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Hallstadt
Hochwasserfolgen

Baum versetzt Steg in Hallstadt den Todesstoß

In Hallstadt musste eine Fußgängerbrücke über den Gründleinsbach gesperrt werden. Beim letzten Hochwasser wurde sie von einem Baumstamm irreparabel beschädigt. Nun soll möglichst rasch ein Ersatz her.
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Beim Hochwasser am 31. Mai rammte dieser Baum mit voller Breitseite den Steg über den Gründleinsbach. Die Feuerwehr musste ihn erst wieder frei machen. Foto: Stadt Hallstadt
Beim Hochwasser am 31. Mai rammte dieser Baum mit voller Breitseite den Steg über den Gründleinsbach. Die Feuerwehr musste ihn erst wieder frei machen. Foto: Stadt Hallstadt
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Der Steg am Kemmerner Weg in Hallstadt ist gesperrt. Für die Bewohner des Wohngebiets Am Vesperbild, die sich zu Fuß auf den Weg in die Ortsmitte machen wollen und für viele Schüler bedeutet das einen größeren Umweg. Und auch Radfahrer, die auf dem Mainradweg unterwegs sind, sind davon betroffen. Manche wundern sich, sieht die kleine Holzbrücke über den friedlich dahinfließenden Gründleinsbach doch äußerlich unversehrt aus. Doch die Statik des Stegs ist irreparabel beschädigt.

"Beim Hochwasser hat er den letzten Treffer bekommen", sagt Bürgermeister Markus Zirkel (SPD). Auf dem Höhepunkt der Flutwelle des Gründleinsbachs, am 31. Mai gegen 15 Uhr, rammte ein etwa vier Meter langer Baumstamm mit rund 50 Zentimetern Durchmesser das Brückenbauwerk.
Der Gründleinsbach hatte zu diesem Zeitpunkt in Hallstadt einen Rekordpegelstand von 2,08 Meter erreicht - normal sind elf Zentimeter.

Nutzungsdauer überschritten

Der Baum sei von der Macht der Hochwasserwelle regelrecht unter dem Steg durchgewälzt, durchgedrückt worden, berichtet ein Mitarbeiter des Bauamts der Stadt Hallstadt. Dabei sei mehrfach mit voller Wucht gegen die Tragpfeiler geschlagen.

Dass der Steg daraufhin gesperrt wurde, ist also keine bloße Vorsichtsmaßnahme. Die Sicherheit ist in höchstem Maße gefährdet, heißt es dazu bei der Stadtverwaltung. Nach Angaben des Bauamts hat der weit mehr als 20 Jahre alte Holzsteg schon zuvor seine "Nutzungsdauer eindeutig überschritten". Das genaue Baudatum lässt sich nicht mehr rekonstruieren, jedenfalls stand er schon 1992 einige Jahre dort. Bereits im vergangenen Jahr musste die Fußgängerbrücke für einige Tage gesperrt werden, um die schadhafte Auflage auszubessern. Der Steg hätte also ohnehin bald weggemusst.

Bei der Stadtverwaltung ist man sich im Klaren darüber, dass nun so schnell wie möglich gehandelt werden muss. Das heißt, der alte Steg wird abgerissen und baldmöglichst ein neuer gebaut. Das aber muss zum einen in Absprache mit dem Wasserwirtschaftsamt (WWA) geschehen. Denn die Neukonstruktion muss auch auf die geplante Deichnachrüstung abgestimmt werden. "Die Stadt arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung", sagt Pressesprecherin Kerstin Bönisch. Das WWA habe dabei seine "schnelle und unbürokratische Unterstützung" zugesichert.

Stadtrat entscheidet

Der Bau muss aber auch vom Stadtrat beschlossen werden. Schließlich ist hier mit Kosten von rund 100 000 Euro zu rechnen. "Wir müssen bei der Lösung auch an die Finanzen von morgen denken", sagt Bürgermeister Zirkel, der das Thema auch gleich auf die Tagesordnung der nächsten Stadtratssitzung gesetzt am kommenden Mittwoch gesetzt hat. Die Verwaltung habe bereits mehrere Angebote eingeholt und ein Ingenieurbüro beauftragt. Man wünsche auch eine möglichst wirtschaftliche Lösung. Das heiß die Unterhaltskosten für den Neubau sollen geringer sein als für die bisherige Konstruktion.

Egal, ob sich der Stadtrat für eine provisorische oder gleich für eine dauerhafte Lösung entscheiden wird. Wenn das Gremium grünes Licht gibt, dann wird es laut Bönisch noch mindestens acht Wochen dauern, bis diese wichtige innerörtliche Fußgänger- und Radfahrerverbindung wiederhergestellt ist. Sie ist aber optimistisch, dass die Schulkinder, die nun einen teils weiten Umweg machen müssen, nicht allzu sehr betroffen sind.

Schließlich sind bald Ferien. Und bis zum Schulanfang im Herbst soll der neue Steg am Kemmerner Weg auf alle Fälle stehen.

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