Bamberg
Entscheidung

Bundesgerichtshof: Revision von Heinz W. als unbegründet verworfen

Das Bamberger Landgericht hatte den Gefäßmediziner Heinz W. im Oktober 2016, unter anderem wegen schwerer Vergewaltigung, verurteilt.
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Das öffentliche Interesse war groß: Der sogenannte Chefarzt-Prozess hatte deutschlandweit für Aufsehen gesorgt. Archivfoto: Ronald Rinklef
Das öffentliche Interesse war groß: Der sogenannte Chefarzt-Prozess hatte deutschlandweit für Aufsehen gesorgt. Archivfoto: Ronald Rinklef

Das Landgericht Bamberg hat den Angeklagten wegen schwerer Vergewaltigung in sechs und schwerer sexueller Nötigung in fünf Fällen sowie wegen schweren sexuellen Missbrauchs und weiterer Vergehen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Jahren und neun Monaten verurteilt und gegen ihn ein fünfjähriges Berufsverbot verhängt.

Nach den Feststellungen des Landgerichts nahm der ehemalige Chefarzt des Klinikums Bamberg in den Jahren 2008 bis 2014 in der genannten Klinik an insgesamt zwölf Frauen in sediertem Zustand sexuelle Handlungen vor, führte teilweise Finger oder Gegenstände ein und hielt dies fotografisch und/oder filmisch fest. Zudem filmte er heimlich die Patentochter seiner Ehefrau. Während der Angeklagte die äußeren Umstände im Wesentlichen einräumte, wies er insbesondere ein sexuelles Motiv zurück und gab an, stattdessen neue Diagnosemöglichkeiten für Beckenvenenthrombose eingesetzt zu haben.

Gegen das Urteil haben der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. Der Angeklagte wendet sich mit seinem Rechtsmittel gegen den Schuld- und Strafausspruch.

Der Bundesgerichtshof hat die Revision des Angeklagten als unbegründet verworfen, weil das angefochtene Urteil des Landgerichts Bamberg keinen Rechtsfehler zu seinem Nachteil enthält. Das teilte die Pressestelle des Bundesgerichtshofs mit.

Wie von Bernd Weigel, Sprecher des Oberlandesgerichts Bamberg, zu erfahren war, muss über die Revision der Staatsanwaltschaft noch entschieden werden. Diese hatte eine höhere Strafe gefordert.

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