Bamberg
Uni Bamberg

Besonderes Uni-Gebäude in Bamberg eingeweiht

Das Gebäude des Instituts für Orientalistik am Schillerplatz besticht durch seine Bauweise. An einem zentralen Ort wird nun die Sprache und Kultur des nahen und mittleren Ostens gelehrt und erforscht.
Artikel drucken Artikel einbetten
+28 Bilder

Es ist in doppelter Hinsicht ein besonderes Haus, das am Montag am Schillerplatz in Bamberg offiziell eröffnet wurde: Da ist zum einen die besondere Bauweise des Gebäudes. Dessen 75 Zentimeter dicken Außenwände bestehen komplett aus Ziegeln. Zusammen mit den dreifach verglasten Fenstern sammeln sie in Sachen Energieeffizienz Pluspunkte. Weshalb Godehard Ruppert, Präsident der Universität Bamberg, von einem "Energiespar-Wohlfühl-Gebäude für den Freistaat" sprach.

Es ist aber auch deshalb ein besonderes Haus, da in dem dreigeschossigen Neubau nun das Institut für Orientalistik untergebracht ist: Acht Lehrstühle und Professuren beschäftigen sich mit Islamwissenschaft, Allgemeiner Sprachwissenschaft, Iranistik, Turkologie, Islamischer Kunstgeschichte und Archäologie, Arabistik sowie anteilig der Judaistik.

Von einem deutschlandweit einmaligen Fächerspektrum, sprach Professorin Lale Behzadi, Arabistin und Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Orientalistik. Mit diesem Spektrum werde gezeigt, welche Bandbreite an kulturellen Praktiken, Artefakten und ästhetischer, philosophischer und religiöser Welterklärung es in den Regionen des Nahen und Mittleren Ostens gab und gibt, und wie verflochten und verbunden sie miteinander sind und an vergleichbare Phänomene in anderen Weltregionen erinnerten.

Seit sechs Wochen in Betrieb

Das Institut für Orientalistik ist bereits seit knapp sechs Wochen an neuer Stelle in Betrieb. Unter anderem wurde dafür das ehemalige Institutsgebäude am Heumarkt frei, in dem sich die Universitätsbibliothek weiter ausbreiten kann. "Der Neubau am Schillerplatz entspricht unserem Konzept ,Universität in der Stadt‘ und zeigt den Stellenwert, den der orientalistische Fächerverbund an unserer Universität hat", hob Uni-Präsident Ruppert hervor.

Der neue quadratische Bau am Schillerplatz 17 steht auf dem Gelände des ehemaligen Klarissenklosters, das dort zwischen 1340 und 1939 stand. Heute existiert nur noch das damalige Gesindehaus. Das Institut fügt sich zwischen diesem, dem Amt für Ländliche Entwicklung sowie dem Kompetenzzentrum für Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien ein.

Staatsministerin Melanie Huml (CSU) zeigte sich erfreut über das neue Institutsgebäude. "Die zukunftsfähige Entwicklung der Otto-Friedrich-Universität ist uns und mir ganz persönlich ein wichtiges Anliegen", sagte Huml. Sie bedankte sich aber auch bei den Nachbarn, wie dem Amt für Ländliche Entwicklung. Schließlich wurde das Gebäude an der Stelle errichtet, wo Beschäftigte des Amtes zuletzt ihr Auto abstellen konnten.

Finanziert wurde der knapp sieben Millionen Euro teure Neubau aus Mitteln für die Technologie-Allianz-Oberfranken (TAO). Was ungewöhnlich klingt. Doch das Institut sollte ursprünglich in die Uni-Gebäude auf der Erba-Insel ziehen, da aber dort die TAO-Professuren wegen der unmittelbaren Nähe zu den Informatik-Fächern untergebracht wurden, kam die Orientalistik an den Schillerplatz.

Wie Jürgen König, Leiter des Staatlichen Bauamts, und Peter Kuhn, Architekt von Baurconsult, dort bei einem Rundgang erläuterten, nähere sich der Bau dem energieeffizienten Passivhausstandard an. Die Ziegelwände seien aber auch besonders nachhaltig, somit problemlos rückbaubar.

Eckdaten

Hauptnutzfläche 822 Quadratmeter Kostenumfang Ursprünglich 6 Millionen Euro inklusive Tiefgarage mit 47 Stellplätzen, aktualisiert auf 6,85 Millionen Euro

Zeitplan Spatenstich: Oktober 2016; Richtfest Juni 2017; Fertigstellung zum Wintersemester 2018/19

Bauherr Staatliches Bauamt Bamberg

Planer Gössel+Kluge, Stuttgart; Baurconsult, Niederlassung Haßfurt

Verwandte Artikel

Kommentare (1)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren