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Bamberg
Protest

Bauern stellen Söder vor der Halle in Bamberg

15 Schlepper und eine Plakatwand empfangen den Ministerpräsidenten in Bamberg. Markus Söder steht den Landwirten spontan eine halbe Stunde Rede und Antwort.
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Ministerpräsident Markus Söder (r.) stellte sich spontan den Bauern in Bamberg und diskutierte eine halbe Stunde mit ihnen.  Foto: Barbara Herbst
Ministerpräsident Markus Söder (r.) stellte sich spontan den Bauern in Bamberg und diskutierte eine halbe Stunde mit ihnen. Foto: Barbara Herbst
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Die Bauern der Gruppe "Land schafft Verbindung" hatten sich gut vorbereitet. Noch ehe die ersten Gäste zum 75. Geburtstag der Bamberger CSU inklusive Neujahrsempfang in die Bamberger Kongress- und Konzerthalle strömten, hatten sie sich mit rund 15 Schleppern und einer gewaltigen Plakatwand aufgebaut, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen.

So kamen sie schnell mit der oberfränkischen CSU-Prominenz ins Gespräch - mit dem Bezirksvorsitzenden Hans-Peter Friedrich, mit dem Parlamentarischem Staatssekretär im Verteidigungsministerium Thomas Silberhorn, mit MdB Emmi Zeulner, mit MdL Holger Dremel, mit Landrat Johann Kalb und mit Bambergs Bürgermeister Christian Lange. Abgesehen hatten es die Landwirte jedoch auf einen anderen: auf den Ehrengast des Empfangs, Ministerpräsident Markus Söder.

Gegen die Parteiregie

Wie würde sich der Landesvater verhalten, wenn er vorfährt? Tatsächlich studierte er als erstes die Plakate, um dann entgegen aller Parteiregie und ohne Zeitdruck sich mit den Demonstranten zu unterhalten und ihnen Rede und Antwort zu stehen. Das Treffen hätte erst nach dem Festakt in der Halle stattfinden sollen, war den demonstrierenden Landwirten mitgeteilt worden, um so überraschter und aufgeschlossener reagierten sie. Das hielt sie aber nicht davon ab, auf die Düngeverordnung, die Bürokratie, ihre miserablen Zukunftsperspektiven und weitere Nöte hinzuweisen.

Christian Besler von "Land schafft Verbindung" war am Ende mit der Aktion zufrieden: "Wir haben mit unserer Demonstration den Ministerpräsidenten und viele Politiker direkt erreicht, werden aber weiter Druck auf die Politik machen müssen." Diesmal zeigte der Druck unmittelbar Wirkung bei den Politikern: Der Neujahrsempfang im Hegelsaal begann erst mit einer halben Stunde Verspätung.

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