Bamberg
Straßenfest

[Bildergalerie] Zwischen Feuer und Kartentricks bei "Bamberg zaubert"

Zwischen fliegenden Karten und Kegeln, zwischen Flammen und ästhetisch verbogenen Körpern läuft Cathérine durch die Besuchermassen.
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Drei grüne Tücher wandern langsam in die Faust des Zauberkünstlers vor der Martinskirche. Als er die Finger öffnet, ist daraus ein einziges Tuch geworden. Während die Zuschauer mit großen Augen auf die Finger des Künstlers blicken, blickt Cathérine in die Reihen der Zuschauer. "Bei jungen Familien mit kleinen Kindern klappt's am besten", erzählt die 21-jährige Medizinstudentin, die nun schon zum fünften Mal in Folge Programmhefte und Anstecker bei "Bamberg zaubert" verkauft. Sie möge die Shows und die gute Laune, die die Künstler mit Feuer, Tricks und Akrobatik verbreiteten.

Schnell überzeugt

Ein mittelaltes Paar kommt vorbei, Cathérine spricht den Mann an. "Brauchen wir nicht, wir gehen jetzt", sagt der. "Aber mit dem Abzeichen unterstützen Sie trotzdem das schöne Fest." Kurzer Blick zur Partnerin, Nicken, und schon zaubert der Mann drei Euro aus seinem Geldbeutel und Cathérine einen Anstecker aus ihrem Bauchladen. Davon angesteckt kommt eine Gruppe von drei Frauen auf sie zu und deckt sich ebenfalls mit Abzeichen ein. Zwei Euro kosten die Programme, drei Euro die Anstecker. Die Verkäuferinnen bekommen 50 Cent pro Stück. "Da kommt man gut über Mindestlohn, wenn man die Leute gezielt anspricht", sagt Cathérine. Und sie spreche gerne mit den Leuten. Meistens.

Am Maxplatz wird die Heftverkäuferin von einer Gruppe betrunkener Männer angelallt. Erst wollen sie ein Abzeichen geschenkt haben, dann feilschen. Cathérine bleibt hart, dreht sich immer wieder um, überhört die ohnehin kaum hörbaren Sprüche. Doch am Ende legen die Männer doch zusammen, kaufen ein Programmheft und drei Abzeichen. Cathérine packt das Geld in den Beutel, dreht sich um und lächelt verschmitzt.

Blöde Sprüche oder Probleme kämen so gut wie nie vor. "Die meisten sind sehr nett", erzählt Cathérine. Auf der Sandkerwa würde sie das nicht machen wollen.

Dann dreht sie sich um, lächelt in die Gesichter einer jungen Familie - und ist wieder ein Heft und drei Abzeichen los. Innerhalb von 15 Minuten hat sie zwölf Artikel verkauft - wie von Zauberhand. makl

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