Bamberg
Regnitz

Baustelle mit Seltenheitswert in Bambergs Hain

Am Hochwassersperrtor im Bamberger Stadtteil Bug wird der Korrosionsschutz erneuert. Seit 1964 bewahrt die Anlage Bambergs Altstadt vor Überschwemmungen. Bevor es diese und das Jahnwehr gab, hieß es in der Stadtmitte immer wieder "Land unter".
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Hinter der blauen Plane erhält gerade das westliche der beiden Hochwassersperrtore einen neuen Rostschutzanstrich. Im Vordergrund ist gut die zweite der beiden eisernen Halbschalen zu erkennen, mit deren Hilfe die Altstadt seit 1964 hochwasserfrei gehalten wird. Foto: Matthias Hoch
Hinter der blauen Plane erhält gerade das westliche der beiden Hochwassersperrtore einen neuen Rostschutzanstrich. Im Vordergrund ist gut die zweite der beiden eisernen Halbschalen zu erkennen, mit deren Hilfe die Altstadt seit 1964 hochwasserfrei gehalten wird. Foto: Matthias Hoch
Die Brücke an der Buger Spitze ist so unspektakulär wie sie unverzichtbar für Bambergs Altstadt geworden ist: Sie sorgt dafür, dass die Häuser am Mühlwörth und von Klein-Venedig nicht mehr überschwemmt werden.

Denn der viel genutzte Übergang zwischen Hain und Leinritt ist in erster Linie ein Hochwassersperrtor, mit dessen Hilfe bei Bedarf die Regnitzfluten umgelenkt werden können.

Das Tor besteht im Prinzip aus zwei 14 Meter hohen eisernen Halbschalen. Bei normalem oder niedrigem Wasserstand befinden sie sich direkt unter der Fahrbahn und fallen kaum auf.

Bei Hochwasser senken sich die Halbschalen und leiten die Fluten, die sonst die Altstadt unter Wasser setzen würden, über das Jahnwehr in den Rhein-Main-Donau-Kanal ab. Hochwassersperrtor und Jahnwehr gingen 1964 in Betrieb.
Seitdem ist die Innenstadt praktisch hochwasserfrei.

Damit die Technik auch künftig reibungslos funktioniert, erhalten die Eisenschalen gegenwärtig einen neuen Korrosionsschutz. Wie Horst Hahn, Bauleiter der ausführenden Firma Domarin, erklärt, werden zunächst die rostigen Stellen abgestrahlt, dann bekommen die Tore einen neuen Schutzanstrich. Während der Arbeiten ist ein Teil der Brückenfahrbahn eingehaust.

Laut Jörg Blömer vom zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Nürnberg, Außenstelle Neuses, handelt es sich am Sperrtor zwar um Routinemaßnahmen. Allerdings seien sie nur in sehr großen Abständen fällig. Das Eisen sei eine "alte Mischung, die fast nicht rostet". Bauleiter Hahn nimmt an, dass der Korrosionsschutz zum ersten Mal überhaupt erneuert wird.

Die Jahreszeit bietet sich für die Arbeiten an, weil die Regnitz im Sommer gewöhnlich weniger Wasser führt und das Hochwassersperrtor nicht gebraucht wird.

Dass die Maßnahme justament jetzt stattfindet, hat noch einen anderen Grund, erklärt Jörg Blömer: Die Firma war mit allen für den Einsatz erforderlichen Wasserfahrzeugen vor Ort, weil sie in den zurück liegenden Monaten die Ufer zwischen Buger Spitze und Jahnwehr saniert und befestigt hat (wir haben berichtet). Es habe sich aus Kostengründen angeboten, im Anschluss gleich die Baustelle auf der anderen Seite des Gewässers zu eröffnen.

Möglich, dass Bauleiter Hahn und seine Leute einen weiteren Anschlussauftrag am Stadtrand von Bamberg erhalten: Das WSA hat nach seinen Angaben jetzt die Sanierung der Regnitzufer und Flusssohle südlich der Buger Spitze bis jenseits der Franz-Fischer-Brücke ausgeschrieben.

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