Eine Vielzahl von wütenden Briefen und E-Mails war über das Rathaus hereingebrochen, seit in der schmalen Anwohnerstraße an Pfingsten ein eingeschränktes Halteverbot eingeführt worden war. Grund genug für Bürgermeister Andreas Schwarz (SPD), die neue Parkregelung in der Pfarrer-Rickert-Straße auf die Tagesordnung des Strullendorfer Gemeinderats zu setzen. Schwarz war sich aber sicher: "Eine optimale Lösung werden wir nicht finden."

Weil offenbar die Müllfahrzeuge häufiger Probleme hatten, in der engen Straßen durchzukommen, hatte sich die Entsorgungsfirma an das das zuständige Landrats amt gewandt. Daraufhin hatte sich der Bauausschuss Mitte Mai mit dem Thema beschäftigt und war dabei dem - nach einem Vor-Ort-Termin - vom Landrats gemachten Vorschlag gefolgt. Mit 9:2 Stimmen beschloss der Ausschuss mit sofortiger Wirkung ein beidseitiges eingeschränktes Halteverbot in der Pfarrer-Rickert-Straße anzuordnen.

Nachdem noch am Freitag vor Pfingsten die entsprechenden Schilder aufgestellt wurden, war die Empörung bei zahlreichen Anwohnern groß. "Einmal in der Woche kommt für zehn bis 15 Minuten die Müllabfuhr. Deshalb wird die Straße, in der ich wohne, die restliche Zeit gesperrt", berichtete ein Anwohner dem Fränkischen Tag. Sein Unverständnis teilten auch andere und sammelten Unterschriften. Zahlreiche Zuschriften, in denen der Unmut sich Bahn brach erreichten auch das Rathaus.

Diese waren offenbar nicht immer von Sachlichkeit geprägt. Bürgermeister Schwarz sah sich deshalb bei der Beratung des Themas im Gemeinderat - vor zahlreichen betroffenen Zuhörern - dazu veranlasst, um eine sachliche Kritik und Debatte zu bitten. Obwohl er selber kein Befürworter des Beschlusses gewesen sei, mache es ihn doch traurig, wie nun die Mandatsträger angegriffen würden. "Die Tonart ist teilweise nicht in Ordnung", stellte Schwarz fest. Es dürfe nun kein Graben zwischen den politischen Gremien und der Bürgerschaft gezogen werden.

Eine Lösung für drei Straßen


Der Aufforderung folgte eine intensive Diskussion im Gemeinderat, an deren Ende der Beschluss stand, die Parksituation und eine mögliche Lösung des Problems gemeinsam mit Verkehrssachverständigen von Polizei und Landratsamt bei einer Begehung vor Ort zu suchen. Und zwar nicht nur für die Pfarrer-Rickert-Straße, sondern auch für die Franz-Stettner-Straße, die Pestalozzistraße und die Grabenstraße.

Im Wesentlichen wiederholte sich, wie von den Beteiligten zu hören war, die Diskussion aus dem Bauausschuss. "Es war eine schwierige Entscheidung. Wir haben Sie uns nicht leicht gemacht", sagte etwa Bernhard Zöllner (Neue Liste). Er verteidigte den Beschluss und verwies auf die geringe Durchfahrtsbreite der Straße, die maximal fünf, an manchen Stellen aber auch weniger als 4,70 Meter betrage. Wenn geparkt werde - und "es parkt nicht jeder ordnungsgemäß am Rand" - sei die polizeilich geforderte Durchfahrtsbreite von drei Metern nicht gewährleistet. Die ebenfalls vom Landratsamt vorgeschlagene und vom Bürgermeister favorisierte Idee, in der Pfarrer-Rickert-Straße drei Müllsammelplätze einzurichten lehnte er ab: "Wer will schon 15 bis 20 Mülltonnen vor seinem Haus stehen haben." Für eine konsequente Beibehaltung des Parkverbotsbeschlusses sprach sich Angelika Saffer aus. "Es geht nicht nur um den Müll, es geht auch um Rettungsfahrzeuge", führte sie an.

Eine zeitliche Begrenzung auf die Tage der Müllabfuhr - wie sie auch in der Diskussion war - mache deshalb keinen Sinn. "Es mag ein harter Beschluss sein, aber er ist leider Gottes notwendig", rechtfertigte Sie ihre Position. Bürgermeister Andreas Schwarz schlug schließlich vor, zusammen mit Verkehrssachverständigen ein Gutachten zu erstellen und das dann mit den Betroffenen Bürgern zu besprechen.

Da durch das Parkverbot aber auch schon Anwohner auf angrenzende Straßen ausweichen, wo sich die räumliche Situation aber auch nicht viel besser darstellt, schlug Saffer vor, auch Franz-Stettner-, Pestalozzi - und Grabenstraße einzubeziehen. Den entsprechenden Beschluss trugen die Gemeinderäte einstimmig.