Scheßlitz
Umweltschutz

Bauern schenken Blumen

Die Hirschaider Landwirte Pia und Leo Göller wurden für ihr Blühstreifenengagement ausgezeichnet.
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Blumen, die kostenlos gepflückt werden dürfen, säumen das Maisfeld: Mit dieser Aktion sorgte ein Hirschaider Bauer für Aufsehen. Foto: p
Blumen, die kostenlos gepflückt werden dürfen, säumen das Maisfeld: Mit dieser Aktion sorgte ein Hirschaider Bauer für Aufsehen. Foto: p
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Dass die Bauern auch bereit sind, für die Umwelt, speziell für Bienen und andere Insekten und Wildtiere, einen Beitrag zu leisten, haben Pia und Leo Göller bewiesen. Sie säten letztes Jahr um ihre Maisfelder einen Streifen für blühende Blumen. Dieser sogenannte "blühende Rahmen" ist eine Initiative des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) und des Landesverbandes Bayerischer Imker, der Baywa und des BSV-Saaten. Das Saatgut wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.

Auf dem neben dem Feld aufgestellten Plakat war weiterhin zu lesen: "Dieser freiwillige Einsatz sorgt für noch mehr Lebensqualität und Artenvielfalt auf bayerischen Feldern und Fluren." Neben dem Nutzen für Bienen und Insekten bieten diese Streifen auch Unterschlupf und Futter für Wildtiere und sind ein bunter Akzent in der ansonsten oft monotonen Feldflur.

Für ihre vorbildliche Arbeit zeichneten Landesbäuerin Anneliese Göller und BBV-Bezirkspräsident Hermann Greif Leo Göller mit dem dritten Preis auf bayerischer Ebene aus. Sie übergaben ihm auf dem Scheßlitzer Bauerntag dafür die Urkunde und gratulierten ihm.

Kostenloses Pflücken

Der Hirschaider Bauer erklärte anschließend, dass er zusätzlich noch ein Schild aufgestellt habe, dass diese Blumen auch kostenlos gepflückt oder abgeschnitten werden dürften. Das Feld Hirschaid-Ost/Kreuzung Friesen war natürlich schnell in aller Munde. Ein Facebook-Nutzer bedankte sich herzlich bei dem Landwirt, rief aber auch zu Respekt und Mitnehmen der Blumen in Maßen auf. Göller weiter: "Ich habe das alles freiwillig gemacht, um das Image der Landwirtschaft etwas aufzuwerten und es war erfolgreich. Darüber freue ich mich." Das Ehepaar erhielt kräftigen Applaus.

Werner Nützel, Geschäftsführer des BBV Bamberg/Forchheim, erklärte auf Nachfrage, dass es auch Zuschüsse nach dem Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm (Kulap) und im Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) gebe. Die Anträge müssen die Landwirte bis zum 22. Februar beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten am Schillerplatz 15 in Bamberg gestellt haben. Wer die Unterlagen liest, wird feststellen, dass es viele verschiedene Fördermöglichkeiten gibt, dafür aber auch sehr viele verschiedene Vorschriften gelten, die genau zu beachten sind. Trotz der schwierigen Antragstellung ist die Beteiligung an beiden Programmen gut. Wie Top agrar südplus mitteilte, beteiligten sich 2017 etwa 18 000 Landwirte auf 85 000 Hektar an den VNP-Maßnahmen. Im Haushaltsjahr 2018 standen dafür rund 40 Millionen Euro zur Verfügung, für das Kulap sogar 275 Millionen Euro. Laut Bayerischem Agrarministerium können die Landwirte in diesem Jahr die gleichen Kulap-Maßnahmen (mit geringfügigen Änderungen) beantragen wie 2018.

Dieses Video zeigt einen lustig-derben Sketch vom Scheßlitzer Bauerntag: ein angebliches Interview des BR im Jahre 2055 mit einem Rinderzüchter und einem Schweinehalter



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