Kemmern
Infrastruktur

Zwei B4-Vollsperrungen bei Bamberg: Der Norden ist eine Großbaustelle

Autofahrer müssen derzeit rund um Breitengüßbach gute Nerven haben: Die Erneuerung der Autobahnbrücke geht in die heiße Phase und auf der Bundesstraße 4 stehen zwei Vollsperrungen an.
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Ihre Tage sind gezählt: Der östliche Teil der Autobahnbrücke der A 73 bei Kemmern wird zwischen dem 30. März und dem 2. April abgebrochen.  Fotos: Sebastian Schanz
Ihre Tage sind gezählt: Der östliche Teil der Autobahnbrücke der A 73 bei Kemmern wird zwischen dem 30. März und dem 2. April abgebrochen. Fotos: Sebastian Schanz
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Der Verkehr im Norden des Landkreises wird beherrscht von Baustellen - und bald auch von Umleitungen. Die wichtigsten Nachrichten für Autofahrer: Der Verkehr auf der Autobahn 73 wird auch weiter rollen, wenn in zwei Wochen ein Teil der Brücke bei Kemmern abgebrochen wird. Doch die Bundesstraße 4 unter der Brücke wird zwischen dem 29. März bis zum 3. April voll gesperrt sein. Bereits ab dem 25. März wird die B 4 zwischen Rattelsdorf Mitte und Rattelsdorf Nord voll gesperrt sein.

"Bei Rattelsdorf geht es an den letzten Bauabschnitt, die drei ersten sind schon gelaufen", erklärt Michael Raab, im staatlichen Bauamt für den Landkreis Bamberg zuständig. Bereits seit Mittwoch wird hier wieder gearbeitet. Eine Ampel führt den Verkehr halbseitig an der Baustelle vorbei. Vermutlich ab dem 25. März wird dann laut Raab eine Vollsperrung notwendig. Bis Mitte April peilen die Koordinatoren im staatlichen Bauamt die Freigabe der Strecke an.

Warum die Maßnahme? "Die B 4 weist zwischen Breitengüßbach und Rattelsdorf Netzrisse, Verdrückungen und teilweise auch Fahrbahnaufbrüche auf", antwortet das staatliche Bauamt. Die Kosten für die rund 5,5 Kilometer lange Strecke belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro.

Peanuts im Vergleich dazu, welche Finanzmittel sechs Kilometer weiter südlich aufgewendet werden. Doch die Baumaßnahme ist freilich ungleich größer - und komplexer: Eine Autobahnbrücke über eine Bahnstrecke und eine Bundesstraße sowie Feldwege wird abgebrochen, während der Verkehr auf der Autobahn weiterrollt.

"Alles läuft nach Zeitplan, und dieser Plan ist sehr genau mit allen Beteiligten eingetaktet", berichtet Volker Lauterbach von der Autobahndirektion Nordbayern in einem der weißen Container bei Breitengüßbach, die als Baukontrollzentrum dienen.

B4-Baustelle: Enormer Zeitdruck

"Das Schwierigste an der Unternehmung ist es, unter dem zeitlichen Druck die Bahnlinie wieder freizubekommen, wir haben nur 50 Stunden Zeit", sagt Christian Hofmann, dessen Ingenieurbüro die Bauarbeiten leitet. Die Bahnstrecke wird zum Schutz vor herabfallenden Teilen mit Vlies und Sand bedeckt, die Bundesstraße nur mit Sand. Die B4, die unter der Brücke hindurchführt, wird dafür vom 29. März bis zum 3. April freilich voll gesperrt sein. Die Abbrucharbeiten selbst sind für die Profis "Routine", wie sie versichern. "Das läuft ganz konventionell mit Baggern", sagt Lauterbach. "Die Brücke wird von außen angeknabbert, bis sie so schwach ist, dass sie am Spannkabel im Beton nach unten durchhängt." Wer von unten auf die Brücke blickt, der erkennt den architektonischen Vorteil: Das Bauwerk besteht genau genommen aus zwei Brücken, in der Mitte klafft ein Freiraum.

Der Verkehr auf der Autobahn kann also stets weiterlaufen, so wie er bereits jetzt läuft: auf dem westlichen Brückenteil und auf vier verengten Baustellenspuren. Bei 40.000 Fahrzeugen, die am Tag über die Brücke fahren, ist eine Vollsperrung für die Planer keine Option. Die Autobahnausfahrt Breitengüßbach Süd wird aber zeitweise gesperrt.

Unter der Regie der Autobahndirektion Nordbayern wird auch das Teilstück der Bundesstraße 4 bei Kemmern erneuert: von Autobahnausfahrt bis Autobahnausfahrt. Eine Ampel regelt derzeit den Verkehr zwischen Breitengüßbach und Hallstadt. Von Kemmern aus lässt sich die Bundesstraße auf einer eigens errichteten kleinen Brücke überqueren - allein sie hat 4,88 Millionen Euro gekostet. Auf 50 Millionen Euro wird der Bau der Autobahnbrücke inklusive Bundesstraße geschätzt.

Auf neun Millionen Euro summieren sich die Kosten einer weiteren nahen Baustelle. In zwei Kilometern Luftlinie zur Autobahnbrücke wird derzeit auch die Mainquerung der Bundesstraße 279 bei Baunach erneuert, die aus drei einzelnen Brücken besteht. Auch hier wird es in absehbarer Zeit wieder Einschränkungen für Autofahrer geben, Näheres wird vom staatlichen Bauamt noch angekündigt.

Alles in allem werden im Norden des Landkreises Bamberg innerhalb weniger Jahre rund 70 Millionen Euro verbaut. Und der Ausbau der Bahnstrecke ist noch einmal ein ganz eigenes Thema.

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