Bamberg
Unterstützung

"Bier"-Projekt soll Bamberger Brauereien helfen

"Bier" heißt ein Projekt, mit dem Stadt und Landkreis Bamberg den Brauereien bei der Modernisierung helfen wollen. Im Kern soll beraten werden, wie Wärmeenergie eingespart werden kann.
Artikel drucken Artikel einbetten
Mit der neuen Flaschenwaschanlage kann Roland Kalb von der Brauerei Fäßla 1000 Flaschen mehr in der Stunde reinigen als noch mit der alten Anlage. Energie spart er dabei auch.  Foto: Matthias Hoch
Mit der neuen Flaschenwaschanlage kann Roland Kalb von der Brauerei Fäßla 1000 Flaschen mehr in der Stunde reinigen als noch mit der alten Anlage. Energie spart er dabei auch. Foto: Matthias Hoch
Bier spielt eine große wirtschaftliche Rolle in Stadt und Landkreis Bamberg. Das findet auch Landrat Johann Kalb (CSU). Deshalb sollen die heimischen Brauereien möglichst viel Unterstützung erhalten, wenn es darum geht, profitabel und gleichzeitig möglichst energieeffizient zu sein. "Bier ist schließlich ein Kulturgut", sagt Robert Martin, Klimaschutzbeauftragter für den Landkreis Bamberg. Er und sein Kollege Günter Reinke von der Stadt Bamberg sind Ansprechpartner bei der Klima- und Energieagentur Bamberg, wenn es um die Beratung von Gewerbe und Industrie, aber auch von Privatpersonen geht.

Leitfaden für kleine Brauereien

Stadt und Landkreis wollen nun das "Bier"-Projekt auflegen.Beschlossen im vergangenen Herbst vom regionalen Klimarat könnte das Projekt in diesem Jahr starten.
"Bier" steht in diesem Fall für "Brauereispezifische Innovationen zum nachhaltigen Einsatz und zur effizienten Nutzung der energetischen Ressourcen". Ein sperriger Titel, der sich so übersetzen lässt: kleinere und mittlere Brauereien sollen bei der Modernisierung ihres Betriebs beraten werden. Denn: Große Brauereien haben einen Energiemanager, kleinere nicht. Das will die Klimaagentur mit dem Fraunhofer-Institut "Umsicht" übernehmen. Das Kulturgut Bier soll weiterhin in möglichst großer Vielfalt erhalten bleiben, dafür will man sorgen.

Es soll am Ende eine Art Leitfaden entstehen, der den Brauereien sinnvolle Investitionsvorschläge an die Hand gibt. Am Anfang steht eine Bachelorarbeit, die am Fraunhofer-Institut entstanden ist. Darin werden drei Brauereien aus Bamberg und Umgebung auf Energieeffizienz untersucht. Unter anderem wurde die Brauerei Fäßla in Augenschein genommen.

Sie gehört zu den größeren Brauereien in der Region. 33 000 Hektoliter stößt das Fäßla jedes Jahr aus. Inhaber Roland Kalb hat bereits in den letzten Jahren investiert: "Innerhalb von drei Jahren haben wir unsere komplette Füllerei erneuert", sagt der 48-Jährige.

Zuletzt kam eine neue Flaschenwaschanlage für einen sechsstelligen Betrag hinzu. Eine Spezialanfertigung von einem Schweizer Hersteller, wie Kalb sagt. Schließlich ist in der beengten Brauerei in der Oberen Königstraße nicht viel Platz. Im Vergleich zur alten Reinigungsanlage kann die Brauerei bis zu 25 Prozent Wasser einsparen. Über einen halben Liter Wasser pro Flasche brauchte es früher für die Reinigung. Inzwischen sind es nur noch 0,38 Liter. Ebenso spart Kalb mit der Anlage 30 Prozent Energie ein. Kein unwichtiger Aspekt: "Wenn man in etwas investiert, muss es wirtschaftlich sein", sagt der Braumeister. Mit der neuen Flaschenwaschanlage kann die Brauerei 1000 Flaschen mehr in der Stunde säubern als noch mit der alten Anlage zuvor. Das sind jetzt 5500 Flaschen pro Stunde, die durch die Reinigung laufen. Ergo: In acht Stunden können 400 Kästen mehr befüllt werden.

10 000 Euro Kosten pro Jahr

Im "Bier"-Projekt sollen vor allem Möglichkeiten ausgelotet werden, wie Wärmeenergie in Sudhäusern eingespart werden kann. Die Brauerei Fäßla sei da als ein Beispiel schon gut aufgestellt, sagt der städtische Energieberater Günter Reinke.

Für das geplante Projekt sind je 10 000 Euro für die Laufzeit von drei Jahren vorgesehen, danach soll der Leitfaden stehen. Das Wohlergehen der knapp 70 Bierhersteller in Stadt und Landkreis ist den Verantwortlichen wichtig: Das Projekt bildet einen der größten Posten im 120 000-Euro-Haushalt der Klima- und Energieagentur.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren