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Bamberg
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Brose Baskets werben für Inklusion in der Region

Die Brose Baskets beteiligen sich derzeit an der Aktion "integra MENSCH". Die Bundesliga-Basketballer setzen sich dabei auf großen Werbeplakaten für die Eingliederung von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt ein.
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Die Initiatoren setzen sich gemeinsam für die gute Sache ein. Foto: RiegerPress
Die Initiatoren setzen sich gemeinsam für die gute Sache ein. Foto: RiegerPress
Vor und nach jedem Spiel der Brose Baskets ist es seit jeher Tradition, dass die Spieler sich um die Mittellinie versammeln, im Kreis aufstellen und sich gemeinsam an den Händen fassen, um ihre Teamverbundenheit zu demonstrieren. "Genau dieses starke Zeichen von Teamgeist hat uns von ,integra Mensch' angesprochen. Denn auch Inklusion ist Teamarbeit", betont Kuno Eichner, Leiter der gemeinnützigen Einrichtung.

Umso mehr freut sich Eichner jetzt, dass die Basketballer sich selbst an der Aktion "Bamberg bewegt" beteiligen und sich auf großen Werbeplakaten für die Eingliederung von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt stark machen. Mit diesen oder ähnlichen Kampagnen sei es in den letzten neun Jahren gelungen, dass über 110 Menschen mit körperlicher, psychischer oder geistiger Behinderung in Unternehmen der Region in ganz normalen Berufen arbeiten können.

Überhaupt unterstützen die Brose Baskets die
Arbeit von "integra Mensch" schon seit langem. So gebe es immer wieder Freikarten für Fans, die sich solche eigentlich gar nicht leisten können. "Und jetzt", schildert Manager Wolfgang Heyder, "sind die größten Fans zusammen mit ihren Basketballidolen auf einem Plakat". Und genauso wie man auf dem Werbeplakat - gesponsert von der Firma Ströer Media AG, die zwar selbst keine Stelle anbieten könne, aber 100 Plakatstandorte zur Verfügung stellte - auf einer Ebene sei, genauso wolle man auch mit den Berufsangeboten auf Augenhöhe sein. "Menschen mit Behinderungen wollen nicht wie kleine Kinder mit Vornamen angeredet werden und Jobs machen, die keiner machen will. Sondern jeder soll nach seinen Fähigkeiten sich voll und ganz ins Berufsleben einbringen können", betont Eichner. Dabei wolle man niemanden den Arbeitsplatz "wegnehmen", sondern vielmehr die Arbeitgeber der Region anregen, neue zu schaffen.

"Die Stadt, der Landkreis, das Erzbistum und andere führende Politiker haben das Projekt zur Chefsache erklärt. Und auch die Stadt Bamberg hat inzwischen fünf neue Arbeitsstellen für Menschen mit Behinderung geschaffen", erläutert Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD). Dabei soll es aber nicht bleiben. Daher werde man nun versuchen noch stärker in die Berufswelt einzudringen und weitere neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Dies, so betont Ulrich Striebl, Vorstand des Wirtschaftsclubs Bamberg, schaffe man aber nicht mit Stellenausschreibungen. Hier bedarf es eines immer größer werdenden Netzwerkes. "Wir müssen alles, was Bamberg ausmacht, sprich Politik, Sport, Weltkulturerbe und Musik mobilisieren und für die Idee begeistern", fordert Striebl. Denn alle, so ergänzte Klaus Gallenz, Vorstandsvorsitzender der Bamberger Lebenshilfe, die sich darauf eingelassen hätten, würden nun nicht nur mit einem "neuen" motivierten Mitarbeiter belohnt. "Denn Menschen mit Behinderung tragen dazu bei, dass das Arbeitsklima in Betrieben noch positiver wird", sagt Gallenz. Zudem würden diese oftmals Fachkräfte von Routinearbeiten entlasten.

Laut Gallenz gehen derzeit rund 500 Menschen mit Behinderung zum Arbeiten in die Werkstätten der Lebenshilfe. "Wenn es den Gemeinden und Unternehmen in der Region Bamberg gelingt, von 25 Neuaufnahmen im Jahr rund die Hälfte in Berufe außerhalb der Lebenshilfe zu bringen wäre dies ein großer Erfolg", unterstreicht Gallenz.
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