Bamberg
Bauauftakt

Chapeau Claque: Das neue Domizil rückt näher

Das Kinder- und Jugendtheater Chapeau Claque wird bis Ende des Jahres seine neue Spielstätte auf dem Schaeffler-Gelände beziehen. Dementsprechend groß war die Freude beim Spatenstich.
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Kinder übernehmen den Spatenstich, ganz zur Freude der Offiziellen. Fotos: RiegerPress
Kinder übernehmen den Spatenstich, ganz zur Freude der Offiziellen. Fotos: RiegerPress
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Die Zeit der langen schlaflosen Nächte müssten bei Markus Hörner, dem Geschäftsführer von Chapeau Claque, nun der Vergangenheit angehören. Denn nach langem Zittern, einigen großen Kraftanstrengungen und dem zweiten Anlauf hat es endlich geklappt: Das Theaterteam erhält in wenigen Monaten eine eigene Spielfläche. Daher war die Stimmung bei der gestrigen Grundsteinlegung auf dem ehemaligen Schaeffler-Gelände heiter und ausgelassen. "Die Finanzierung steht, die Baupläne sind gemacht. Wir können also die Tage mit dem Baubeginn anfangen", freute sich Hörner.

Es ist mittlerweile der zweite Anlauf von Chapeau Claque, eine neue Spielfläche zu finden, der den vielseitigen Bedürfnissen des Kinder- und Jugendtheaters gerecht wird. "Das Projekt in der Luitpoldstraße ist damals trotz intensivster Bemühungen an zwei Punkten gescheitert: Zum einen fehlten uns die Sicherheiten und zum anderen hat uns damals die Wirtschaftskrise eiskalt erwischt, sodass wir nicht genügend Sponsoren finden konnten", erinnert sich Markus Hörner.

Inzwischen jedoch habe sich die Situation grundlegend geändert. Zum einen verfügt Chapeau Claque mit dem Erwerb des alten Fabrikgebäudes - welches von der Investorengruppe Denkmal Neu GmbH dem Verein für eine symbolische Kaufsumme überlassen wurde - nunmehr über ausreichend Sicherheiten. Und zum anderen konnten im letzten Jahr viele Sponsoren aufgetrieben werden. Über 200 Grundstein-Bausteine wurden von privaten Förderern, aber auch Firmen bis heute erworben. Hinzu kommen noch offizielle Fördergelder wie beispielsweise der Oberfrankenstiftung, dem bayerischen Kulturfond und der Dr. Robert Pfleger-Stiftung.

"Die Baukosten betragen mit dem Ankauf und dem Ausbau um die 760 000 Euro. 78 Prozent hiervon sind aus Fördertöpfen. Den Rest finanzieren wir aus Eigenmitteln und Spendengeldern", schildert Hörner. Zudem brächten sich bei dem Umbau viele Menschen mit Eigenleistung ein. So hätten sich unter anderem Berufsschüler, die Handwerkskammer und andere angesagt, die tatkräftig mithelfen wollen, dass die neue Spielstätte zu einem "Schmuckkästchen" wird.

Doppelte Fläche

In der alten Fabrikhalle stehen Chapeau Claque künftig 600 Quadratmeter zur Verfügung. Im Vergleich: Der aktuelle Spielort in der Grafensteinstraße umfasst gerade einmal knapp 270 Quadratmeter. Damit hat der Verein mehr als das Doppelte an Raum zur Verfügung. Neben einem 200 Personen umfassenden Theaterraum sollen in der Fabrikhalle auch eine Caféteria, ein Mehrzweckraum sowie eine Werkstatt eine neue Heimat finden.

"Wir wollen in der alten Seilerei künftig ein deutlich erweitertes Angebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene anbieten", so der Geschäftsführer. Neben dem beliebten Kindertheater sollen dort auch die Theaterpädagogik für Schulen und Gruppen sowie andere Projekte Platz finden. Auch soll der Industriecharakter des Gebäudes mit seinen fast sieben Meter hohen Decken weitestgehend erhalten bleiben. Die Fertigstellung des Ausbaus soll im Herbst dieses Jahres abgeschlossen sein.

Bürgermeister Christian Lange (CSU) freute sich beim Spatenstich über die neue Spielstätte. Sei sie doch künftig eine kulturelle Bereicherung des Bamberger Nordens und der Gärtnerstadt. Und der Landtagsabgeordnete Heinrich Rudrof (CSU), ein langjähriger Begleiter von Chapeau Claque, brachte zum Bauauftakt einen Spendenscheck der ehemaligen Besitzerin Maria Elisabeth Schaeffler in Höhe von 5000 Euro mit.
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