Bamberg

Coburger Straße in Bamberg bekommt neues Gesicht

Kurz hinter der Kreuzung Memmelsdorfer Straße baut das Studentenwerk Würzburg ein neues Wohnheim für 110 Studierende. Die Bagger sind schon in Aktion.
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Wohnen im ehemaligen Gärtnerland: Für rund 110 Studierende der Otto-Friedrich-Universität kann das ab dem übernächsten Wintersemester (2015/2016) Realität werden. Auf einem räumlich günstig gelegenen Grundstück zwischen den Uni-Standorten Innenstadt, Feldkirchenstraße und dem Campus auf der Erba-Halbinsel baut das Studentenwerk Würzburg an der Coburger Straße ein neues Wohnheim.

Auf dem Areal kurz hinter der Kreuzung Memmelsdorfer Straße/Ludwigstraße/Coburger Straße sind bereits die Bagger angerückt und haben den Mutterboden abgetragen. Die ersten Spundwände sind gesetzt.
Voraussetzung für die Genehmigung war ein Bebauungsplan, den der Stadtrat erst vor wenigen Wochen abgesegnet hat.
Dieser sieht auf der ehemaligen Gärtnerfläche im Dreieck zwischen Coburger Straße, Memmelsdorfer Straße und Gundelsheimer Straße außer dem Studentenwohnheim noch Lagerflächen für die ansässigen Steinmetzbetriebe und eine intensive Durchgrünung vor.

Der ursprüngliche Plan, das Gelände als Erweiterungsfläche für den Friedhof zu nutzen, wurde von der Stadt nicht mehr weiterverfolgt: Die Abnahme der Erd- und die Zunahme der Feuerbestattungen führten dazu, dass im Friedhof immer weniger Platz benötigt wird.

Das Studentenwerk Würzburg steigert mit dem Neubau an der Coburger Straße sein Angebot an Studentenzimmern und -appartements in Bamberg auf fast 1000. Sein größtes (und ältestes) Heim ist das an der Pestalozzistraße mit 566 Wohneinheiten. Es folgen - als Komplex - die Judenstraße 2 mit 95 Wohneinheiten, die Judenstraße 8/10 mit 48 und das Haus im Balthasargässchen mit 30. In der Hornthalstraße gibt es weitere 56 Studentenwohnungen des Studentenwerks, in der Keßlerstraße 37 und am Oberen Stephansberg 25. Mit den zusätzlichen 110 an der Coburger Straße kratzt der Bauträger dann schon fast an der 1000er-Marke.

Weitere Anbieter mit einer nennenswerten Zahl von Studentenwohnungen in Bamberg sind die Joseph-Stiftung, die in ihren Häusern "Obere Mühlen" sowie "St. Anno" in der Hegelstraße 256 Plätze geschaffen hat und vermietet, sowie die Diakonie Neuendettelsau mit 213 Wohnplätzen im Collegium Oecumenicum in der Josef-Kindshoven-Straße.

Die Baugenossenschaft Stadt- und Landkreis Bamberg e. V. stellt seit wenigen Monaten 153 Appartements in der Brennerstraße 114 zur Verfügung. Außerdem haben mehrere private Bauunternehmen in den vergangenen Jahren zur Linderung der studentischen Wohnungsnot in Bamberg beigetragen, indem sie Eigentumswohnanlagen für Anleger geschaffen haben, die ihre Wohneinheiten an Studierende vermieten: zum Beispiel in der Don-Bosco-Straße, an den Wachsbleichen und auf der Erba-Insel (379).

Einen großen Teil dieser privaten Wohnungen, nämlich 430, verwaltet die Stadtbau GmbH. Weitere 236 Wohnungen für Studenten wird es auf dem Schaeffler-Gelände geben.

Nur durchschnittliche Quote

Trotz aller Bemühungen liegt Bamberg nach Auskunft des Präsidenten der Otto-Friedrich-Universität, Godehard Ruppert, mit seiner "Wohnheimquote, also dem Verhältnis der Wohnheimplätze zur Zahl der Studierenden (derzeit 12 000 Immatrikulierte, d. Red.) im Durchschnitt". Dieser allerdings sei insbesondere im internationalen Vergleich nicht sehr hoch. Laut Ruppert "besteht also ganz grundsätzlich Handlungsbedarf. Wir sollen uns international messen und messen lassen, treten aber mit schlechteren Bedingungen in der Infrastruktur an. In Bamberg kommt noch hinzu, dass der Wohnungsmarkt bekanntermaßen gerade im preisgünstigeren Bereich stark belastet ist. Insofern freuen wir uns selbstverständlich über jede zusätzliche Wohnmöglichkeit für unsere Studierenden."

Das Studentenwerk als Bauherr sowie die Planer - h.s.d. architekten, Lemgo - sehen in dem dreigeschossigen Neubauprojekt an der Coburger Straße eine "städtebauliche Reaktion auf das heterogene bauliche Umfeld und auf die längsgerichtete Grundstückssituation mit einer langgestreckten dynamischen Gebäudeform" (siehe Grafik aus dem Haus h.s.d. architekten).

Es werden eine "klare Raumkante" und ein Straßenraum an der Coburger Straße gebildet, heißt es in der Beschreibung. Zur Straße hin wird ein Laubengang vorgeblendet, um den Lärm der Straße und der Bahnlinie von den Bewohnern fernzuhalten und um Heizenergie zu sparen. Die Zufahrt erfolgt von der Gundelsheimer Straße aus. Rund 7 Millionen Euro wird das Studentenwerk Würzburg investieren.
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