Memmelsdorf
Energiemesse

Das Thema Energie zieht

Viele Besucher informierten sich im Kreisbauhof Memmelsdorf über die aktuellen Trends in Sachen Mobilität, Wohnen und Arbeiten in Zeiten des Klimawandels.
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Landrat Johann Kalb erprobt einen umweltfreundlichen E-Roller.  Fotos: Matthias Hoch
Landrat Johann Kalb erprobt einen umweltfreundlichen E-Roller. Fotos: Matthias Hoch
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Fast 70 Aussteller rund um die Bereiche Energieeffizienz und Nachhaltigkeit waren am Sonntag in den Kreisbauhof Memmelsdorf gekommen, um Interessierten neue Technologien vorzustellen, Lösungsvorschläge für individuelle Probleme anzubieten und erste Kontakte zu knüpfen. Die Klima- und Energieagentur Bamberg, will mit der Energiemesse Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit anbieten: Wie kann man Mobilität, Wohnen und Arbeiten in Zeiten des Klimawandels so gestalten, dass auch die Generationen nach uns noch eine lebenswerte Welt vorfinden?

Bei der Eröffnung dankten Landrat Johann Kalb (CSU) und Bambergs Dritter Bürgermeister Wolfgang Metzner (SPD) Josef Martin und seinem Team von der Klima- und Energieagentur für die Organisation und die Durchführung der Energiemesse. Bei einer nicht-repräsentativen Umfrage waren es insbesondere die Fragen nach einer modernen Heizungsanlage, die die Besucherscharen in den Kreisbauhof führten. Viele wollten sich über regenerative Heizsysteme informieren bzw. gaben unumwunden Wissensdefizite zum Thema Photovoltaik, vertikale Kleinwindkraftanlagen, Möglichkeiten zum Energiespeichern oder zur Erdwärme zu. Bei zahlreichen Fachvorträgen, so unter anderem zur Frage der energetischen Sanierung von Dach, Wand und Kellerdecke, konnte man noch zusätzliche Informationen mit nach Hause nehmen.

Interessant waren sicherlich auch die verschiedenen Aussteller zum Thema Elektro-Mobilität. Die Besucher konnten sich ein Bild über E-Autos, E-Roller, E-Bikes und Elektromobilität bei Nutzfahrzeugen machen und dabei viele Modelle gleich ausprobieren. Ein kleiner Segway-Kurs war immer gut besucht.

Eine nicht ganz einfache Aufgabe ist es für Robert Martin und seine Mitstreiter jedes Jahr, Aussteller für die Messe zu gewinnen. Gerade in diesem Bereich sind die Auftragsbücher meistens voll und da steht dann ein Messestand und dessen Betreuung nicht unbedingt ganz oben auf der Prioritätenliste. Doch im nächsten Jahr soll es wieder eine Energiemesse geben, schließlich will man das zehnjährige Jubiläum feiern, und die stetig steigenden Besucherzahlen zeigen den Organisatoren, dass das Messeformat passt und die Nachfrage und das Informationsbedürfnis ungebrochen ist.

Frage der Steuern

Nach den Worten des Geschäftsführers der Klima- und Energieagentur wäre es für die Zukunft wichtig, dass es steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten für Einfamilienhausbesitzer bei der energetischen Sanierung gäbe. Das könnte ein substantieller Schritt hin zur Reduzierung des Wärmebedarfs und damit zum Erreichen der Klimaziele werden.

Unter dem Motto "Strom aus der Region - für die Region" hat die Agentur gerade ein Konzept zum Aufbau eines regionalen Strommarktes im Landkreis vorgelegt. Öko-Stromerzeuger und Verbraucher aus dem Landkreis sollen zusammengebracht werden um damit die Wertschöpfung vor Ort zu erhalten. Das Projekt wird über die Regionalwerke vermarktet.

In diesem Jahr konnte Thorsten Glauber (FW), Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, als Schirmherr für die Veranstaltung gewonnen werden. Zusammen mit Landrat Kalb stellte er sich einer Podiumsdiskussion mit Vertretern der Bewegung "Fridays for future". Alina Utzmann (16) und Lea Battert (15) vom Eichendorff-Gymnasium, Markus Dittmann (17) vom Franz-Ludwig-Gymnasium und Luis Drechsel (16) vom E.T.A. Hoffmann-Gymnasium hatten sich in Zusammenhang mit dem Projekt "Demokratie leben" für diese Diskussion gemeldet, Fragen vorbereitet und Themenbereiche abgesprochen. Ganz gleich, ob es nun um Fragen des ÖPNV, der Schülerbeförderung, der fehlenden bzw. sich in einem schlechten Zustand befindlichen Radwege, oder die Frage nach einer Kerosin- oder vielleicht einer -Steuer ging, die Jugendlichen sprachen die Probleme an, die ihnen wichtig sind.>

Auch kleine Schritte wichtig

Der Umweltminister informierte über geplante Maßnahmen aus seinem Ressort und plädierte unter anderem dafür, dass man Mobilität heute anders denken müsse. Das geht von der Taktung der öffentlichen Verkehrsmittel, über die Fahrzeuge, das Stadt/Land-Gefälle in diesem Bereich, bis hin zu einer besseren Finanzierung des ÖPNV. Er sprach über die Notwendigkeit einer Kerosin-Steuer und "wie wichtig auch kleine Schritte für den Klimaschutz sind" und dass "Klimaschutz gelebt werden muss". Doch gleichzeitig sollte sich "jeder an seine eigene Nasse fassen und über seine eigene ganz persönliche -Bilanz nachdenken".

Man hätte sich bei der Diskussion ein paar mehr der örtlichen Mandatsträger gewünscht. Die politischen Vertreter hätten dann mitnehmen können, wie ernst junge Menschen die Gefahren des Klimawandels und die -Belastung nehmen und wie wichtig ihnen Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Aufklärung und Information sind. Der Bamberger Landrat und der bayerische Umweltminister äußerten sehr viel Zustimmung für die "Fridays for Future"-Bewegung und fanden Verweise für die für ihre Zukunft protestierenden Schüler nicht angemessen.

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