Bamberg
Prozess

Nach Geständnis im Bamberger Prügelprozess: Opfer verzichtet auf Schadensersatz und Schmerzensgeld

Die beiden Angeklagten gestehen zu Beginn des Prozesses ihre Taten. Das Opfer des Schlägerei auf einer Geburtstagsparty in Bamberg verzichtet auf Schmerzensgeld und Schadensersatz und verwundert mit Aussage.
Artikel drucken Artikel einbetten
Nach einer Geburtstagsfeier kam es zu einer brutalen Schlägerei. Die beiden Täter sind wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchtem Totschlags angeklagt. zum Prozessauftakt legten sie ein Geständnis ab. Symbolfoto: Christopher Schulz
Nach einer Geburtstagsfeier kam es zu einer brutalen Schlägerei. Die beiden Täter sind wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchtem Totschlags angeklagt. zum Prozessauftakt legten sie ein Geständnis ab. Symbolfoto: Christopher Schulz

In einem Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchten Totschlags auf einer Party haben die zwei Angeklagten vor dem Landgericht Bamberg zugegeben, einem damals 21-Jährigen Faustschläge und Fußtritte verpasst zu haben. "Es tut mir von Herzen her leid", sagte der 25-jährige Angeklagte zu Prozessbeginn am Freitag. Auch der 24-jährige Tatverdächtige entschuldigte sich bei dem Opfer. Als Motiv gaben sie Schulden an, die der 21-Jährige nicht beglichen haben soll, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.

Das Opfer überrachste mit seiner Aussage: "Ich hab's verdient", sagte der damals 21-Jährige am Freitag vor dem Landgericht Bamberg. Der Mann wollte auf Nachfrage des Richters weder Schadenersatz noch Schmerzensgeld. Der Vorsitzende Richter bescheinigte ihm eine seltsame Vorstellung von Gerechtigkeit.

Schlägerei auf Geburtstagsfeier: Tritte hätten lebensgefährlich sein können

Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Männern vor, bei einer Geburtstagsfeier im Januar den 21-Jährigen zunächst mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben. Später sollen sie draußen so auf ihn eingeprügelt haben, dass er zu Boden ging. Dann sollen sie mehrfach gegen den Körper und den Kopf des Mannes getreten haben. Die Schläge und Tritte hätten laut Anklage lebensgefährlich sein können. Der Mann erlitt Prellungen und eine Verletzung oberhalb des Auges.

Außerdem sollen sich die beiden gegen eine Festnahme gewehrt haben, einer habe auch Polizisten beleidigt.

Nach Geständnis zu Prozessbeginn: Denkzettel für das Opfer

"Ich wollte ihm halt einen kleinen Denkzettel verpassen", sagte der 25-Jährige vor Gericht aus. Er habe dem Opfer Geld geliehen, zudem habe ihm der damals 21-Jährige noch ein bis zwei Flaschen Schnaps geschuldet. Doch dieser habe nur "Ausreden und leere Versprechungen" gemacht. Schulden hatte er den Aussagen zufolge auch bei der damaligen Freundin des anderen Angeklagten: Der junge Mann soll mehrere Monate in ihrer Wohnung gelebt haben, ohne sich finanziell an der Miete oder Einkäufen zu beteiligen.

Alle drei räumten vor Gericht Alkoholprobleme ein. Die beiden Angeklagten seien abhängig, bestätigte ein Gutachter vor Gericht. Er empfahl ihnen eine Therapie. Obwohl sie zum Tatzeitpunkt fast drei Promille intus gehabt hätten, seien sie sich ihrer Tat bewusst gewesen.

Im Prozess sind noch drei Verhandlungstage angesetzt, ein Urteil wird Ende September erwartet.

 

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren