Bamberg
Diözesanpartnerschaft

Blick über den eigenen Kirchturm

Bambergs senegalesisches Partnerbistum Thiès feierte mit Weihbischof Herwig Gössl den Abschluss seines 50. Gründungsjubiläums.
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Als Geschenk der Joseph-Stiftung für das Studentinnenwohnheim hatte Weihbischof Herwig Gössl ein Kreuz mitgebracht, das er dem Finanzdirektor der Diözese Thiès, Louis Thomas Mbaye, übergab. Foto: Marion Krüger-Hundrup
Als Geschenk der Joseph-Stiftung für das Studentinnenwohnheim hatte Weihbischof Herwig Gössl ein Kreuz mitgebracht, das er dem Finanzdirektor der Diözese Thiès, Louis Thomas Mbaye, übergab. Foto: Marion Krüger-Hundrup
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Beifall brandete auf, als Weihbischof Herwig Gössl an ein für Bamberg und Thiès bedeutsames Datum erinnerte: Im September 2007 besiegelten die Bischöfe Ludwig Schick und Jacques Sarr die Bistumspartnerschaft - just im 1000. Jubiläumsjahr der Diözese Bamberg. Dieser stolze Geburtstag beeindruckte am Sonntag, 17. November, die über 12 000 Gläubigen unter freiem Himmel aus allen Teilen der senegalesischen Diözese, die so viele Jahrhunderte jünger ist: Zum Abschluss ihres 50. Gründungsjubiläums waren sie in Thiès zusammengeströmt, um den festlichen Gottesdienst mit Gästen aus Deutschland, Frankreich und weiteren afrikanischen Ländern zu feiern.

Auf Bitten von Erzbischof Ludwig Schick war Weihbischof Gössl als Vertreter des Erzbistums Bamberg in den Senegal gereist. Susanne Krogull, stellvertretende Leiterin des Jugendamtes der Erzdiözese, und Martina Stamm, Referentin für das Weltfreiwilligenprogramm "weltwärts", vervollständigten die offizielle Bamberger Delegation. Schon am Samstag wurde der Festtag mit einer Vesper in der Kathedrale St. Anna eingeläutet, die die Benediktinermönche aus der Abtei Keur Moussa eindrucksvoll gestalteten. Die Bischofskirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, als "Hausherr" André Guèye mit einer Reihe weiterer Mitbrüder einzog. In den Tagen zuvor hatte in Thiès die gemeinsame Bischofskonferenz der Länder Senegal, Guinea-Bissau, Kap Verden und Mauretanien getagt.

Etliche Bischöfe ließen es sich nicht nehmen, an den Jubiläumsfeierlichkeiten am Wochenende teilzunehmen. Auch Stephan Röken, deutscher Botschafter in Dakar für die Staaten Senegal, Gambia, Guinea Bissau und Kap Verden, war als einer der Ehrengäste wie der Apostolische Nuntius im Senegal dabei. Selbstredend, dass nach Gebet und Eucharistiefeier ausgiebig bei Speis und Trank, bei Musik weiter gefeiert wurde.

Mit Gesang und Trommelwirbel

Im fast vierstündigen Festgottesdienst in Latein, Französisch und Wolof, mit stimmgewaltigen Gesängen und Trommelwirbel überbrachte Weihbischof Herwig Gössl die Geburtstagsglückwünsche des ganzen Erzbistums Bamberg. Er erinnerte daran, dass die Verbindungen zwischen den beiden Diözesen älter sind als die offizielle Partnerschaft und auf die Katholische Landvolkbewegung zurück reichen. "Dies macht deutlich, dass die Beziehungen gewachsen sind und nicht einfach beschlossen wurden", erklärte Gössl. Das Vertrauen sei da, dass "es in Zukunft gut weitergeht, die Partnerschaft weiterausgebaut werden kann und sich positiv entwickelt". Dringend notwendig sei dabei der Blick über den eigenen Kirchturm, da Kirche "kein Verein ist, der die Jahre zählt": "Wir gehören als Kirche weltweit zusammen und sind miteinander gesendet, allen Menschen die Frohe Botschaft zu vermitteln", bekräftigte der Weihbischof.

Als Gastgeschenk überreichte er Bischof André Guèye ein weißes Messgewand mit den Porträts der Bamberger Bistumspatrone Heinrich und Kunigunde sowie eine passende Mitra.

Bischof André blickte in seiner Predigt auf das Jubiläumsjahr zurück, welches am 3. Februar 2019 in der Kathedrale eröffnet worden war. Für die Zukunft seiner Diözese bat der Bischof die Gläubigen, "Treue zu Gott, zur Kirche und zur Mission" als dreifache Aufgabe zu wahren. Zugleich appellierte er, Solidarität mit den Ärmsten zu zeigen und den Dialog in "Liebe und Brüderlichkeit" weiter mit dem Islam zu führen.

Wohnheim bald bezugsfertig

Ein konkretes Beispiel, wie ein solcher Dialog im Bistum Thiès geführt wird, bekamen Weihbischof Gössl und die beiden Bambergerinnen am Samstagvormittag augenfällig vor Augen geführt. In dem Wohnheim für 45 Studentinnen der Katholischen Universität in Thiès, das die Joseph-Stiftung als das Wohnungsbauunternehmen der Erzdiözese Bamberg maßgeblich in Thiès gefördert hat, werden künftig christliche und muslimische Frauen einträchtig zusammen wohnen. "Das Projekt wurde realisiert, weil das Erzbistum Bamberg daran geglaubt hat", versicherte Abbé Louis Thomas Mbaye, Finanzdirektor der Diözese Thiès, in der Segnungszeremonie. In etwa zwei Monaten soll das Wohnheim bezugsfertig sein.

"Die Wohnungssituation ist nicht nur in Deutschland für Studenten angespannt", wusste der Weihbischof und nannte die Jugend die Zukunft eines jeden Volkes. Es sei gut, dass sich die Diözese Thiès Religionsübergreifend für sie einsetze und alles unterstützt, was "Toleranz aufbaut und Hass ablehnt".

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