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Justiz

Alles auf Anfang: Der Gleusdorf-Prozess muss noch einmal komplett neu aufgerollt werden

Weil ein Richter länger krank ist, wird es nun wohl kein Urteil vor März geben. Die Zeugen und Sachverständigen müssen ein weiteres Mal aussagen.
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Das Verfahren wegen diverser Todesfälle in Schloss Gleusdorf wird nun noch einmal neu aufgerollt. Foto: Ronald Rinklef
Das Verfahren wegen diverser Todesfälle in Schloss Gleusdorf wird nun noch einmal neu aufgerollt. Foto: Ronald Rinklef

Eigentlich hätte der seit Juli laufende Prozess wegen diverser Todesfälle in der Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf im Januar zu einem Abschluss kommen sollen.

Doch weil laut Informationen aus Justizkreisen einer der Richter länger erkrankt ist, kann das Verfahren vor dem Landgericht nicht fristgerecht in der bisherigen Besetzung fortgesetzt werden. Deshalb wird nun ab dem 8. Januar noch einmal komplett neu verhandelt, mit einem Urteil ist daher wohl nicht vor Mitte März zu rechnen.

Am Wortlaut der Anklage gegen die frühere Heimleiterin, ihren Pflegedienstleiter und den damaligen Heimarzt wird sich auch in der Neuauflage nichts ändern. Ihnen wird weiterhin unter anderem gemeinschaftlicher Totschlag durch Unterlassen sowie die Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen, sie hätten sich laut Staatsanwaltschaft als "Herren über Leben und Tod" aufgespielt.

Schwierige Beweisaufnahme

In drei Fällen sei Senioren die erforderliche medizinische Versorgung nicht gewährt worden oder eine dringend gebotene Verlegung in ein Krankenhaus ausgeblieben. Und der Heimarzt habe Todesbescheinigungen falsch ausgestellt, um die tatsächlichen Todesumstände zu verschleiern.

Allerdings lieferten die bisherigen Zeugenaussagen und Sachverständigengutachten kaum belastbare Punkte, die für eine Verurteilung der drei Angeklagten reichen würden. Manche sagten vor Gericht ganz anders aus als zuvor bei der Polizei. Viele konnten sich nicht mehr an entscheidende Details erinnern. Einige frühere und auch jetzige Gleusdorf-Mitarbeiter bestritten alle Missstände, wie sie von den Belastungszeuginnen angeführt worden waren.

Nun müssen sie alle ein weiteres Mal in den Zeugenstand treten. Dass sich die Beweisaufnahme in der Neuauflage des Prozesses nun sehr viel anders gestaltet, ist allerdings kaum zu erwarten.

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