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Bamberg
Pontifikalamt

Beten, um die Krise bald zu überwinden

Erzbischof Ludwig Schick ruft zum Gebet für alle Betroffenen der Corona-Krise auf.
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Wegen der Coronakrise kamen nur 79 Besucher zum Sonntagsgottesdienst in den Dom. Foto: Joseph Beck
Wegen der Coronakrise kamen nur 79 Besucher zum Sonntagsgottesdienst in den Dom. Foto: Joseph Beck
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Das Caronavirus hat auch im kirchlichen Leben der Erzdiözese gravierende Einschnitte verursacht. Selbst im hohen Dom zu Bamberg galt, dass nur 100 Gläubige die heilige Messe besuchen durften. Dies war an allen Pforten des Doms durch Aushang bekannt gemacht worden.

Zum sonntäglichen Gottesdienst mit Erzbischof Ludwig Schick war nur die westliche kleine Türe neben der Sakristei geöffnet und alle Besucher wurden von einer Dame mit Zähluhr erfasst. Nach ihren Angaben waren es mit dem Erzbischof und den sechs Mitzelebranten, Mesner und Gläubigen insgesamt 79 Personen. Die Pressestelle des Erzbistums hatte bereits vorher angekündigt, dass der Gottesdienst per Live-Stream im Internet übertragen werde. Pressesprecher Harald Luck persönlich führte Kameraregie von der vorderen Bank aus.

Erzbischof Ludwig Schick rief in dem Gottesdienst zum Gebet für alle Betroffenen der Corona-Krise auf. Der Bamberger Oberhirte erinnerte an die Erkrankten und ihre Angehörigen, an die in Quarantäne und alle Besorgten, an die Ärzte und Pflegekräfte, die Forscher und Politiker. "Beten wir für sie alle, damit wir diese weltweite Krise bald überwinden", sagte der Erzbischof und betonte: "Ohne Gesundheit gibt es kein gutes Leben." Dabei verwies er auf den spanischen Begriff "Buen vivir - gut leben", der mehrfach im Schreiben "Querida Amazonia" von Papst Franziskus vorkommt. "Die Corona-Epidemie und unsere diesbezüglichen Sorgen zeigen, wie wichtig für uns die Gesundheit für das gute Leben ist." Forschung, Medizin und Vorsichtsmaßnahmen seien gefordert, das Gebet zu Gott könne allem menschlichen Bemühen und Wirken den gewünschten Erfolg schenken.

Papst Franziskus erinnere in dem Schreiben zu Amazonien daran, dass Jesus Christus allen Menschen ein gutes Leben schenken wolle. "Dazu ist er auf die Welt gekommen. Er ermöglicht es und verpflichtet uns, alles zu tun, dass dieses gute Leben jedem Menschen heute und in Zukunft ermöglicht wird", so Schick. Die erste Bedingung dafür sei, dass alle Menschen das haben, was sie für das irdische Leben brauchen: Wasser, Nahrung, Kleidung, gesunde Luft und saubere Umwelt. "Dafür müssen und können wir sorgen", so Schick.

Friede und Solidarität

Die zweite Bedingung seien geordnete stabile Lebensbezüge und gute Gemeinschaft in der Familie, im Freundeskreis und an den Arbeitsstätten sowie geordnete soziale und gerechte Gesellschaften in politisch funktionierende Staaten sowie eine internationale Gemeinschaft weltweit in Friede und Solidarität. "Dafür müssen wir wirken."

Als dritte Bedingung für ein gutes Leben "braucht der Mensch Beziehungen zu dem einen und einzigen Gott, der die ganze Menschheit zusammenhält, als Basis für Gemeinsinn und Gemeinwohl." Dafür brauche es Mission und Evangelisierung, so der Erzbischof.

Der Sonntag nach dem Jahrestag der Papstwahl oder der Amtseinführung wird im Erzbistum Bamberg traditionell als Papstsonntag feierlich begangen. Die Diözese Bamberg war seit ihrer Gründung im Jahr 1007 immer in besonderer Weise mit dem Papsttum verbunden. Am 13. März 2013 wurde Franziskus zum Nachfolger von Benedikt XVI. gewählt.

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