LKR Bamberg
Kommunalwahlen 2020

Bernd Fricke will Landrat werden

Der Kreisrat und Zweite Bürgermeister von Stegaurach geht für die Grünen ins Rennen um die Landkreisspitze.
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Bernd Fricke (Grüne)Foto: Ronald Rinklef
Bernd Fricke (Grüne)Foto: Ronald Rinklef

Klimaschutz, Verkehrspolitik, Strukturwandel, Artenvielfalt und Demokratie sind die Hauptthemen, denen Bernd Fricke auf kommunalpolitischer Ebene mit seinen Konzepten begegnen will. Mit Fricke, der für die Grünen als Landratskandidat antritt, steigt nach Andreas Schwarz (SPD) ein zweites politisches Schwergewicht in den Ring gegen den mutmaßlichen CSU-Kandidaten und Amtsinhaber Johann Kalb.

Bernd Fricke ist seit gut zwei Jahren Fraktionsvorsitzender, als Mitglied im Kreisausschuss aber bereits seit 2008 die wichtigste Stimme der Grünen im Kreistag. Erstmals wurde er 1996 in den Kreistag gewählt und in jenem Jahr auch in den Gemeinderat von Stegaurach. Seit 2014 ist er dort Zweiter Bürgermeister - der erste Grüne im Landkreis überhaupt in diesem Amt. Bereits 2008 hatte er in der Stichwahl um das Bürgermeisteramt 43,6 Prozent der Stimmen gegen den Amtsinhaber von der CSU eingesammelt.

"Die Zeit ist reif für einen grünen Landrat", sagte die Bundestagsabgeordnete Lisa Badum bei der Kandidatenvorstellung am Freitag, die unterhalb der Bürgerwindräder in Litzendorf stattfand. "Er weiß, was zu tun ist", sagte Badum, die Fricke einen "visionären Pragmatiker" nannte. "Wir haben mit Bernd einen Kandidaten, der nicht nur über Themen redet, sondern sie auch umsetzt", meinte Gerhard Schmid vom Kreisvorstand der Grünen. Über die Empfehlung von Kreisvorstand und Plenum soll im Herbst eine Nominierungsversammlung formal entscheiden. Fricke selbst will bis dahin bereits durch die Gemeinden im Landkreis reisen, um dort vor allem mit den Bürgern zu sprechen und für eine starke Grünen-Fraktion im nächsten Kreistag zu werben.

Ganz oben auf der Agenda des 60-Jährigen steht das Thema Klima. "Das ist die Frage der Zeit. Die Grünen sprechen seit 30 Jahren davon. Jetzt ist der Klimawandel da - und die Menschen spüren es." Der Ort der Vorstellung sei symbolisch für das, was Bürger und Politik auf kommunaler Ebene bewirken können. Für Bamberg Stadt und Land brauche es nun aber eine "Klimaallianz 2.0".

Dazu gehört für Fricke die Verkehrspolitik. So fordert er etwa ein Ticket, mit dem man für einen Euro pro Tag öffentliche Verkehrsmittel nutzen kann, er weiß aber: "Das bringt nichts, wenn draußen auf dem Land der Bus nicht fährt." Hier müsse der Landkreis Mittel bereitstellen und auch in neue Mobilitätsangebote investieren. Eng mit der Verkehrswende verbunden sei der Strukturwandel der Wirtschaft in der Region. Sie sei zu autolastig, tausende Arbeitsplätze in Gefahr. Hier gelte es Ideen und Vorschläge für einen nachhaltigen Umbau einzubringen.

Unter dem Stichwort "Bienen" sieht Fricke eine wichtige Rolle der Landratsämter beim Erhalt der Artenvielfalt. Die unteren Naturschutzbehörden könnten wesentlich zur Umsetzung der neuen Gesetze beitragen. Dazu brauche es aber generell eine Verwaltung, in der ein gutes Arbeitsklima herrsche. Nicht zuletzt hat sich Fricke die Demokratie auf die Fahnen geschrieben. Auch in der Kreispolitik müsse die Bürgerbeteiligung gestärkt werden.

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