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Feuer

Brand im Bamberger Ankerzentrum: Ermittler rätseln um Brandursache

Die Ermittlungen der Brandfahnder der Kriminalpolizei und des Landeskriminalamtes zum Feuer im Bamberger Ankerzentrum für Asylbewerber laufen weiterhin. Noch immer ist unklar, was die Brandursache war.
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Das durch den Brand beschädigte Gebäude bleibt gesperrt. Foto: Sebastian Schanz
Das durch den Brand beschädigte Gebäude bleibt gesperrt. Foto: Sebastian Schanz

Die Beamten können bisher auch den Brandherd nicht genau bestimmen.

"Aufgrund des hohen Zerstörungsgrades gestalten sich die Ermittlungen schwierig. Außerdem sind weitere Vernehmungen von Zeugen erforderlich, die größtenteils mit Dolmetschern durchgeführt werden müssen", berichtet Alexander Czech, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken auf Nachfrage. Dabei betont die Polizei erneut: "Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen liegen für den Brand keine Anzeichen für einen politischen motivierten Hintergrund oder eine Einwirkung von außen vor."

Der Brandort ist aufgrund der andauernden Ermittlungen noch nicht freigegeben. Weitere Einzelheiten werden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht veröffentlicht.

Bei dem Brand Ende September war ein Schaden von rund zwei Millionen Euro entstanden, verletzt wurde niemand.

Die Regierung von Oberfranken, Betreiber des Ankerzentrums, wartet die Ermittlungen ab, bis sie über die Zukunft des Gebäudes entscheidet. "Vor einer Freigabe werden keine Maßnahmen im Hinblick auf das Gebäude ergriffen", berichtet Pressesprecher Jakob Daubner.

Lohnt sich eine Sanierung? Muss das Gebäude abgerissen werden? Soll ein Neubau entstehen? "Erst nach der Freigabe und intensiver Prüfung durch das Staatliche Bauamt Bamberg können diese Frage beantwortet werden", antwortet die Regierung.

Abläufe im Ernstfall

Als Reaktion auf den Brand wurden demnach die bestehenden Brandschutzmaßnahmen erneut evaluiert. "Dies wird regelmäßig mit allen Rettungsorganisationen durchgeführt, da der Brandschutz ein wichtiger Baustein des Sicherheitskonzeptes ist", berichtet Daubner. Weil der Brand irgendwo im Bereich des Dachbodens ausgebrochen war, die Zugänge zu dem über drei Reihenhäuser verlaufenden Gang aber immer verschlossen sein sollten, wird nun kontrolliert: "Jetzt werden mehrmals täglich die verschlossenen Zugänge zum Dachgeschoss überprüft", schreibt Daubner in Bezug auf die anderen ehemaligen Kasernengebäude des Ankerzentrums.

Wie weit sind die Pläne gediehen, Gebäude aus dem Bestand des Ankerzentrums herauszulösen und der Stadt Bamberg zur Verfügung zu stellen? "Es gab ein Gespräch zwischen der Stadt Bamberg, dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann und der Regierungspräsidentin von Oberfranken Heidrun Piwernetz", antwortet die Regierung auf Nachfrage. Innenminister Herrmann stellte hierbei in Aussicht, im Januar 2019 angesichts der dann aktuellen Flüchtlingssituation über weitere Bamberger "Gebäudewünsche" auf dem Gelände der Anker-Einrichtung zu reden.

Weiter berichtet Daubner: "Wenn der Neuzugang von Flüchtlingen in den nächsten Monaten weiter rückläufig ist, könnten von den gegenwärtig als Reserve gehaltenen Unterkunftsgebäuden eventuell ein oder zwei für Wohnnutzung freigegeben werden."



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