LKR Bamberg
Freizeit

Darum darf es bei uns keine Langeweile geben

Dank Kreisjugendpflegerin Angelika Trunk können Kinder und Jugendliche in den Ferien aus einem großen Angebot auswählen, die Eltern Geld sparen.
Artikel drucken Artikel einbetten
In diesem Jahr fast 100 Angebote gegen Langeweile stark, der Ferienpass. Er wurde heuer 25.Foto: Anette Schreiber
In diesem Jahr fast 100 Angebote gegen Langeweile stark, der Ferienpass. Er wurde heuer 25.Foto: Anette Schreiber

Sackhüpfen und Eierlauf sind unschlagbar. Bei der Jugend und über die Jahrzehnte hinweg. Gerade in den Ferien willkommene Abwechslung. Angelika Trunk hat sich in den Jahrzehnten seit 1980 viel einfallen lassen müssen, um der Langeweile von Ferienkindern entgegen zu wirken. Ihr ist es zu verdanken, dass seitdem zigtausende Kids und Jugendliche im Landkreis während der schulfreien Wochen Abwechslung gefunden haben. Vor allem dank der Angebote im Ferienpass, den es heuer seit 25 Jahren gibt. Vieles wurde ausprobiert, einiges wieder verworfen. Über die Zeiten Bestand hat, genau, Eierlauf und Sackhüpfen beim großen Ferienprogrammfest in Rattelsdorf. Anfänge: Seit dem Jahr 1980, in dem die Diplom-Sozialpädagogin Angelika Trunk ans Landratsamt Bamberg kam, hat der Landkreis eine Kreisjugendpflegerin. Die Vorläufer des Ferienpasses bildeten Spieletreffs wie der in Steinfeld 1981 mit seinerzeit 150 Kindern. Ab da gab es in den 80ern wöchentlich zwei derartige Treffs, die Angelika Trunk organisieren und koordinieren musste. Ferienpass: In den 90ern schaffte der Landkreis einen Bauwagen mit Spielutensilien an, das Spielmobil. Dieses musste von den Gemeinden abgeholt werden und war von Montag bis Freitag eingeteilt. In anderer Form rollt es noch heute durch die Region. Mit den gemeindlichen Jugendbeauftragten entwickelten sich gemeindliche Ferienprogramme und die Kreisjugendpflegerin brachte die Idee eines kreiseigenen Ferienpasses von Treffen und Seminaren mit. 1994 wurde der erste Ferienpass mit 50 Veranstaltungen für alle Kinder und Jugendlichen aus dem Landkreis aufgelegt. Die damaligen Höhepunkte: Besuch eines Schäfers und eines Imkers und das Familiensommerfest in Rattelsdorf. Herausforderungen: Angelika Trunk versucht immer, das anzubieten, was der Jugend gefällt. Im vergangenen Jahr war das etwa der Besuch der Boulder (Kletterhalle). Es gilt, möglichst breit aufgestellt zu sein. Immer noch attraktiv geblieben sind Badbesuche oder der Gutschein für eine Kugel Eis. Außerdem, Tagesausflüge, Tiere und Spiele mit Preisen oder Teilnahmeurkunden gehen immer. Preis: Mit vier Euro ist der Preis für den Ferienpass, der seit 1996 gemeinsam mit der Stadt Bamberg herausgegeben wird, stabil geblieben. Nutzt man alle Angebote ließen sich allein in diesem Jahr über 200 Euro sparen. Zahlen: Die Angebote (ermäßigte Preise und Eintritte und Gutscheine) erstrecken sich auf Orte in einem Radius von etwa 60 Kilometern. Der Landkreis bezuschusst die Angebote allein seit 2008 mit jährlich etwa 10 000 Euro. Im Landkreis Bamberg leben 20 841 Kinder und Jugendliche (also von vier bis 18 Jahren). Mindestens 8000 von ihnen erwarben den Ferienpass jedes Jahr. Fazit: Früher hatte man meist Pech, wenn die Eltern in den Ferien nicht mit einem verreisten. In der Zwischenzeit, so die Kreisjugendpflegerin, wird Daheimgebliebenen ein äußerst umfangreiches und abwechslungsreiches Ferienprogramm geboten - im Zusammenspiel von Gemeinden, gemeindlichen Jugendbeauftragten, Vereinen und der Kreisjugendpflegerin. Freilich werden Kinder und Eltern auch immer anspruchsvoller.

Aber allein in diesen Ferien hatte der Ferienpass knapp 100 Angebote - auch wenn das Familienspielfest in Rattelsdorf kurzfristig (Wetter) abgesagt werden musste. Sackhüpfen und Eierlauf wird's dann wieder 2020 geben.

KOMMENTAR

Gute Strategie

Ich habe es noch genau vor dem geistigen Auge: Das Gefühl der Erleichterung, dass die Schule endlich vorbei ist und dann das gleich darauf folgende Gefühl: Angst vor Langeweile, sechs zähe Sommerwoche lang. Das ist jetzt schon über vier Jahrzehnte her. Aber hätte es nicht engagierte Pädagogen wie Kreisjugendpflegerin Angelika Trunk gegeben, wäre dieser Zustand von Ferienkindgeneration zu Ferienkindgeneration vererbt worden.

Was über die Zeit ziemlich gleich geblieben ist, das sind wohl die Grundbedürfnisse, deren Erfüllung Kids Zufriedenheit beschert: Der Mix aus Herausforderung, Wettbewerb, Spiel, Spaß, Spannung; und wenn's geht, eine schöne Erinnerung daran. Etwa in der Form von kleinen Preisen oder Urkunden.

Der Landkreis mit seiner Kreisjugendpflegerin an der Spitze hat es von Anfang an verstanden, hier zu investieren. Und die Gemeinden ins Boot zu holen, sprich, sie ermuntert, ihrerseits Ferienangebote zu schaffen. Kluge Vereinsführungen verstehen es, auf diese Weise neue Mitglieder zu gewinnen.

Auf jeden Fall ist es heute so, dass man nicht mehr der große Verlierer ist, sollten die Eltern nicht mit einem verreisen. Ein Ferienpass, der im Jahr 2019 fast 100 Angebote enthält, ist der beste Beweis für eine erfolgreiche Strategie, bei der sich Landkreis und Stadt Seite an Seite engagieren. Damit gibt es keinen Grund mehr für Angst vor Langweile.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.