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Landesgartenschau

Bürger müssen draußen bleiben: Frust bei Gartenschau-Fans

Die Landesgartenschau endet am Sonntag, viele freuen sich schon auf kostenlosen Zugang zum Erba-Park. Doch sie müssen sich wohl noch bis zum Frühjahr gedulden.
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Ab 8. Oktober müssen die Bamberger draußen bleiben. Die Frage ist nur, wie lange die  Zäune stehen. Ursprünglichen Plänen zufolge bis April 2013.
Ab 8. Oktober müssen die Bamberger draußen bleiben. Die Frage ist nur, wie lange die Zäune stehen. Ursprünglichen Plänen zufolge bis April 2013.
Wer die Erba-Insel mit Park und Fischpass in diesem Jahr noch einmal erleben will, sollte sich beeilen und er kommt um den Eintritt zur Landesgartenschau nicht herum: Mit dem Ende der Großveranstaltung am Sonntag soll das komplette Gelände erst einmal dichtgemacht werden.

Dies nicht nur für ein paar Wochen, sondern mindestens bis Ende des Jahres, möglicherweise gar bis zum Spätfrühling 2013. Wie Stephanie Schirken-Gerster von der Landesgartenschau sagte, wird diese Zeit benötigt, um die Pavillons, die gastronomischen Einbauten und die Blumenbeete so zu entfernen, dass das Gelände der Öffentlichkeit als Ganzes übergeben werden kann.

Doch der Aufwand für die Arbeiten, zu denen auch das Einebnen der so genannten Patchwork-Gärten gehört, ist nur die halbe Wahrheit, so jedenfalls dringt es aus dem Rathaus Maxplatz. Die andere: Der Park soll der Stadt und damit der Öffentlichkeit aus steuerlichen Gründen nur im Ganzen übergeben werden.

Erinnerungen an Uferwege

Wer sich durch diesen Hinweis an die unrühmliche Vorgeschichte der Landesgartenschau erinnert fühlt, liegt nicht falsch. Auch bei der Eröffnung der beiden Uferwege zwischen Markusbrücke und Fünferlessteg gab es eine massive Abwehrhaltung seitens der Stadt gegen eine vorzeitige Öffnung. Damals fürchtete man im Finanzreferat, eine vorzeitige Eröffnung könnte die Vorsteuerabzugsfähigkeit der Gartenschau GmbH gefährden. Auf Intervention von OB Starke und anderen wurden die Wege trotzdem im Frühsommer 2011 freigegeben.

Ein ähnlicher Streit steht der Stadt nun auch nach der Gartenschau ins Haus. Während ein Teil im Rathaus sich dafür einsetzt, den Park im Paket zu übergeben, fragt sich unter anderen Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD), weshalb einzelne Teile wie zum Beispiel die Spielplätze, das Freakcity-Spielfeld oder auch die Kleingarten-Siedlung nicht bereits früher an die Öffentlichkeit übergeben werden könnten und nicht erst im April 2013, wie es drohen würde, käme es zur Komplettübergabe. "Die Bamberger Bürger sollen das LGS-Gelände so schnell wie möglich erobern können", sagt das Stadtoberhaupt. Starkes Vorschlag: "Die Zäune sind doch vor Ort und können nach Bedarf dort eingesetzt werden, wo gerade gebaut wird. "

Großer Erwartungsdruck

Für diese pragmatische Haltung plädiert auch Harald Lang von der Gartenschau-Gesellschaft. Er sieht einen großen Erwartungsdruck in der Öffentlichkeit. Schließlich waren es die Bürger, die den Park mit ihren Steuergeldern finanziert und in den letzten Monaten schätzen gelernt haben. Nun die Erba für ein halbes Jahr dicht zu machen, werde die Öffentlichkeit kaum verstehen.

Die Entscheidung darüber, wie lange die Bürger draußen bleiben müssen aus ihrem Bürgerpark, ist auch mit der Frage verbunden, welche der festen und mobilen Einbauten auf dem Gelände verbleiben sollen. Den Beschluss darüber soll der Stadtrat am 24. Oktober fällen. Doch schon heute zeichnen sich Prioritäten ab.

Bühne Inselspitze: OB Starke setzt sich dafür ein, dass die Stadt die Bühne übernimmt. Unklar sind derzeit die Kosten; außerdem fehlt es noch an einem Konzept für die Bespielung.

Erba-Ausstellunng: Für die viel gelobte historische Schau im Erbaturm wurde eine Lösung gefunden, die keine Kosten aufwerfen soll. Laut OB Starke besteht die Chance, sie im neuen Uni-Gebäude unterzubringen. Der Komplex wird am 10. Oktober eingeweiht.

Schiffssteg: Die Stadt will die Anlegestelle im Regnitzarm nach Möglichkeit erhalten. Es gibt offenbar auch positive Signale von den Betreibern des Schiffverkehrs. Harald Lang glaubt, dass das Erba-Gelände auch in Zukunft ein Anlaufpunkt für Touristen sein wird.

Pavillon von Stadt und Land: Der Pavillon wird nicht auf dem Gartenschaugelände stehen bleiben, derzeit wird ein Käufer gesucht.

Stauden-Schnäppchen: Gartenfreunde haben bereits ein Auge auf die vielen Staudenpflanzen in den Beeten der Gartenschau geworfen. Was passiert mit ihnen, sofern sie nicht in den neuen Erba-Park integriert werden? Nach dem derzeitigen Stand wird es am 13. Oktober einen Abverkauf geben.
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