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Beim Krankenhausessen setzt Bamberg künftig auf tiefgekühlte Vitamine

460 000 Mittagessen serviert die Sozialstiftung Bamberg jedes Jahr - mit dem neuen Bettenturm steigt die enorme Zahl sogar auf 570 000 Portionen.
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Et voilà: So sieht das neue Krankenhausessen aus. Foto: Sebastian Schanz
Et voilà: So sieht das neue Krankenhausessen aus. Foto: Sebastian Schanz

460 000 Mittagessen serviert die Sozialstiftung Bamberg jedes Jahr - mit dem neuen Bettenturm steigt die enorme Zahl sogar auf 570 000 Portionen. Nun gehen die Betreiber neue Wege: Künftig werden die Mittagessen nicht mehr in der Großküche im Klinikum gekocht, sondern in der Hofmann-Menü-Manufaktur in Boxberg-Schweigern bei Tauberbischofsheim. Tiefgekühlt werden sie nach Bamberg gebracht und dort aufgetaut und erwärmt.

"Die bisherige Methode ,Kochen und Servieren‘ ist nicht mehr machbar", erklärte Johannes Goth, Finanzvorstand bei der Sozialstiftung. Es gebe strenge Vorgaben bei der schnellen Verteilung der Mahlzeiten, durch den vierten Bettenturm stoße die bisherige Essenslogistik an ihre Grenzen. "Durch die neue Methode können wir den Verteilprozess vom Kochprozess entkoppeln."

Davon versprechen sich die Verantwortlichen auch eine Steigerung der Qualität. Durch die Technik des Schockfrostens würden Vitamine und Nährstoffe besser erhalten. Und der neue Partner, die Hofmann-Menü-Manufaktur mit 1200 Mitarbeitern, sei ein Spezialist für diese Art der Essenszubereitung. Passierte Portionen, besonders salzarm, besonders herzhaft: Je nach Patient und Kunde braucht es in der Sozialstiftung verschiedene Spezifizierungen der Essen. "Wir haben in den Kliniken, aber auch in den Seniorenheimen insgesamt 22 verschiedene Kostformen", erklärt Andreas Schneider, Direktor des Pflege- und Patientenmanagements, die Schwierigkeiten.

Für die Umstellung investiert die Sozialstiftung 1,9 Millionen Euro - etwa in die neuen mobilen Wagen zum Auftauen - "Regenerieren" - der Mahlzeiten. Über das Jahr spart die Sozialstiftung aber auch 50 000 Kilometer an Lkw-Fahrten ein. Denn künftig müssen nur die Portionen für das Frühstück und Abendessen in die einzelnen Häuser der Sozialstiftung gefahren werden.

Wie schmeckt es? Zur Beantwortung der wichtigsten Frage haben die Verantwortlichen bei der Pressekonferenz zwei Patienten zum Probe-Essen geladen: "Das Gulasch ist als gut bis sehr gut zu bezeichnen", traf Siegfried Lang sein Urteil. "Ein echter Handwerksteller, wie man so sagt." Jessica Hermansdörfer schmeckte ihr Hühnchen-Curry ebenfalls.

Was sich im neuen vierten Bettenturm tut, lesen Sie hier (für Abonnenten kostenlos).



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