Er ist 33 Jahre jung und lebt seit 2004 in Bamberg: der ehemalige Radprofi Felix Rohrbach, der heute einen Fahrradladen in der Unteren Königstraße betreibt. Einmal im Jahr hat Rohrbach besonders viel zu tun: Wenn die Organisation des Bikemarathons in der Fränkischen Schweiz ansteht. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus einer Straßen-Rundfahrt von bis zu 180 Kilometern Länge am Samstag und einem Mountainbikerennen über drei Distanzen am Sonntag. Sie ist auch Teil der so genannten Ritchey-Challenge.

Für die Region im Osten Bambergs ist der Fränkische-Schweiz-Marathon eine sehr gute Gelegenheit, sich als attraktive Ferienregion zu präsentieren. Dennoch stößt die Veranstaltung nicht nur auf Gegenliebe. Wird das Radrennen langfristig überleben?
Die beteiligten Gemeinden und das Landratsamt sowie Stadtmarketing haben die Chance für die Radregion erkannt, zumal wir über 80 Prozent überregionale bzw. ausländische Teilnehmer haben. Freilich ist es richtig: Wir mussten in den vergangenen Jahren auch viele Widerstände überwinden, nicht zuletzt auch bei Grundeigentümern und Privatwaldbesitzern. Dennoch ist es immer wieder gelungen, einen Kompromiss zu finden, mit dem alle Beteiligten leben können. Die Veranstaltung gibt es nun schon seit acht Jahren. Wenn alle Beteiligten weiter an einem Strang ziehen, könnten es nochmal acht Bikemarathons werden.

Ein Radrennen mit rund 800 Teilnehmern über mehrere Hundert Kilometer auf der Straße und im Gelände - das ist eine Großveranstaltung. So etwas zu organisieren, kostet für ein kleines Team viel Zeit und Energie. Was treibt die Macher an? Oder kann man mit dem Fahrradmarathon Geld verdienen, wie immer mal wieder behauptet wird?
Als ehemaliger Radprofi habe ich schon an mehreren Hundert Radrennen teilgenommen, unter anderem an der Bayern-Rundfahrt 2001. Es hat mich schon immer gereizt, mal selbst ein solches Event auszurichten. Das positive Feedback der Teilnehmer und die hohen Starterzahlen motivieren mich zum Weitermachen, auch wenn mein Radladen "Bonanza Radmobil" und meine Familie in der langen Vorbereitungsphase darunter leiden. Ich gehe jedes Jahr ein hohes finanzielles Risiko ein und hoffe natürlich, dass wir am Ende mit einem kleinen Plus rausgehen. Aber Geld kann man nicht damit verdienen.

Die drei Strecken des Mountainbike-Rennens haben sich heuer wieder etwas geändert. Unter anderem habt Ihr ein paar neue Single-Trails von Tiefenellern auf den Stammberg hinauf eingebaut; die "Mauer von Lohndorf" muss nicht mehr gefahren werden. Beim Weltkulturerbelauf, nur um einen Vergleich zu nennen, sind die Strecken jedes Jahr genau die gleichen - und genau das schätzen die Teilnehmer, weil sie sich mit ihren Zeiten vergleichen können. Warum der ständige Wechsel?

Es wäre sicher am einfachsten, die Strecke jedes Jahr gleich zu lassen. Allerdings weiß ich aus eigener Erfahrung, dass es sehr langweilig werden kann, wenn man als Teilnehmer jedes Jahr dieselben Strecken fahren muss. Daher mache ich mir mit meinem Orga-Team die Arbeit, hier immer etwas Abwechslung zu schaffen, um das Event auch für treue Dauerteilnehmer attraktiv zu halten. Auch hat man mit der etwas geänderten Streckenführung durchs Ellertal nun die Möglichkeit nach der Verpflegungsstation in Lohndorf etwas zu verdauen bevor es den nächsten steilen Berg hinaufgeht.

Die Langstrecke beim Bergradrennen bringt es auf fast 100 Kilometer und 2400 Höhenmeter - eine Riesendistanz. Haben Sie auch etwas im Angebot, was man als Otto Normalradfahrer bewältigen könnte?
Am Samstag beim Rennradmarathon haben wir eine 55 Kilometer lange und am Sonntag beim Mountainbike-Marathon eine 27 Kilometer lange Einsteigerrunde. Die Höhenmeter und fahrtechnischen Anforderungen sind auf diesen beiden Strecken angepasst.Hier kann sich jeder zutrauen teilzunehmen, auch wenn die Form noch nicht ganz stimmt.

Zumindest am Sonntag soll das Wetter ja warm und sonnig werden. Für alle, die sich erst in letzter Minute dazu entscheiden, beim Mountainbike-Rennen mitzumachen, wie lange können sie Sich anmelden, und was kostet die Teilnahme?
Ja, es schaut gut aus dieses Jahr! Selbst ein kleiner Schauer sollte keinen richtigen Radfahrer abschrecken. Man kann sich noch bis eine Stunde vor dem Start vor Ort nachmelden. Je nach Steckenlänge variiert das Startgeld zwischen 25 und 45 Euro. Für das Mountainbike-Kids-Race fallen nur fünf Euro an.

45 Euro sind ja nicht gerade ein Pappenstiel. Warum ist das Rennen so teuer?
Die Teilnehmer müssen sehen, was sie dafür bekommen. So haben wir heuer ein schönes Rad-Trikot im Marathon-Design im Wert von 49 Euro für jeden Teilnehmer.
Weiterhin nimmt jeder an einer Verlosung teil. Im Ziel gibt's kostenlose Massagen und ein Nudelgericht, Snacks und Getränke. Natürlich haben wir auch mehrere Verpflegungsstationen an der Strecke aufgebaut.

Wo können Zuschauer das Mountainbike-Rennen miterleben?
Interessant ist es natürlich, beim Start im Stadion des ASV Naisa Litzendorf dabei zu sein, wenn sich der Tross von mehreren hundert Fahrern um 10 Uhr in Bewegung setzt. Leicht zu erreichen sind auch die Streckenpunkte am Ortseingang in Tiefenellern, wo die Strecke Richtung Stammberg abzweigt, aber auch im kleinen Jura-Dorf Lindach oder unterhalb des Gügels und im Tal zwischen Pünzendorf und Peulendorf. Genaue Strecken- und sonstige Informationen gibt´s auf unserer Homepage www.bikemarathon.net