Die Bahnstrecke musste stundenlang gesperrt werden. Der dritte Waggon des am Nürnberger Rangierbahnhof Richtung Engelsdorf bei Leipzig gestarteten Güterzugs leckt. Das hatte der am Bahnhof Buttenheim verantwortliche Fahrdienstleiter gestern Nachmittag bemerkt und den Zug auf freier Strecke noch vor Hirschaid gestoppt. Gas-Alarm: Der Waggon war mit Kohlendioxid befüllt, das kontinuierlich austrat. Um 16.38 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Ab da ging auf der Bahnstrecke, auf der auch ICE-Züge verkehren, für Stunden nichts mehr. Eine Vielzahl von Fahrgästen musste auf Schienenersatzverkehr umsteigen, wie die Bahn-Presestelle in München berichtet. Personen kamen bei dem Vorfall nicht zu Schaden, ordentlich ins Schwitzen dafür die vielen Feuerwehr-Einsatz-Kräfte.

Bis Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann vor Ort war, leitete Kreisbrandmeister Reinhold Schumm von der Hirschaider Wehr den Einsatz. Mit vor Ort die für die Bahnsicherheit zuständige Bundespolizei, die reguläre Polizei, Sanitäter, der Katastrophenschutz des Landkreises. Und natürlich das in Buttenhei stationierte Atemschutz- und Strahlenschutz-Fahrzeug. Hier war Buttenheims Kommandant Hans Schubert in Sachen Messungen im Dauereinsatz. Vor Ort insgesamt 90 Rettungskräfte.

Areal weiträumig abgesperrt


Zunächst wurde das Areal rund um den stehenden, über einen halben Kilometer langen Güterzug weiträumig abgesperrt. Atemschutzgeräteträger inspizierten den leckenden Waggon, gaben die Gefahrgut angaben der Waggon-Infotafel an die Kollegen weiter. "Kohlendioxid ist nicht giftig", erklärt Kreisbrandrat Ziegmann. Es ist schwerer als Luft und sinkt deswegen. Allerdings ist es deswegen gefährlich, weil man sich bei Kontakt Erfrierungen holt.

Die Feuerwehrleute dichten das Leck zunächst provisorisch ab. Um gezielt weiter vorgehen zu können, benötigen sie weitere technische Details zu Waggon und Ventil. Ständig wird gemessen. Die Konzentration an der Austrittstelle: zwischen 0,02 und 0,08 Prozent. "Wenn wir ausatmen ist es eine wesenlich höhere Konzentration" sagt Ziegmann am Rande.

Den Atemschutzgeräteträgern rinnt der Schweiß nur so herunter. Zwischenzeitlich sind Getränke organisiert.
Der Straßenverkehr auf der Staatsstraße zwischen Hirschaid bleibt vom Gas-Einsatz unberührt. Autos rollen vorbei. An der Aral-Tankstelle in Hirschaid halten sich weitere Einsatzkräfte bereit. Atemschutzgeräteträger müssen immer wieder ran. Nur sie dürfen an den Waggon. Stefan Mützel von der Bundespolizei hält sich bereit. "Die Feuerwehr ist am Zug", stellt er fest.