Eines von den acht Paketen in der Bischberger Bücherei gehört Kreszentia Nüßlein persönlich. Der Inhalt: 30 mal "Süden und der Luftgitarrist". Obwohl es doch ihr eigenes Paket ist, wird die Bücherei-Leiterin kein einziges dieser Bücher behalten. Höchstens für "ihre" Bücherei. Alle anderen verschenkt sie am Montag: Beim "Offenen Abend der Bücherei". Das ist Bischbergs Beitrag zum Welttag des Buches und Kreszentia Nüßleins ganz persönlicher, mit dem sie fürs Lesen werben und begeistern möchte.

Die Bücherei-Leiterin gehört zu den 33 000 ersten Lesern, die sich übers Internet den Zuschlag für die deutschlandweite Bücher-Schenk-Aktion als Schenkerin holte. Über Bekannte und Internet (www.welttag-lesefreunde.de) kam sie im Februar auf die Idee, ließ sich registrieren und war unter den Ersten. Denn zum Welttag des Buches werden am Montag fast eine Million Bücher verschenkt - von begeisterten Lesern, um ihre Freude am Lesen zu teilen. Getragen und damit finanziert wird diese Initiative unter anderem von der Stiftung Lesen, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und 20 namhaften Verlagen. Ausgabestellen sind über 1700 Buchhandlungen und 2600 Bibliotheken und Büchereien. Darunter auch die in Bischberg.

In der abgelaufenen Woche wurden die Pakete mit je 30 Mal dem gleichen Buch versandt. Weil neben Kreszentia Nüßlein sieben weitere Personen und Familien aus Bischberg unter den deutschlandweit 33 333 Schenkern sind, trudelten hier insgesamt acht Pakete ein. Bis spätestens Montag müssen die abgeholt sein, damit termingerecht geschenkt werden kann, verdeutlicht die Bücherei-Leiterin. Für ihre Tochter Katharina ist übrigens auch eines der Pakete. Sie hat sich für Daniel Kehlmanns "Die Vermessung der Welt" entschieden. Denn die Schenker konnten unter insgesamt 25 verschiedenen Titeln - herausragenden Werken, darunter Autoren wie Jane Austen, Siegfried Lenz, Axel Hacke, Umberto Eco - auswählen.

Kreszentia Nüßlein hätte für sich eigentlich eher Jane Austens "Stolz und Vorurteil" gehabt. Weil sie aber möglichst breit fürs Lesen begeistern und an sehr gemischtes Publikum schenken möchte, fiel die Wahl auf Friedrich Anis Krimi. Den werden Freunde aus der Scrabble-Runde, Pfarrer, Bürgermeister, Nachbarn und Bekannte erhalten.

Krimi als "Köder"


Aber auch Mesnerin Rodica Heber und Jürgen Bier aus der Kartrunde von Kreszentia Nüßleins Mann ist ein Krimi bestimmt. Jürgen Bier und seine Frau Ursula sind registrierte Leser, schon weil sie gerne mit ihrem Enkel Korbinian kommen. Ursula Bier liest regelmäßig Bücher, ihr Mann hauptsächlich den Fränkischen Tag. Kreszentia Nüßlein möchte ihm mit dem Krimi Appetit aufs Bücher-Lesen machen. Sie hat ihrerseits von den Bischberger Schenkern Buch-Geschenke bekommen. Die hortet sie - für besondere Aktionen der Bücherei. Darunter auch die am Montag, ab 19 Uhr. Denn die Bischbergerin möglichst viele fürs Lesen begeistern. Sie wird bei den Beschenkten nachfragen, wie ihnen der Krimi gefallen hat...