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Bamberg
Glaskunst

Das zweite Lüpertz-Fenster wird eingebaut

In diesen Tagen wird das zweite Fenster des Künstlers Markus Lüpertz in der St.-Elisabeth-Kirche eingebaut. Bis zum Adventsmarkt im Sand am Freitag soll alles fertig sein.
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Roland Prahl (links) und Christoph Gatz halten ein Segment des neuen Fensters in den Händen. Es ist zugleich die Lüftungsklappe.
Roland Prahl (links) und Christoph Gatz halten ein Segment des neuen Fensters in den Händen. Es ist zugleich die Lüftungsklappe.
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Seit 30 Jahren schon arbeitet Glasmalermeister Roland Prahl für Kirchen wie den Kölner Dom und andere Kathedralen. Doch noch immer sei es für ihn etwas Besonderes, "ein Lüpertz-Fenster zu machen", sagt er gegenüber unserer Zeitung. In diesen Genuss kommt Roland Prahl in Bamberg nun zum zweiten Mal: Seit Montag ist er mit seinem Kollegen Kunstglaser Philipp Schulz dabei, nach dem ersten Lüpertz-Fenster für die St. Elisabeth-Kirche das zweite einzubauen: Ein farbprächtiges Werk aus Ornamenten zum Bibelzitat "Was ihr den geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan (Mt 25,40)".

Damit bekommt das theologische Programm der Künstlerfenster seinen weitreichenden Akzent. Denn neben Szenen aus dem Leben der Heiligen Elisabeth sollen die sieben Werke der Barmherzigkeit dargestellt werden: Hungrige speisen, Obdachlose beherbergen, Nackte bekleiden, Kranke besuchen, Gefangene besuchen, Tote begraben, Almosen geben.

Am 10. September 2019 konnten die Schirmherren des Projekts "Markus Lüpertz Fenster", Oberbürgermeister Andreas Starke und Erzbischof Ludwig Schick, das erste Fenster "Alte Frau - Almosen geben" für die Öffentlichkeit enthüllen. Beide Herren werden am Samstag, 7. Dezember, um 12.30 Uhr für das zweite Fenster zum feierlichen Akt schreiten. Ob auch dieses Mal Meister Lüpertz persönlich anwesend sein wird, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Fest steht jedoch, zu welchem Thema das dann dritte Fenster erstellt werden soll: "Die Gemeinde von St. Elisabeth hat sich auf ‚Gefangene besuchen‘ geeinigt", berichtet Christoph Gatz, neben Pfarrer Hans Lyer einer der wesentlichen Motoren in der Spendensammlung für diese Glaskunst. "Neben Mitteln der Oberfrankenstiftung und der Welterbestiftung gab es bisher überraschend viele private Spenden", freut sich Gatz, räumt gleichwohl ein, dass sich der dritte Auftrag an die ausführende Glaskunstfirma Derix aus Taunusstein noch nicht abzeichne. "Das kann aber schnell gehen", vermutet Christoph Gatz.

Gerüst soll am Samstag weg sein

Zügig sind jedenfalls Roland Prahl und Philipp Schulz bei der Arbeit, damit wie vereinbart das Außengerüst an der St. Elisabeth-Kirche bis zum Adventsmarkt im Sand am kommenden Wochenende verschwunden ist. Unter Federführung des Bamberger Architekten Matthias Dietz haben sie erst einmal behutsam mit Hammer und Meißel das vermörtelte Wabenfenster aus den 1960er Jahren entfernt, um dann die elf Segmente des neuen Fensters einzusetzen: "Das ist dauerhaft haltbar für die nächsten fünfhundert Jahre!", verspricht Roland Prahl und erzählt aus dem Herstellungsprozess für das Lüpertz-Fenster.

Zunächst, so Prahl, werde das mundgeblasene Echtantikglas geätzt, dann nach den Vorgaben des Künstlers bemalt, die Farben im Ofen bei 600 Grad Celsius eingebrannt. Danach werden die Einzelteile mit Bleiruten zu einem Geflecht zusammengefügt. "An einem Fenster arbeiten zwei Personen etwa zwei Monate", bilanziert der Glasmalermeister.

"Kunstgeschichtlich haben die bisherigen Fenster nicht in diese gotische Kirche gepasst", betont Roland Prahl und zeigt auf die abgelegten Überreste. Sechseckige Bleiverglasung sei im Barock üblich gewesen: "Die Elisabeth-Kirche braucht wie ursprünglich farbige Fenster", erklärt der Experte. Obendrein solche, die christliche Glaubensinhalte in die Welt tragen.

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