Bamberg
Premiere

Der Mäuserich auf dem Mond

Mit dem Kinderstück "Armstrong - die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond" ist Chapeau Claque ein großer Wurf geglückt.
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Die kleine Maus Alexa kommt ziemlich traurig zu Opa Armstrong: Sie ist wieder durch die Käseprüfung gefallen. Foto: Michael Binder
Die kleine Maus Alexa kommt ziemlich traurig zu Opa Armstrong: Sie ist wieder durch die Käseprüfung gefallen. Foto: Michael Binder
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Als der amerikanische Astronaut Neil Armstrong in der Nacht vom 21. Juli 1969 seinen Fuß auf die Mondoberfläche setzte, sagte er den denkwürdigen Satz auf: "Das ist ein kleiner Schritt für den Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Mausheit." Den kritischen Zeitzeugen dieses in einem geheimen NASA-Fernsehstudio in der Bamberger Grafensteinstraße produzierten Mondlandungs-Fakes schien das schon damals ein großer Käse.

Jetzt, fünfzig Jahre danach, ist beim Kindertheater Chapeau Claque ein geheimes Dossier der NASA aufgetaucht, das Anlass gibt, die Geschichte der Mondfahrt neu zu schreiben. Sensationelle Premiere hatte jetzt die Mondlandungs-Doku über die Maus Armstrong.

Nun ist es also raus, dass es der alte Mäuserich Opa Armstrong war, der schon Jahrzehnte vor Peterchens und Neil Armstrongs Mondfahrt den Mond als erstes Lebewesen betreten und dabei erklärt hat: "Das ist ein kleiner Schritt für eine Maus, aber ein riesiger Schritt für die Mausheit". So kam es Jahre später zu Neil Armstrongs entlarvendem Versprecher.

Der Mars ist ein Käseleib

Fehlte nur noch, dass die NASA demnächst behauptet, amerikanische Astronauten seien die ersten Lebewesen auf dem Mars. Wo doch jeder weiß, dass der "Rote Planet" ein riesiger Cheddar-Käseleib ist, der kürzlich erst von einer Maus namens Armstrong und deren Mäuse-Enkeltochter Alexa besucht wurde. Beweise genug liefern die geheimen Filmaufnahmen der NASA, die eine Flagge mit dem Logo einer fliegenden Maus auf einem staubigen Mars-Acker zeigen. - Oder war's doch nur wieder der Mond?

So, und wer's jetzt immer noch nicht glaubt, dass die Maus Armstrong das erste Lebewesen auf dem Mond war, der muss halt zusehen, dass er Karten für die Chapeau-Claque-Produktion "Armstrong - Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond" bekommt. Da wird die Geschichte von der ersten bemausten Mondlandung endlich richtig erzählt. Christian Claas hat für Chapeau Claque die Spielfassung erfunden und eingerichtet. Und er zeichnet auch für die Musik zu diesem phantastischen Geniestreich nach dem Bilderbuch von Torben Kuhlmann verantwortlich.>

Tolle Schauspieler

Die Ausstattung (Karina Liutaia) des Stückes ist wahrhaft intergalaktisch stimmig gelungen und der Spielort erinnert wenigstens die erwachsenen Zuschauer an ein geheimes Fernsehstudio, in dem womöglich ein welthistorisches Ereignis nach dem anderen vorproduziert wird. Marie-Sophie Weidinger spielt die arme kleine Maus Alexa, die neuerlich ein Schuljahr wiederholen muss, weil sie wieder durch die Käseprüfung gerasselt ist. Sie tritt verzaubernd frech und auch einmal schrill und laut auf, ist aber vor allem witzig und köstlich phantasievoll.

Mäuse-Opa Armstrong ist eine Paraderolle für Valentin Kärner. Ihm kauft man jede Geschichte ab. Liebevoll sucht Opa Armstrong seiner Enkeltochter Trost zu spenden. Und siehe da, dass vermasselte Schuljahr rückt auf dem Mond in weite und schier irreale Ferne und der Blaue Planet funkelt den beiden Mondfahrern so verführerisch schön entgegen, dass sie unstillbares Heimweh danach bekommen und erkennen, wie kostbar diese Erde doch ist. Ein Schatz eben, den man bewahren sollte wie die schönsten Kindheitserinnerungen auch.

Für Klein und Groß

Ein Theaterereignis für kleine und große Kinder ist Chapeau Claque da gelungen, das die allmählich heraufdämmernde lange Wartezeit aufs Christkind spielend leicht überstehen lässt.

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