Baunach
Fernsehen

Baunacher Erfinder begeistert Jury

Der 79 Jahre alte Baunacher Rudolf Wild hat in der TV-Sendung "Die Höhle der Löwen" seine selbst entwickelte "Multiharke" präsentiert - mit Erfolg: Der Baumarkt-Experte Ralf Dümmel investiert 80 000 Euro.
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Der Tischlermeister und passionierte Gärtner Rudolf Wild wollte sich im Alter bei der Gartenarbeit nicht mehr bücken oder knien müssen. Deshalb hat er ein Werkzeug mit vier Funktionen entwickelt, mit der er im Stehen seiner Leidenschaft nachgehen kann. Vox
Der Tischlermeister und passionierte Gärtner Rudolf Wild wollte sich im Alter bei der Gartenarbeit nicht mehr bücken oder knien müssen. Deshalb hat er ein Werkzeug mit vier Funktionen entwickelt, mit der er im Stehen seiner Leidenschaft nachgehen kann. Vox
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Da huscht ein breites Lächeln auf das Gesicht des rüstigen Rentners Rudolf Wild aus Baunach: Investor Carsten Maschmeyer kündigt vor einem Millionenpublikum an, alle seine Gärtner mit Wilds "Ruwi-Multiharke" auszustatten. "Toll, einen neuen Kunden haben sie schon. Ich brauch das Ding", war Maschmeyers erste Reaktion, nachdem der 79 Jahre alte Wild sein selbst entwickeltes Gartengerät mit vier Funktionen vorstellte.

Auch die anderen vier Jurymitglieder in der Vox-Fernsehsendung "Die Höhle der Löwen" sind begeistert. Wild ist der älteste Kandidat, der je in der Show auftrat - wofür er auch reichlich Komplimente bekam: Soviel Erfindergeist und Energie in diesem Alter, er sei ein richtiges Vorbild, sagte etwa Dagmar Wöhrl. Den Deal mit dem Baunacher geht dann der geeignetste Geschäftspartner ein: Ralf Dümmel, dessen Unternehmen gut mit Baumärkten vernetzt ist, erwirbt für 80 000 Euro 30 Prozent von Wilds Firma.

Deal mit dem Favoriten

"Ralf Dümmel war auch mein Favorit", sagt Wild nach der Sendung. Einen so großen Zuspruch seitens der Juroren habe er nicht erwartet. "Aber schon als ich reinkam, sah ich lauter freundliche Gesichter. Das hat mir die Vorführung sehr erleichtert und die Anspannung genommen." Nun freue er sich, dass Dümmels Firma für den Vertrieb an Baumärkte sorgt und auch die Produktion erleichtert. Wild ließ sich zwar bisher die Stile der Harke liefern, den Edelstahl für die Harke im Landkreis Bamberg lasern und schweißen. Das Endprodukt baute er aber selbst zusammen und schleifte auch die scharfen Kanten selbst, mit denen sich etwa kleine Pflanzen am Rand eines Beetes schnell entfernen lassen - ohne, dass man sich dabei bücken muss.

Das war auch die Hauptintention hinter der Erfindung des Tischlermeisters: "Seit meiner Kindheit liebe ich das Gärtnern. Schon als ich acht Jahre alt war, hatte ich ein eigenes kleines Beet", erzählt er. "Aber als ich älter wurde, bekam ich vom Bücken und Hinknien Rückenschmerzen." Also wollte er ein Gerät entwickeln, mit dem man Gartenarbeiten wie Unkrautjäten (mit der gezackten Seite), Pflanzmulden ziehen (mit der Spitze) und Saatgut andrücken (flache Oberseite) im Stehen ausführen kann.

Prototypen selbst gebaut

Die ersten Prototypen baute er selbst zusammen: "Ich nahm einen Winkelschleifer und schnitt aus einer Hacke spitze Dreiecke heraus und konnte damit das Unkraut im Stehen mit den Wurzeln herausziehen und ohne Erde zum Abfall geben."

Dann tüftelte er nächtelang an den verschiedenen Funktionen. Das Endprodukt ließ er sich vor vier Jahren patentieren und verkaufte es auf Gartenmessen und im eigenen Online-Shop, den sein Sohn und Inhaber einer IT-Firma Stefan Wild für ihn einrichtete.

Er war es auch, der seinen Vater zu dessen Überraschung zum Casting für die Fernsehsendung "Die Höhle der Löwen" anmeldete.

400 Multiharken verkaufte Wild im Jahr 2018. Diese Stückzahl will Dümmel vervielfachen: "Wir werden das richtig groß machen! In jedem Baumarkt wird die Harke stehen", zeigt sich der Investor optimistisch, der das Gerät gleich während der Show testet. Nachträglich gefragt, was er mit den 80 000 Euro anfangen will, lacht Wild und sagt: "Da habe ich genug Ideen. Ich habe viel investiert, es war nicht einfach und ich musste jeden Euro dreimal umdrehen, bis ich zu diesem Erfolg kam."

Weiter tüfteln

Die Ruwi-Multiharke ist übrigens nicht die erste Erfindung des Baunacher Tüftlers. Für einen spitzzulaufenden Spaten, mit dem sich leichter kleinere Pflanzen umsetzen ließen, bekam er im Jahr 2013 den Erfinderpreis der Handwerkskammer Oberfranken verliehen. Und so lange er gesund bleibt, will er weiter tüfteln.



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