Staffelbach
Trockenheit

Waldbrand im Landkreis Bamberg: Tausende Quadratmeter stehen in Flammen

Über 130 Feuerwehrleute bekämpften Montagabend den Waldbrand bei Staffelbach, unterstützt wurden sie von Landwirten mit Güllefässern.
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So hat der Waldbrand bei Staffelbach begonnen und  war von der A 70 aus zu erkennen. Foto: privat
So hat der Waldbrand bei Staffelbach begonnen und war von der A 70 aus zu erkennen. Foto: privat
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Der Wald brannte. Montagabend hatten etwa 130 Einsatzkräfte aus Oberhaid und den Nachbarwehren alle Hände voll zu tun: Zwischen dem unterfränkischen Stettfeld und dem oberfränkischen Staffelbach waren insgesamt rund 1,5 Hektar Wald betroffen. Ursächlich waren nach ersten Einschätzungen von Polizei und Feuerwehr wohl Mäharbeiten an einem Steilhang in Waldnähe. Vermutlich kam es dabei zum Funkenflug. Genaueres dazu ist aber noch abzuklären, die Höhe des Schadens zu ermitteln. Dafür, so der Einsatzleiter Kreisbrandinspektor Thomas Renner, ist der zuständige Förster hinzuzuziehen.

Waldbrand, das ist genau das Thema, bei dem sich im Moment bei Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann die Nackenhaare aufstellen, wie er es formuliert. Das Feuer Montagabend war derzeit der größte Waldbrand, nach den bislang vier kleineren im Landkreis.

Entdeckt worden war das Feuer offenbar von der Autobahn A 70 aus. Zunächst war nicht abzuschätzen, ob es eher bei Stettfeld oder Staffelbach brannte. Neben zehn Feuerwehren mit ihren Einsatzkräften halfen vor allem sieben Landwirte beim Löschen mit, so betonen Ziegmann und Renner. Sie setzten dabei zwölf Traktor-Gespanne ein, die mit Wasser befüllten Güllefässern (Fassungsvolumen zwischen 3000 und 18 000 Litern) vor allem zum unwegsamen Gelände vordringen konnten.

Oberhaids Bürgermeister Carsten Joneitis, der an diesem Abend Auswärtstermine hatte und nicht vor Ort sein konnte, bestätigt auf Nachfrage, dass Landwirte in der Gemeinde seit längerer Zeit, also mit Beginn der großen Trockenheit, angehalten sind, mit Wasser befüllte Güllefässer zur Unterstützung der Wehren bei solchen Fällen bereit zu halten. Das habe sich nun bei diesem Waldbrand bewährt. Der Bürgermeister ist mehr als erleichtert, dass sich das Feuer nicht bis nach Staffelbach hin ausgedehnt hatte. Zur Höhe des bei dem Brand entstandenen Schadens konnte auch er sich gestern noch nicht äußern.

Wie Kreisbrandrat Ziegmann anmerkt, herrsche derzeit auch bei uns in der Region höchste Waldbrandstufe. Angesichts der großen Trockenheit sei die Natur "eine einzige Zündschnur". Deswegen brauche es nicht viel, bis ein Feuer ausbricht, "der kleinste Funke genügt." Das könne bereits eine heiße Bremse sein, aber auch Metallteile, die gegeneinander schleifen "und schon geht's los."


Hubschrauber angefordert

Sicherheitshalber sei Montagabend ein Hubschrauber angefordert gewesen, so Helmut Fischer, Sprecher der Polizeiinspektion Bamberg-Land. Ein solcher sei beispielsweise in Nürnberg, der nächste weitere in München stationiert.

Wie Renner dazu ergänzt, verfüge der Polizeihelikopter über einen Sack, der sich mit 500 Litern Wasser befüllen lasse. Weitere Option wäre gewesen, Außenlastbehälter mit 5000 Liter Fassungsvermögen von Nürnberg per Lkw bringen zu lassen und parallel dann von Bundespolizei oder Bundeswehr Hubschrauber kommen zu lassen, die solche Lasten transportieren können. Zum Glück hatte man den Brand rasch unter Kontrolle, so dass der Heli wieder abdrehen konnte.

Momentan, so Kreisbrandinspektor Renner, gehe es brandmäßig Schlag auf Schlag: "Wir haben nahezu jeden Tag solche Ereignisse." Er verweist auf Flächenbrände in Hallstadt und Geisfeld. Am Wochenende gab es einen Mähdrescherbrand in Lisberg und eine brennende Heupresse in Trosdorf.
In Staffelbach habe man trotz allem noch Glück gehabt. Das Feuer wütete hauptsächlich im Bodenbereich und bis auf eine Höhe von etwa drei Metern. So wurden hauptsächlich Bodengewächse, Büsche und kleinere Bäume zerstört. Der Wind hatte wohl Funken in den Wald getrieben, das Untergehölz brannte dann wie Zunder. Über die genauen Ursachen kann auch Renner nur spekulieren.

Froh sind alle Beteiligten, dass kein Mensch zu Schaden gekommen ist. Der besondere Dank der Feuerwehrführung gilt den Landwirten, die sie hier intensiv unterstützten. Vor 14 Tagen, als die Ernte noch voll im Gang war, wäre dies wohl schwieriger gewesen. Feuerwehr und Polizei mahnen angesichts der extremen Trockenheit zu Besonnenheit und besonders davor, Kippen wegzuwerfen oder in Waldnähe zu grillen.


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