Bamberg
Architektur

Beste Konzepte für Bambergs Kulturquartier

Elf Arbeiten wurden bei einem Realisierungswettbewerb für den Lagarde-Campus eingereicht. Nun wurden die Sieger gekürt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Landschaftsarchitektin Prof. Ingrid Schegk hatte den Vorsitz über das Preisgericht. Hier erklärt sie die Vorzüge des Siegerentwurfs.  Foto: Ronald Rinklef
Landschaftsarchitektin Prof. Ingrid Schegk hatte den Vorsitz über das Preisgericht. Hier erklärt sie die Vorzüge des Siegerentwurfs. Foto: Ronald Rinklef
+19 Bilder

Mit dem Gesamtprojekt "Kulturquartier Lagarde" plant die Stadt Bamberg die Schaffung einer attraktiven Quartiersmitte für den Lagarde-Campus, die ein Anziehungspunkt für den gesamten Bamberger Osten sein soll. Um eine hohe gestalterische Qualität dieser Quartiersmitte zu gewährleisten, hat die Stadt Bamberg im April dieses Jahres einen europaweiten Realisierungswettbewerb für Landschaftsarchitekten in Zusammenarbeit mit Architekten ausgelobt. "Ein solcher Wettbewerb garantiert uns beste Konzepte für den Lagarde-Campus", wird Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) von der städtischen Pressestelle in einer Mitteilung über die Vorstellung der Ergebnisse zitiert.

Attraktive Planung als Ziel

Gesucht wurden Ideen für qualitätsvolle öffentliche Räume in Verbindung mit den für kulturelle Nutzung vorgesehenen Gebäuden, der Reit- und Posthalle. Ziel ist es, eine attraktive freiraumplanerische Gesamtkonzeption für die Gesamtfläche des Kulturquartiers inklusive der notwendigen Quartierstiefgarage zu entwickeln.

Insgesamt elf Arbeiten wurden bei dem Wettbewerb eingereicht. Ein Preisgericht, bestehend aus Sach- und Fachpreisrichtern, hat unter dem Vorsitz der Münchner Landschaftsarchitektin Prof. Ingrid Schegk nun die anonym eingereichten Entwürfe beurteilt. Nach zwei Bewertungsrundgängen und ausführlicher Diskussion wurden zwei Sieger sowie zwei Anerkennungen gekürt.

Plätze mit eigenem Charakter

Platz 1 belegt die Arbeit von Hutterreimann Landschaftsarchitektur zusammen mit Sauerzapfe Architekten in Berlin. Nach Auffassung von Schegk und Co. überzeugen in der Arbeit die Nutzungsangebote sowohl im Freiraum als auch die der Gebäude und versprechen eine gute Belebung des neuen Quartiers und die gewünschte Flexibilität für den Kulturhof. Der Entwurf sieht zwei Baumhaine vor, welche den Kulturplatz und den Reithallenplatz verbinden, aber jedem einzelnen einen sehr eigenen Charakter zugesteht.

Der westliche Hain bildet einen Filter zum Kulturhof, der südliche eine repräsentative, aber zugleich nutzbare öffentliche Grünfläche und den Auftakt in das entstehende Quartier. Der Kulturhof ist unprätentiös und vielfältig bespielbar. Der östliche Abschluss durch ein niedriges Gebäude mit Co-Working-Arbeitsplätzen findet nach Ansicht des Preisgerichts an diesem Ort Nutzer und entlastet die Posthalle von Einbauten. Auch die durchgesteckt organisierten Grundrisse in der Reithalle haben die Jurymitglieder überzeugt. "Insgesamt weist der Entwurf eine hervorragende städtebauliche Auffassung auf", bekräftigt Ingrid Schegk.

Auch Bamberger Büro ausgezeichnet

Den zweiten Platz belegte das Atelier Loidl Landschaftsarchitekten zusammen mit Bruno Fioretti Marquez Architekten sowie Kirchner Liem Käuferle Architekten in Berlin. Die beiden Anerkennungen gingen an Planorama Landschaftsarchitektur Maik Böhmer zusammen mit Mono Architekten Greupel & Schilp & Schmidt, die ebenfalls aus Berlin stammen, sowie an die Bamberger Joma Landschaftsarchitektur, die gemeinsam mit Studio Gründer Kirfel aus Bedheim einen Entwurf eingereicht hat.

Dem Wettbewerb schließen sich nun Verhandlungsgespräche mit den Preisträgern an. Unter Würdigung der Empfehlung des Preisgerichts wird die Stadt Bamberg einen der Preisträger in einer ersten Stufe mit der Objektplanung der Freianlagen für den "Vorplatz Reithalle" beauftragen. Dies gilt auch für die weiteren vorgesehenen Bauabschnitte (Kulturhof). Die Stadtwerke Bamberg werden als Bauherr einen der Preisträger mit der Objektplanung für die Quartiersgarage unter dem Kulturhof beauftragen.

Ausstellung im nächsten Jahr

Interessierte Bürger können sich die Entwürfe aller Teilnehmer vom 22. Januar bis 15. Februar 2019 (jeweils Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr) in einer Ausstellung im Gebäude 7114 auf der ehemaligen Lagarde-Kaserne anschauen. Der Zugang erfolgt über das Zufahrtstor an der Weißenburgstraße. Eine Anmeldung an der Pforte ist notwendig.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren