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Buttenheim
Inbetriebnahme

Der neue ganze Stolz der Gemeinde

Das neue Rathaus in Buttenheim füllt viele Lücken und erntet reichlich Lob von allen Seiten.
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Der neue, großzügige Sitzungssaal im Obergeschoss des Rathauses Fotos:  Andrea Spörlein
Der neue, großzügige Sitzungssaal im Obergeschoss des Rathauses Fotos: Andrea Spörlein
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Am 7. Mai 1976 hatte der junge Marktgemeinderat Herbert Karmann den Antrag gestellt, über den Neubau eines Rathauses in Buttenheim nachzudenken und die notwendigen Voraussetzungen und Möglichkeiten zu prüfen. Nun konnte sein Sohn Michael Karmann, in seiner Funktion als Buttenheimer Bürgermeister, das neue und eigentlich auch erste Buttenheimer Rathaus offiziell in Betrieb nehmen.

Über den Bau eines Rathauses war in der Vergangenheit viel diskutiert worden. Zuerst waren andere Projekte, wie zum Beispiel Dorferneuerungsmaßnahmen, Kindergarten- und Schulbau, wichtiger. Bei der Frage nach dem möglichen Standort prüfte man verschiedene Alternativen, die alle wieder verworfen wurden. Letztendlich hatte sich der aktuelle Gemeinderat für den Standort in unmittelbarer Nähe zum "alten" Buttenheimer Rathaus, ursprünglich zwei Lehrerdienstwohnungen, entschieden. Der Neubau des Rathauses entstand an der Stelle des früheren Schulhauses, welches 1907 gebaut und in den 1970er Jahren abgebrochen wurde.

Damit konnte dieser Platz einer Nutzung zugeführt und die Lücke im Straßenraum geschlossen werden. Das Gebäude rückt leicht aus der Straßenfront der Nachbarbebauung heraus, um damit seine Sonderstellung im Ortsbild hervorzuheben. Das Raumprogramm umfasst neben den Büro- und Verwaltungsräumen ein großes und modernes Bürgerbüro sowie einen Sitzungssaal für den Marktgemeinderat und rund 30 Plätze für Besucher. Nun sind endlich die notwendigen Sozialräume vorhanden und es gibt Besprechungszimmer, die es unter anderem erlauben, Angelegenheiten der Bürger diskret und ohne Zuhörer zu regeln.

Ein moderner Multifunktionsraum bietet ein stimmungsvolles Ambiente für Trauungen. Mithilfe eines Aufzugs können alle Etagen barrierefrei genutzt werden. Für das Levi-Strauss-Museum sind dringend benötigte Depoträume entstanden. Die Gesamtfläche des Gebäudes beträgt 800 Quadratmeter.

Das neue Rathaus weist vielfache Merkmale des regionaltypischen Bauens auf. Trotzdem wurde nicht historisierend gebaut und die Entstehungszeit nicht geleugnet. Auf einem einfachen rechteckigen Baukörper ruht ein steiles Ziegeldach mit knappen Dachüberständen.

Stehende Fensterformate betonen die Massivbauweise. Sie werden frei rhythmisiert und erzeugen ein lebendiges Bild. Das Bürgerbüro im Erdgeschoss wird durch eine vorgesetzte Stelenwand akzentuiert. Eine Besonderheit stellen die 45 Zentimeter starken Ziegelaußenwände dar. Zusammen mit der Bauteiltemperierung und der Nachtauskühlung haben sie bereits in der Hitzeperiode dieses Sommers für angenehme Raumtemperaturen gesorgt.

Regionale Unternehmen

Die geplanten Baukosten von rund 2,5 Millionen Euro sind, trotz steigender Baupreise, eingehalten bzw. sogar leicht unterschritten worden. Diese müssen von der Marktgemeinde alleine geschultert werden. Der Rathausneubau wurde mithilfe eines Projektträgers realisiert. Dadurch war es möglich die Rathausverwaltung zu entlasteten und regionale Unternehmen zu berücksichtigen.

Die offizielle Inbetriebnahme des Rathauses wurde am Tag der Deutschen Einheit gebührend gefeiert, schließlich ist ein neues Rathaus für eine Kommune kein alltägliches Ereignis. Zahlreiche Gäste aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft waren gekommen, um diesen Anlass zusammen mit den Buttenheimer Bürgern zu begehen.

Für den kirchlichen Segen des neuen Gebäudes sorgten Pfarrerin Mirjam Elsel und Pfarrer Christian Kaiser. In ökumenischer Verbundenheit erbaten sie Gottes Segen für das Gebäude, für alle Beschäftigten und für alle Menschen, die hier mit ihren Anliegen und Anfragen herkommen würden. Pfarrerin Elsel sprach unter anderem davon, dass "das Rathaus ein Ort ist, wo Demokratie gelebt wird". Ein Gedanke, der an diesem Nachmittag in den verschiedenen Grußworten immer wieder aufgegriffen wurde.

Bürgermeister Michael Karmann (ZWdG/CSU) konnte zahlreiche politische Mandatsträger, so unter anderem Landrat Johann Kalb (CSU) und seine Stellvertreter Johann Pfister (BI) und Rüdiger Gerst (CSU) sowie Wolfgang Metzner (SPD), den Dritten Bürgermeister der Stadt Bamberg, begrüßen. Er rekapitulierte die Entstehungsgeschichte des neuen Rathauses und dankte für den reibungslosen Ablauf der Baustelle und die termingerechte Übergabe des Gebäudes.

Sein besonderer Dank galt dabei den 37 am Bau beteiligten Firmen, Büros und Fachplanern, aber auch den eigenen Rathausmitarbeitern und dem kommunalen Bauhof. Man sei sparsam mit den Ressourcen der Buttenheimer umgegangen, so Karmann, und habe dennoch einen funktionalen und zweckmäßigen Rathausbau umsetzen können. Durch die Übergabe des Neubaus an den Projektträgers KFB konnten rund 90 Prozent der Wertschöpfung in Buttenheim und in der Region bleiben.

Ebenso gratulierte Regierungsvizepräsident Thomas Engel zum neuen Rathaus und versprach darüber hinaus Unterstützung für die Gestaltung des Rathausumgriffs im Rahmen der Städtebauförderung. Architekt Christoph Gatz dankte für die gute Zusammenarbeit und das Miteinander aller am Bau Beteiligten und so "konnte ein Bau entstehen, der zu Buttenheim passt". Statt der sonst üblichen symbolischen Schlüsselübergabe überreichte er eine Torte in den Farben und mit dem neuen Buttenheimer Emblem.

Küsschen für die Gäste

Ein erfrischend herzliches und kurzes Grußwort kam von Piera Benedetti, der Bürgermeisterin von Ronzo Chienis, der italienischen Partnergemeinde Buttenheims. Sie lobte kurz das neue Rathaus, dankte für die Einladung, drückte ihren Buttenheimer Amtskollegen innig und verabschiedete sich mit Küsschen an die Anwesenden.

Der Singekreis Buttenheim unter der Leitung von Peter Günther sorgte für die stimmungsvolle musikalische Umrahmung der offiziellen Feier. Gleiches taten die Kinder von der Kindertagesstätte Sonnenschein, die auch ein Geschenk "für die noch vielen kahlen Wände im Rathaus" überreichten.

Nach dem offiziellen Teil hatte man ein buntes Rahmenprogramm für Familien mit Puppentheater, Bimmelbahn, Karussell, Glücksrad, Kinderschminken und Luftballonfiguren vorbereitet. Es gab Führungen durch das neue Rathaus und viele Besucher waren voll des Lobes für die "neuen und schönen Räume". Dazu kam auch eine Gesangseinlage mit anschließender Bilderprämierung des Malwettbewerbs der Deichselbachschule. "Fei fränkisch gell" unterhielt die Besucher musikalisch.

Fürs leibliche Wohl sorgte der Frauenbund Buttenheim wieder bestens und in gewohnter Weise.

Die Rathausverwaltung hat bereits Ende Juli das Gebäude bezogen und die Arbeit dort aufgenommen. Es ist das erste Projekt des geplanten Bürgerzentrums in der Mitte Buttenheims.

Der Umgriff des Rathauses mit dem "alten" Rathaus, dem Feuerwehrhaus und dem alten Schulgebäude wird im Rahmen eines Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) entstehen. Erste Abstimmungsgespräche und Voruntersuchungen haben schon stattgefunden. Nach dem vermutlichen Abbruch des alten Rathausgebäudes könnte unter anderem ein kleiner Vorplatz mit Aufenthaltscharakter entstehen, der die Bürger zum Verweilen einlädt. Eine Ladesäule für E-Autos und eine Ladesäule für E-Bikes sollen ihren Platz finden. Darüber hinaus muss die Parkplatzsituation geregelt werden. Bei allen Überlegungen ist die reibungslose Zu- und Abfahrt der Freiwilligen Feuerwehr Buttenheim zu gewährleisten.

Man darf gespannt sein, wie sich die Mitte Buttenheims in den kommenden Jahren weiterentwickeln wird.

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