Burgwindheim
Bürgerbedürfnisse

Burgwindheim: Anliegen von A wie Arzt bis W wie Wasser

Die Burgwindheimer wünschen sich eine ausgedehntere ärztliche Betreuung, ein öffentliches WC im Ortskern sowie endlich eine geordnete Trinkwasserversorgung im Gemeindeteil Untersteinach.
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Das ist der Anliegerweg, in den die Wassertrasse verlaufen soll.Fotos: Konrad Götz
Das ist der Anliegerweg, in den die Wassertrasse verlaufen soll.Fotos: Konrad Götz
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Gut 1400 Menschen leben in der Marktgemeinde Burgwindheim. Was ihnen unter den Nägeln brennt, trugen sie in den vier Bürgerversammlungen vor. Hauptanliegen sind eine ausgedehntere ärztliche Betreuung, eine öffentliche Möglichkeit der "Entsorgung" und endlich eine zeitgemäße Trinkwasserversorgung im Gemeindeteil Untersteinach, also der Anschluss an die Auracher Gruppe. Mit Lösungen für diese Themen befasste sich nun auch der Marktgemeinderat in der von Erstem Bürgermeister Heinrich Thaler (CSU) geleiteten Sitzung.

Unproblematisch war es, eine Lösung für die Sache mit den öffentlichen Toiletten zu finden: Nachdem die WC-Anlage im Rathaus im vergangenen Jahr mit erheblichen Mitteln auf den neuesten Stand gebracht war, bietet sie sich sozusagen als Standort im Ortszentrum hervorragend auch als öffentlich zugängliche Toilettenanlage an.
In nichtöffentlicher Sitzung beschloss das Gremium, die
Toiletten durch eine Glaswand im Eingangsbereich so abzugrenzen, dass dieser Bereich durchgängig zugänglich ist, während die übrigen im Unter- und Obergeschoss, davon abgetrennt werden. Der Auftrag wurde vergeben, so dass Burgwindheim in Kürze ein öffentliches WC haben wird.

Auf die neue Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hingegen setzt der Bürgermeister, was eine ausgedehntere ärztliche Versorgung der Gemeindebürger auf dem flachen Land betrifft. Die Voraussetzungen dafür zu schaffen sei wohl Sache der Politik, zeigt sich das Gremium überzeugt.

Ungeduldig wird der Marktgemeinderat allerdings, was die Trinkwasserversorgung des Gemeindeteils Untersteinach betrifft. Burgwindheim ist Mitglied des Wasserzweckverbandes Auracher Gruppe und möchte als solches schon seit längerem Untersteinachs Anschluss. Die Vorarbeiten (Planung) sind bereits erfolgt. Allerdings hängt die Verzögerung nun auch mit den komplizierten Rechtsverhältnissen zusammen. Ein Abschnitt der Versorgungstrasse müsste im Erdreich in einem so genannten Anliegerweg verlegt werden. Dafür sind die rechtlichen Voraussetzungen (Eintragung der Grunddienstbarkeit, als Erlaubnis die Leitung zu verlegen und zu warten) erforderlich, wie die Auracher Gruppe betont. Bevor die Grunddienstbarkeit nicht amtlich (buchbar) ist, will die Auracher Gruppe nicht tätig werden.


Das rechtliche Problem, so erklärte Verwaltungschef Walter Hanslok dem FT auf Nachfrage, liegt darin, dass besagter Weg (etwa 500 Meter lang mit einer Fläche von gut 2000 Quadratmetern) nicht als eigenes Grundstück im Grundbuch eingetragen ist. Vielmehr sind jeweils Anteile des Weges anliegenden Grundstücken zugeordnet. Das bedeutet in der Folge, wenn hier eine Grunddienstbarkeit für besagte Flurnummer 120 eingetragen wird, gilt sie für alle anliegenden Grundstücke. Eine Art Blankoscheck, dass auch auf den Grundstücken Leitungen verlegt werden könnten. Darin manifestieren sich die Bedenken der Anlieger.

Der Königsweg, so der Bürgermeister, wäre ein so genannter freiwilliger Landtausch, in der Art eines kleinen Flurbereinigungsverfahrens mit vorheriger Vermessung, das hier für Klarheit sorgen könnte. Bis zur Eintragung ins Grundbuch würde das mindestens über ein Jahr und der Gemeinde zu lange dauern, befanden die Ratsmitglieder. Denn 2014 sollen auf jeden Fall die Bagger rollen, ist sich der Gemeinderat einig. Keine Einigung - über eine mögliche andere Trassenführung - besteht allerdings zwischen Auracher Gruppe und Gemeinde.

Kurz vor Sitzungsbeginn war die Verwaltung mit Hilfe des Vermessungsamtes auf eine weitere Möglichkeit gestoßen: Dazu müssten die Anlieger eine notarielle Urkunde unterschreiben, die den Anlieger- zum Eigentümerweg macht, womit jedem sein Anteil zugeordnet wird.

Diesen Vorschlag macht die Verwaltung nun einerseits den Anliegern der elf Grundstücke (mit acht Eigentümern) und der Auracher Gruppe. "Von unserer Seite gibt es keine Aufschubfrist, im Frühjahr muss gebaut werden", forderte der Bürgermeister mit Blick auf "die geplagten Untersteinacher".

Die Verhältnisse für etliche der 125 Anwohner in den 33 Untersteinacher Anwesen sind allerdings unzumutbar, wie immer wieder anklang. Sie beziehen ihr Wasser bisher aus Hausbrunnen, wobei in einigen Fällen der Sulfatgehalt so hoch ist, dass das Wasser verfärbt ist und Geräten wie Waschmaschinen schadet. Betroffene holen sich Wasser auswärts. "Zustände wie in Afrika", zitierten Gemeinderäte einen FT-Artikel vom Juni diesen Jahres hierzu.

"Das geht jetzt lang genug so zu," befand Zweiter Bürgermeister Andreas Habersack (CSU) und auch Franz Werner (CUW) drängte auf ein Handeln. Notfalls muss die Gemeinde zu Mitteln wie Einweisung und Duldungsbescheid greifen. Auf jeden Fall wird nun der Beschluss über das weitere Vorgehen an das Landratsamt weitergeleitet, wobei man allerdings Details des Schreibens der Auracher Grupppe zur Burgwindheimer Angelegenheit nicht unwidersprochen lässt.
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