielle Saisongeschäft so: "Wenn ein Winter vorhanden ist, dann verkauft man sicher um die 2000 Schneeschieber."

Überzeugt davon, dass sich der Winter noch von seiner frostigen Seite zeigen wird, ist auch der Bamberger Malermeister Paul Braun. Er wagt die Prognose: "In 8 bis 14 Tagen haben wir Schnee." Momentan sind die Temperaturen freilich geeignet, Fassadenarbeiten fortzuführen, die im Dezember eingestellt werden mussten.

In der Unfallstatistik der Polizei zeichnet sich der Winter 2013/2014 noch nicht ab. Vom Blitzeis im November abgesehen, das etliche Radfahrer und Fußgänger ins Straucheln brachte, hätten sich keine Auffälligkeiten gezeigt, berichtete Klaus Hurdaleck, der Verkehrssachbearbeiter der Inspektion Stadt.
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