Memmelsdorf
Bierkulturfest

Bierliebhaber trotzen Kälte

In Memmelsdorf drehte sich am Wochenende wieder alles um den begehrten Gerstensaft.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Braumeister aus der Fränkischen Toskana stechen die ersten Fässer an.  Fotos: Joseph Beck
Die Braumeister aus der Fränkischen Toskana stechen die ersten Fässer an. Fotos: Joseph Beck
+30 Bilder

"Am Anfang war das Bier", tituliert die neueste Museumszeitung der Metropolregion Nürnberg über eine Ausstellung des Deutsche Bahnmuseums. Auf dem dazugehörenden Bierfilz wird auf den Transport von zwei Fässern der Lederer-Brauerei von Nürnberg nach Fürth verwiesen und somit auf den Beginn des Güterverkehrs in Deutschland. - Nicht den Transport, sondern vor allem die Reklame für den Genuss des edlen Hopfensaftes haben die beiden Organisatoren des Memmelsdorfer Bierkulturfestes im Sinn.

Acht Brauereien vor Ort

Bianca Müller, Tourismusmanagerin, und Sven Christian Hollmann, Vorsitzender des Vereins zur Pflege der Bierkultur der Fränkischen Toskana, haben das dritte Bierkulturfest in Memmelsdorf auf die Beine gestellt. Der Wettergott war der Veranstaltung dieses Jahr nicht ganz so holt, da es doch sehr frisch war. Immerhin zum Auftakt am Freitagnachmittag gab sich die Sonne ein Stelldichein.

Acht Brauereien aus der Fränkischen Toskana von Roßdorf am Forst bis Merkendorf hatten Stände mit 28 Biersorten im Ausschank. Das Herz der Bierliebhaber aus Nah und Fern schlug bei dieser Vielfalt hoch und so ließen sie sich an den beide Tagen von der Witterung wenig beeinflussen.

Mit gezielten Schlägen auf die Zapfhähne eröffneten die Vertreter ihrer Brauereien das Fest: Jonas Göller aus Drosendorf mit seinem Bier "Gaumenkitzel", der Merkendorfer Günter Wagner mit einem "Ungespundenen Lager", Christian Sauer aus Roßdorf a. Forst mit einem unfiltrierten Lagerbier "Urbräu", der Memmelsdorfer Georg Höhn mit seinem naturtrüben "Görchlabier", Peter Hönig mit dem obergärigen "Ungespundenen Lagerbier" aus Tiefenellern, Daniel Schmitt von der erstmals teilnehmenden Brandholzbräu Melkendorf mit dem "Golden Brown Lager", Isabella Mereien von der Dreikronenbräu Memmelsdorf mit dem naturtrüben "Stöffla-Kellerrauchbier" und Johannes Knoblach aus Schammelsdorf mit einem unfiltrierten "Ungespundenen Lagerbier".

Da der Stoff dieser angezapften 20 bis 30 Literfässer kostenlos ausgeschenkt wurde, trieb TV-Bamberg 1-Moderator Jörg Hofbauer die Festredner galant zur Eile, denn er sah die Gäste schon nach dem süffigen Stoff lechzen. Memmelsdorfs Erster Bürgermeister Gerd Schneider (parteilos) lobte als Hausherr die Bierlandschaft hier und in den Nachbargemeinden in den höchsten Tönen. Dem schlossen sich MdB Emmi Zeulner (CSU), MdL Holger Dremel (CSU) und MdB Andreas Schwarz (SPD) an. Landrat Johann Kalb (CSU) fühlte sich in seinem Element, stellte die Vielfalt der Biere und Brauereien in seinem Bamberger Landkreis heraus mit dem Nimbus der Einmaligkeit und Unübertroffenheit in Oberfranken und dem Rest der Welt. Er freue sich auch über eine Delegation aus dem polnischen Partnerlandkreis.

Viele Ehrengäste

Der Moderator begrüßte nach einem großen Schluck zusammen mit den Ehrengästen noch die Toskana-Bürgermeister Wolfgang Möhrlein (CSU) aus Litzendorf und Wolfgang Desel (CSU aus Strullendorf. Charmant hieß er auch die vielen anderen angereisten Bürgermeister von Burgebrach bis Scheßlitz willkommen. Neben den Bieren, die es in kleinen Gläsern, aber auch den traditionellen Halbliterkrügen gab, bot die Bäckerei Ohland sogenannte "Bierknübbel" an, Semmeln, denen bei der Herstellung auch Bier beigegeben wurde. Die Gastwirtschaft Höhn bot mit Biergulasch, Bierbratwürsten, Bierleber und Bierhaxen eine ganze Palette von Gerichten an, wo der Gerstensaft zum besonderen Geschmack seinen Beitrag leistete.

Ein neuer Bierkönig

Die Wünsche der aus Weyer bei Limburg angereisten Stammtischbrüder und -schwestern, die sich "Durstige Kehlen" nennen, wurden voll erfüllt. Sie konnten ihr 30-jähriges Bestehen also in bester Umgebung feiern und versprachen unaufgefordert nächstes Jahr wieder zu kommen.

Simone kam beim Schwärmen fast nicht mehr zum Trinken: "Wir sind von der Fränkischen Toskana total beeindruckt. Da wir herumgewandert sind, konnten wir die Kneipenkultur kennenlernen. Leider ist sie bei uns zu Hause verloren gegangen", schloss sie mit Wehmut in der Stimme. Aus diesem befreiten sie aber schnell ihre Begleiter, indem sie mit ihr auf den schönen Tag und krönenden Abschluss hier in Memmelsdorf anstießen. Genauso schwärmten auch elf junge Männer aus Hofheim im Taunus.

Zum Bierquiz am Samstag stellten sich die letztjährige Bierkönigin Sophia Schlick aus Memmelsdorf, Marcel Pickel aus Drosendorf, und die beiden Bamberger Studenten Miro Endres und Paul Recktenwald. Moderator Hofbauer stellte ihnen sieben Fragen, die sie schriftlich beantworten mussten. Eine Aufgabe bestand auch darin, herauszufinden, welche Biersorte in zwei Krügen war. Sieger wurde Paul Recktenwald, der neben Urkunde und Geschenk auch eine Schärpe als diesjähriger Bierkönig von Bürgermeister Schneider bekam. Er verriet, dass er zwar Geisteswissenschaften studiere, aber auch als Barkeeper tätig sei, um sein Taschengeld aufzubessern. "Da freue ich mich natürlich sehr über die Krönung als Bierkönig hier in Memmelsdorf."

Musikalisch unterhielten freitags die Soul-Connection "Band at work" und am Samstag die für ihre Stimmung bestens bekannten "Rossinis".

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren