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Nach Bosch-Brand in Bamberg: Neue Details zur Brandursache bekannt

Nach dem Großbrand auf dem Firmengelände bei Bosch in Bamberg gibt es neue Details zur Brandursache. Alle Informationen zum Brand im Überblick bei inFranken.de.
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In dem Bosch-Werk in der Bamberger Robert-Bosch-Straße hat sich am Donnerstag (7. November 2019) ein Großbrand ereignet. Mehr als 200 Rettungskräfte waren im Einsatz. Die Schadenshöhe ist gewaltig. Was das Feuer in dem Produktionsbereich für Galvanik ausgelöst hat, ermittelt die Polizei. Hier gibt es alle Details zum Brand bei Bosch in Bamberg.

Update vom 19.11.2019: Polizei hat neue Details zur Brandursache

Nach dem Brand einer Fabrikhalle im größten Werk des Autozulieferers Bosch geht die Polizei von einem technischen Defekt aus. "Es deutet vieles darauf hin, dass die Galvanik den Brand ausgelöst hat", sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Bislang gebe es keine Hinweise auf einen menschlichen Fehler.

Momentan werde die Anlage zur Beschichtung von Oberflächen aber noch untersucht, teilte eine Sprecherin des Unternehmens mit. Ein abschließendes Gutachten zur Brandursache wird laut Polizei in den nächsten Tagen erwartet.

Die Produktion lief vergangene Woche stufenweise wieder an. Bosch schätzte den Schaden am Gebäude auf rund eine Million Euro.

Update vom 11.11.2019: Neue Details zum Brand im Bamberger Bosch-Werk

Nach dem Großbrand am Donnerstag haben die Mitarbeiter im Bosch-Werkteil 1/2 am Montagvormittag wieder die Arbeit aufgenommen. "Der Fertigungsbetrieb läuft für den Großteil der Erzeugnisse stufenweise wieder an", berichtet Unternehmenssprecherin Ulrike Kümmel. In dem unmittelbar vom Brand betroffenen Produktionsbereich in der Zündkerzenherstellung kann es aber aktuell noch nicht mit der Fertigung weitergehen.

Irritationen gab es zum Wochenstart zur Einschätzung der aktuellen Gefährdungslage in der Halle. Nachdem das Polizeipräsidium Oberfranken zunächst vor einer Einsturzgefahr gewarnt hatte, betonte Bosch noch in der Nacht auf Montag: "Eine Einsturzgefahr des Gebäudes besteht nicht." Lediglich die rund 240 Quadratmeter große Fläche um den Brandherd bleibe gesperrt. Insgesamt misst die Halle demnach 37 000 Quadratmeter.

Großbrand im Bosch-Werk Bamberg: Hinweise auf technischen Defekt

Rund um den Brandherd in der Zündkerzenfertigung gibt die Kriminalpolizei jedoch noch keine Entwarnung: "Im Bereich des Brandes besteht weiterhin die Gefahr, dass Betonhohldielen herabstürzen", berichtet Polizeisprecher Heiko Mettke. Bosch bestätigt das. "Die Statik der umliegenden Bereiche ist jedoch nicht betroffen. Ein sicherer Fertigungsbetrieb ist in allen anderen Bereichen der Halle gegeben", betont Kümmel.

Die Brandfahnder der Kriminalpolizei haben mittlerweile die Feuerschäden gründlich untersucht. "Es deutet vieles auf einen technischen Defekt hin, aber die Ermittlungen dauern weiter an." Auch ein Brandsachverständiger des Bayerischen Landeskriminalamtes wurde eingeschaltet. Er wird ein eigenes Gutachten anfertigen. "Der Brandherd ist dazu weiterhin sichergestellt", erklärt Mettke.

Laut dem Polizeisprecher lokalisierten die Experten der Kripo den Brandherd in der sogenannten Galvanik, einem Bereich in der Fertigung, bei dem technische Teile mit speziellen Beschichtungen versehen werden. Die Ermittler vermuten nach derzeitigen Erkenntnissen, dass eines der dazu nötigen elektrischen Heizelemente defekt gewesen und das Feuer ausgelöst haben könnte. Die Schadenssumme schätzt das Polizeipräsidium Oberfranken weiterhin auf rund eine Million Euro.

Bosch Bamberg: Schadenshöhe noch nicht abschließend geklärt

Auch Bosch geht weiterhin von dieser Summe aus, doch sei die Höhe noch nicht abschließend beziffert. Ein Neubau der riesigen Halle sei demnach nicht nötig - lediglich der betroffene Bereich sei nach dem Brand sanierungsbedürftig. "Über das Wochenende fanden im gesamten Gebäude umfassende fachgerechte Reinigungsarbeiten statt. Außerdem wurden notwendige Instandsetzungsmaßnahmen an Maschinen und der Infrastruktur durchgeführt", erklärt Unternehmenssprecherin Kümmel.

Verletzte hat es bei dem Großbrand am Donnerstag nicht gegeben. Der dicke Rauch des Brandes hat in den vergangenen Tagen aber sprichwörtlich von den Ergebnissen der Betriebsversammlung abgelenkt. Und die waren laut Gewerkschaft IG Metall durchaus positiv.

"Der Betriebsrat hat hier einen Erfolg bewirkt", betont Matthias Gebhardt, der als Erster Bevollmächtigter der IG Metall Bamberg im Hintergrund mitgewirkt hat.

Bis März 2026 sind laut der Vereinbarung betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen, dafür arbeiten die Beschäftigten weniger.

Wichtig für die Gewerkschaft: "Mit dieser zukunftsweisenden Vereinbarung, bei der die Arbeitnehmer einen ordentlichen Beitrag leisten, ist auch die Basis für die Zeit nach 2026 geschaffen worden", sagt Gebhardt. Der Brand habe diesen Erfolg in den Hintergrund treten lassen. Nun sei es an der Zeit, sich für die Jahre nach 2026 gut aufzustellen.

Update vom 08.11.2019: Brand bei Bosch: Polizei nennt neue Details

Einen Tag nach dem Brand in einer Produktionshalle der Firma Bosch in Bamberg gestaltet sich die Ursachensuche schwierig. Laut Pressesprecher Heiko Mettke vom Polizeipräsidium Oberfranken gibt es keine Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung.

Die polizeilichen Ermittlungen dauern weiter an, allerdings könne man sich dem unmittelbaren Brandort noch nicht nähern: "Da die Halle wegen Einsturzgefahr nicht betreten werden kann, mussten auch die Brandermittler des Landeskriminalamts wieder abbestellt werden", sagt Mettke. Es gebe Zweifel an der Statik der Produktionshalle. Es müsse geklärt werden, ob die Betonträger des Daches halten. Eine Unternehmenssprecherin sagte auf Anfrage, Statikexperten würden die Halle untersuchen.

Derzeit befrage die Polizei unter anderem Mitarbeiter zum Geschehen. An der am Vortag geschätzten Schadenshöhe im Millionenbereich hat sich entsprechend für die Polizei noch nichts verändert. Hierbei geht es um den reinen Gebäude- und Sachschaden, mögliche Produktionsausfälle sind darin zum Beispiel noch nicht enthalten.

Feuer in Bosch-Werk: Schadenshöhe könnte noch ansteigen

Auch Bosch-Sprecherin Ulrike Kümmel kann vor Montag noch keine genaueren Angaben zu Ursache und Folgen des Brandes machen. "Wir müssen das Ganze erst intensiv begutachten, bevor wir uns dazu äußern können." Der Sicherheitsaspekt sei vorrangig, was die weiteren Schritte angeht. Zum Glück sei der unmittelbar vom Brand betroffene Bereich "nicht so wahnsinnig groß", allerdings sei viel Rauch in die Halle gedrungen. "Wir gehen momentan davon aus, dass nur der Bereich Zündkerzen betroffen ist", erklärte die Sprecherin. Ob es zu Produktionsausfällen kommen werde, sei noch nicht abzusehen, sagte die Bosch-Sprecherin.

Das Feuer brach ausgerechnet an einem Tag aus, der eigentlich im Zeichen guter Nachrichten stand: Bosch hatte für die Mitarbeiter des Bamberger Werks bis 2026 betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen und Investitionen angekündigt - dafür reduzieren die Beschäftigten ihre Arbeitszeit und verzichten auf einen Teil ihres Einkommens.

Ursprüngliche Meldung vom 07.11.2019: Großbrand bei Bosch in Bamberg

Am Donnerstagmittag (7. November 2019) ist ein Feuer auf dem Bosch-Werksgelände im oberfränkischen Bamberg ausgebrochen. Gegen 13.30 Uhr wurden die Polizei, die Feuerwehr und der Rettungsdienst alarmiert.

In einer Halle des Bosch-Werks kam es zu "starker Rauchentwicklung" aufgrund eines Großbrandes. Das sagte ein Sprecher der Polizei zu inFranken.de. Zahlreiche Bosch-Mitarbeiter verließen fluchtartig die Werkshalle in der Robert-Bosch-Straße nahe des Berliner Rings. Das Gebäude wurde evakuiert. Informationen von inFranken.de zufolge, wurde sogar eine Betriebsversammlung kurzfristig abgesagt. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. 200 Einsatzkräfte kümmerten sich um die Löscharbeiten.

Brand bei Bosch in Bamberg: Rauchwolke behindert Autofahrer

Die große Rauchwolke am Bamberger Himmel war deutlich zu erkennen. Augenzeugen berichteten beispielsweise aus der Innenstadt oder vom Stephansberg, dass die "starke Rauchentwicklung" weitläufig sichtbar sei. Die Behörden veröffentlichten am Mittag eine Gefahrenmeldung bezüglich der Wolke. Diese wurde gegen 16 Uhr aufgehoben. Anwohner berichten inFranken.de am späten Nachmittag, dass es in der Innenstadt weiterhin "verkohlt" rieche.

Die Polizei sperrt am Mittag mehrere Straßen, unter anderem die Robert-Bosch-Straße und die Moosstraße. Diese werden in den frühen Abendstunden wieder freigegeben, wie der Polizeisprecher bestätigte. Auf den Straßen rund um das Bosch-Werk kam es im Laufe des Donnerstags zu teils starken Sichtbehinderungen im Straßenverkehr. Autofahrer wurden deshalb gewarnt.

Bamberger Bosch-Werk: Möglicher Millionen-Schaden durch Brand

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen: Brandfahnder sind bereits vor Ort und untersuchen die Bosch-Werkshalle. Das Gebäude ist allerdings noch nicht betretbar. Der Schaden wird derzeit auf über eine Millionen Euro geschätzt, wie der Polizeisprecher zu inFranken.de sagte.

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tu/ak/fö/szs/dpa

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