Scheßlitz
Stadtrat

Dauerparker sollen aus der Stadt

Das Entwicklungskonzept für Scheßlitz soll intensiv beraten werden. Dabei geht es auch um die Bereiche Verkehr und Mobilität sowie Soziales und Freizeit.
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: Parkplätze sind in Scheßlitz durchaus rar. So leer wie hier am neuen Rathaus sieht es nur an Wochenenden und Feiertagen aus.  Foto: Udo Billen
: Parkplätze sind in Scheßlitz durchaus rar. So leer wie hier am neuen Rathaus sieht es nur an Wochenenden und Feiertagen aus. Foto: Udo Billen

Das Städtebauliche Entwicklungskonzept, das dem Stadtrat in den nächsten Jahren als Leitlinie bei seinen Entscheidungen für Scheßlitz dienen soll, beschränkt sich nicht auf den Städtebau und die Innenentwicklung. Wie bei der jüngsten Sitzung deutlich wurde, geht es vielmehr auch um die Themenblöcke Daseinsvorsorge und Wirtschaft, Verkehr und Mobilität sowie Soziales und Freizeit.

So schlug das Büro für Städtebau und Bauleitplanung Wittmann, Valier und Partner vor, gemeinsam mit den ansässigen Hausärzten am runden Tisch den "Gesundheitsstandort Scheßlitz" zu stärken und Ideen für ein MVZ (Medizinisches Versorgungskonzept) zu entwickeln.

Da Scheßlitz für die Nachbargemeinden im Umfeld eine bedeutende Rolle als Einkaufsstadt spielt, sei im Rahmen eines Nahversorgungskonzeptes zu prüfen, was der Ort noch vertrage und "wo die Rentabilität aufhört". In dem Zusammenhang wurde die Erstellung eines Einzelhandelskonzepts vorgeschlagen sowie die Gründung einer Werbegemeinschaft, die seitens der Stadt unterstützt werden soll. Ebenso ist demnach die Vernetzung ortsansässiger Betriebe anzustreben und zu fördern, beispielsweise mit einem Unternehmerstammtisch. Angeregt wurde auch, die Qualität des Wirtschaftsstandorts Scheßlitz stärker zu vermarkten.

Verkehr und Mobilität

Besonders hellhörig wurden die Stadträte beim Vorschlag von Gunter Schramm, die von Windischletten stadteinwärts führende Straße nach außen zu verlagern und in Verbindung mit einer zweiten Auffahrt zur Autobahn A70 zu planen sowie einer Straßenführung außen um das Zentrum herum. Das würde nicht nur das Verkehrsaufkommen an der Kreuzung bei St. Elisabeth erheblich reduzieren. Das würde zugleich auch die Innenstadt vom Durchgangs- und Schwerlastverkehr entlasten sowie zur Verkehrsberuhigung beitragen.

Insbesondere bei Autobahnsperrungen und Umleitungen käme das Konzept vollends zum Tragen. Allerdings und da war man gleich einer Meinung, ist das kein kurzfristig realisierbares Ziel. Zehn Jahre sind dafür mindestens anzusetzen. In kürzerer Zeit realisierbar ist eine Aufweitung des neuralgischen Kreuzungsbereichs. Mit Abbiegerspur, Fußgängerüberweg und Ampelregelung.

Angeregt wurde auch eine innerörtliche Radwegeführung. Weg von der Hauptstraße, z.B. am "Schießgraben" entlang. Anbindungen zum Zentrum könnten mit einer durchgehenden Beschilderung markiert werden. Überhaupt spielt das Thema "durchgehende Beschilderung" eine große Rolle in dem Konzept. Ebenso wie die Parkplatzsituation in Scheßlitz. Auch die ließe sich mit einem Verkehrsleitkonzept und Beschilderung in den Griff bekommen.

Kritisiert wurde seitens des Planungsbüros, dass es in der Innenstadt eine erhebliche Zahl von Dauerparkern gäbe. Bei einer Verkehrszählung ergab sich die beachtliche Zahl von 70 Prozent Dauerparkern, die über einen Zeitraum von drei bis zehn Stunden an gleicher Stelle standen. Um eine Verkehrsberuhigung in der Innenstadt zu erreichen, ist es daher sinnvoll, Dauerparker auf die Außenparklätze zu verweisen und den Parkplatzsuchverkehr im Zentrum zu reduzieren, indem z.B. die Parkdauer begrenzt wird. Damit die Maßnahme aber nicht verpuffe, sei eine Parkraumüberwachung notwendig.

In Verbindung mit Überlegungen zum öffentlichen Personennahverkehr kam die Schaffung eines "intermodalen Verknüpfungspunktes" von "verschiedenen Verkehrsträgern" (Bus, Kraftfahrzeug, Rad und Fußgänger) zur Sprache. Als Ort eignet sich dafür der Bereich des Bahnhofs. Vielleicht sogar in Verbindung mit Überdachung und Fahrplänen bzw. elektronischer Fahrplananzeige. Langfristig sollte die Stadtbusanbindung nach Bamberg angestrebt werden. Ebenfalls wurde die Einrichtung eines Bürgerbusverkehrs aus den umliegenden Ortschaften nach Scheßlitz vorgeschlagen. Bushaltestellen sollten überdacht und mit Fahrplänen ausstaffiert werden. Ein Angebot zum (E)-Car-Sharing sowie weitere Mitfahrerbänkchen an markanten Stellen gehörten zu den weiteren Vorschlägen in dem Bereich.

Soziales und Freizeit

Angebote für die Jungend wurden in Workshops mit den Jugendlichen in Scheßlitz erarbeitet und bereits von der Jugend im Stadtrat vorgestellt. Gewünscht werden Freizeitanlagen im Freien, wie beispielsweise eine Picknickwiese, Tischtennistische und eine Skaterbahn sowie ein Jugendtreff in einem der bereits angesprochenen Gebäude der Stadt. Zur Sprache kam ferner der Vorschlag für eine Beteiligung der Jugend an Planungen sowie ein Jugendparlament. "Als Signal an die Jungend" solle einer der genannten Vorschläge als "Sofortmaßnahme" in Angriff genommen werden.

Sich selbst stärker vermarkten

Scheßlitz und die Umgebung haben viel zu bieten. Zur Stärkung als "Raum für Naherholung" können mit Parkplätzen und der bereits angesprochenen durchgehenden Beschilderung "Einstiegspunkte für Wanderer und Radfahrer" angeboten werden. Ferner sind die "Highlights der Kommune", als Beispiel wurden Giechburg, Gügel und die historische Altstadt genannt, stärker zu vermarkten. Das kann auch in Verbindung mit der Homepage geschehen, die einer Überarbeitung bedarf.

Die Sanierung des Freibads soll in Angriff genommen und die Attraktivität als Familienbad gestärkt werden. Das beinhaltet auch die Ausweitung des Parkplatzes am Schwimmbad und mündet in dem Vorschlag, hier Besuchern auch einen Wohnmobilstelllpatz mit nötiger Infrastruktur und Sanitäreinrichtungen anzubieten.

Eine Fülle an Vorschlägen, die an dem Abend im Scheßlitzer Rathaussaal gemacht wurden und jetzt sprichwörtlich "auf dem Tisch liegen" sowie darauf warten, geprüft und umgesetzt zu werden. Dass dies eine "große Liste an Wünschen und Ideen" ist, bei der nicht alles auf einmal umgesetzt werden könne, und auch nicht ohne Blick auf die Finanzen, darauf machte Bürgermeister Roland Kauper zum Abschluss der Präsentation aufmerksam. In den folgenden Wochen sollen sich die Räte intensiv mit den Vorschlägen befassen. Für Mitte September ist gemeinsam mit den Planungsbüros ein Workshop vorgesehen, aus dem dann die Mission, das Zukunfts-Programm für Scheßlitz hervorgehen soll.

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