Bamberg
Jubiläum

Das Festjahr geht weiter

Am Dreifaltigkeitssonntag feierte eine große Gemeinde den 950. Geburtstag der St. Gangolf-Kirche. Bis November geht der Festreigen weiter.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die barocken Zwiebeltürme von St. Gangolf passen zur Gärtnerstadt. Foto: Marion Krüger-Hundrup
Die barocken Zwiebeltürme von St. Gangolf passen zur Gärtnerstadt. Foto: Marion Krüger-Hundrup
+2 Bilder
Das virtuose Orgelspiel von Professor Edgar Krapp brachte das "Halleluja" aus dem "Messias" von Georg Friedrich Händel so richtig zum Jubeln. Der gebürtige Bamberger Krapp hatte das Stück zum Einzug in den Festgottesdienst gewählt, mit dem am Dreifaltigkeitssonntag das 950. Jubiläum der St.Gangolf-Kirche in der Theuerstadt begangen wurde. Und damit der Geburtstag des ältesten erhaltenen Gotteshauses in Bamberg.

Natürlich waren die St. Gangolfer zur Messe mit Generalvikar Georg Kestel und Pfarrer Heinrich Hohl geströmt. Doch auch aus den Nachbarpfarreien St. Otto und Maria Hilf Wunderburg, die mit St. Gangolf einen Seelsorgebereich bilden, stimmten viele Gläubige in das Lied "Großer Gott, wir loben dich" ein, zu dem Gastorganist Krapp noch eine freie Improvisation lieferte.
Nur der Dauerregen trübte die sorgfältige Planung des Festes: Statt wie erhofft im Freien auf der Theuerstadt trafen sich die Gottesdienstbesucher zur anschließenden Agape im Liederkranzheim.

Das Jubiläum dient der Gemeinde St. Gangolf durchaus als "Selbstzweck": Sie will sich der eigenen Wurzeln bewusst werden und darauf aufbauend in die Zukunft blicken. "Wird es zur 1000-Jahrfeier 2063 noch eine lebendige Gemeinde geben?" fragen die Autoren des Festprogramms. Und: "Wird die Kirche als Gebäude in heutiger Gestalt Bestand haben? Wie muss sich die Gemeinde in den nächsten Jahren organisieren und arrangieren, damit St. Gangolf weiterhin ein Platz für Gebet und Gottesdienst, für Trauer, Trost und Freude ist?"

Die Wurzeln liegen im Jahr 1063, als die St. Gangolfs-Kirche am Dreifaltigkeitssonntag geweiht wurde. Seitdem ist sie - zunächst als Kirche eines Kollegiatsstiftes bis zur Säkularisation 1803 und die letzten 200 Jahre als Pfarrkirche - durchgängig ein Ort des Gebetes und des Gottesdienstes.

Die Zukunftsbewältigung beginnt für die Gemeinde mit dem Naheliegendsten: mit der facettenreichen Gestaltung des Festjahres 2013. Schon seit dem Monat März locken verschiedene Veranstaltungen wie künstlerische Bildbetrachtungen, Fastenessen, Chorprojekt oder Erinnerungsabend mit ehemaligen pastoralen Mitarbeitern.

Der Festgottesdienst war sicher der Höhepunkt im Festreigen, der weiter geht. Am Samstag, 2. Juni, startet die "Kleine Fronleichnamsprozession" durch die Gärtnerstadt. Vom Freitag, 14. Juni, bis Sonntag, 16. Juni, steht das Gemeindefest im Zeichen des Jubiläumsjahres. Ein besonderes Schmankerl dürften dabei die "Fränkischen Tänze mit der Gruppe Bocksgalopp" und das integrierte Kindergarten-Sommerfest sein. Am Donnerstag, 4. Juli, bildet die "Ewige Anbetung" in der Pfarrkirche einen spirituellen Akzent. An den Donnerstagen 26. September und 10. Oktober laden Vorträge ein, etwa der von Professor Horst Weigelt über "Schwanhäuser Kustus von St. Gangolf". Johannes Schwanhäuser gilt als der Frühreformator in Bamberg.

Am Sonntag, 13. Oktober, geht es auf zur Pfarrwallfahrt, am Samstag, 19. Oktober zum beliebten Cochabambaball im Klemens-Fink-Zentrum. Der Samstag, 16. November, bietet einen Liederabend im Kreuzgang. Das Christkönigsfest am Sonntag, 24. November, bildet das Ende des Fest- und Kirchenjahres.

Einen Wermutstropfen müssen die St. Gangolfer heuer allerdings auch schlucken: Ihr Pfarrer Heinrich Hohl verlässt die Gemeinde und tritt am 1. September seine Vollzeitstelle im Generalvikariat an. Bisher schon ist Domvikar Hohl stellvertretender Generalvikar. Er wird am Sonntag, 28. Juli, offiziell in St. Gangolf verabschiedet.




Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren