Unterhaid
Energiewende

Der Solarpark bei Unterhaid ist am Netz

Die genossenschaftlich betriebene Photovoltaikanlage bei Unterhaid könnte seit Ende September Energie produzieren. Nun gelangt sie auch ins Stromnetz und kann verkauft werden.
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Projektentwickler Harald Kegelmann, DBE-Vorstand Mario Fürst, Bürgermeister Carsten Joneitis und Zweiter Bürgermeister Peter Deusel (von links) machen symbolisch dem Sonnenlicht den Weg zu den Modulen frei. Fotos: Michael Gründel
Projektentwickler Harald Kegelmann, DBE-Vorstand Mario Fürst, Bürgermeister Carsten Joneitis und Zweiter Bürgermeister Peter Deusel (von links) machen symbolisch dem Sonnenlicht den Weg zu den Modulen frei. Fotos: Michael Gründel
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Das Wetter hätte nicht unpassender sein können: Während beim Spatenstich für den Bürgersolarpark Unterhaid im vergangenen Herbst alle Beteiligten noch mit der Sonne um die Wette gestrahlt hatten, herrschten Montagvormittag - ausgerechnet zum offiziellen Anschluss der Anlage an das Eon-Netz die denkbar schlechtesten Lichtverhältnisse. Am Himmel hingen tiefgraue Wolken. Zudem schneite es und die Photovoltaikmodule waren teils 20 Zentimeter hoch mit pappigem, feuchtem Schnee bedeckt.

Kaum vorstellbar, dass hier auch nur ein Watt Sonnenstrom produziert werden könnte. Doch im Technikgebäude surrten doch die Wechselrichter, als Signal dafür, dass es auch bei solchen Verhältnissen noch möglich ist, Strom aus Sonnenenergie zu gewinnen - wenngleich eindeutig weniger, als die Betreiber es sich aufs Jahr verteilt erwarten.

"Hier wird jedes Licht geerntet", führt Mario Fürst, Vorstand der Genossenschaft DBE
Deutsche Bürger-Energie an, als er auf dem verschneiten Acker neben der Bahnlinie, gegenüber vom Gewerbegebiet und unterhalb der Weinberge und historischen Kelleranlagen steht. Und während der Schnee allmählich schmilzt und nach und nach von den glatten Glasflächen der im 30-Grad-Winkel aufgestellten Module rutscht und sich der Himmel sogar etwas aufhellt, surren die Wechselrichter heftiger. Ein Display zeigt an, wie viel Strom gerade aktuell produziert wird. Die Zahlen klettern: 5000, 10.000, 20.000 Kilowatt.

Bürger sind beteiligt

Die Anzeige, wie viel Strom gerade erzeugt wird, wie viel insgesamt produziert wurde und sogar, wie viel Geld dafür aus der Einspeisevergütung fließt, werden die Mitglieder der Genossenschaft mit Sitz in Nürnberg bald auch zuhause am Computer verfolgen können.

Zu diesen Mitgliedern gehören inzwischen auch zwei Dutzend Ober- und Unterhaider sowie etliche weitere Bürger aus der Region. Sie haben sich mit so genannten Energiepaketen an der Genossenschaft beteiligt. 600 solcher Anteile zu je 1050 Euro mussten verkauft werden, um die Grundfinanzierung des Projektes zu sichern. Und sie wurden inzwischen auch alle verkauft, wie Fürst betont. Die Genossenschaft ist wiederum 100-prozentiger Gesellschafter einer Betreiber GmbH & Co. KG, die ihren Sitz in Oberhaid hat - und somit auch die Gewerbesteuer vor Ort entrichtet. Die Genossenschafter aus Oberhaid und dem Bamberger Umland sind damit auch Teilhaber an momentan sechs weiteren Photovoltaikanlagen in verschiedenen Bundesländern.

Eigentlich sollte der Solarpark ja schon Ende des vergangenen Jahres Strom ins Netz einspeisen. Nachdem er im September 2012 in rekordverdächtigem Tempo errichtet wurde, fand bereits am 30. September die EEG (Erneuerbare Energien Gesetz)-konforme Abnahme statt. Das heißt Stromproduktion war zu diesem Zeitpunkt theoretisch möglich. Doch die zum Jahresende ins Auge gefasste Anbindung an den Netzbetreiber Eon verzögerte sich.

Dass es nun fast drei Monate Verspätung wurden, ist allerdings angesichts des ungewöhnlich lichtschwachen Winters keine wirtschaftlicher Schaden. Viel wichtiger für die Betreiber ist, dass sie mit der Abnahme nun den am 30. September 2012 gültige Einspeisungsvergütung in Höhe von 12,24 Cent je Kilowattstunde erhalten - und nicht den seither von der Bundesregierung monatlich um ein Prozent reduzierten Satz.

Doch nicht nur auf diese Weise sollen die Genossenschafter von ihrer Anlage profitieren. Wie DBE-Vorstand Fürst am Montag ankündigte, will man im Sommer den Mitgliedern auch einen eigenen Stromtarif anbieten.
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