Bamberg
Luftbeobachter

Der blickt von oben verhütet Waldbrände von Forchheim bis Coburg

Die Aufgabe der Luftbeobachter ist es, den jeweiligen Ort des Geschehens so genau wie möglich zu bestimmen und den Einsatzkräften den Weg zu weisen.
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Nach dem Beobachtungsflug tankt der erfahrene Pilot Manfred Werth seine Maschine voll. Alle Fotos: Ronald Rinklef
Nach dem Beobachtungsflug tankt der erfahrene Pilot Manfred Werth seine Maschine voll. Alle Fotos: Ronald Rinklef
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Über den Wolken ist es heiß an diesem Dienstagnachmittag, was die Aufgabe der Luftbeobachter nicht unbedingt leichter macht. Nahe Eggolsheim kreist die vom erfahrenen Piloten Manfred Werth gelenkte DR 400 Remorqueur, während neben ihm Roland Kalb Bei bei deutlich über 30 Grad und der einen oder anderen "bockigen Thermik" den Blick über winzige Häuser und Karpfenteiche schweifen lässt.

Seit zehn Jahren ist Kalb ehrenamtlich als Luftbeobachter aktiv und einmal jährlich trifft er sich mit seinen Kollegen zur Standortschulung. Zwei Szenarien wurden zu Übungszwecken nachgestellt: Während nahe des Hallerndorfer Ortsteils Haid ein Segelflieger abgestürzt ist, steigt bei Bammersdorf Rauch zwischen den Bäumen hoch. Die Aufgabe der Luftbeobachter ist es, den jeweiligen Ort des Geschehens so genau wie möglich zu bestimmen, die Integrierte Leitstelle (deren Aufgabe für die Übung von der Forchheimer Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung wahrgenommen wird) zu informieren und den Einsatzkräften aus der Luft den Weg zu Brandherd oder Absturzstelle zu weisen. Manfred Werth fliegt bereits seit 40 Jahren Luftbeobachtungen, er hat schon einige Waldbrände erlebt und zu deren Bekämpfung beigetragen.

Die Beobachtungsflüge sind eine bayerische Besonderheit, Auftraggeber ist die Regierung von Oberfranken als verlängerter Arm des Innenministeriums. Wann geflogen werden soll teilt die Regierung wiederum der Stadt Bamberg mit, wo die Luftbeobachtung für das westliche Oberfranken von Coburg bis Forchheim koordiniert wird. "Wir liegen derzeit in der Region bei Waldbrandgefährdungsstufe 3 von 5", sagt Michael Nickles vom Amt für Umwelt-, Brand- und Katastrophenschutz der Stadt Bamberg. Bei Stufe 5 (sehr hohe Waldbrandgefahr) wird auch wochentags geflogen, bei 3 bis 4 nur an Wochenenden. Nickles teilt die Luftbeobachter ein, der Aero Club Bamberg die Piloten. Die jährliche Standortschulung in Bamberg dient neben dem Praxisteil auch der allgemeinen Information, etwa zu neuer Funktechnik.

An diesem Nachmittag gehen immer wieder richtige Hinweise der Luftbeobachter in der simulierten Leitstelle ein, erfahren die Feuerwehren vor Ort, wo das abgestürzte Flugzeug und wo der Pilot liegen, wo es im Wald brennen könnte. "Das ist auch für uns ein interessantes Übungsszenario", sagt Burkard Baumgärtner, der die Forchheimer Unterstützungsgruppe leitet. Doch bleibt es trotz aller Erfahrung eine anspruchsvolle Suche nach der Nadel in einem riesigen Heuhaufen, wird nicht jeder Luftbeobachter bei der Übung fündig. Und doch ist es für alle eine wichtige Trainingseinheit, um den Blick von oben zu schulen und so die Gefahr von Waldbränden einzudämmen.
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