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Bamberg
Sanierungsbedarf

Bambergs Brücken brauchen eine Kur

An Bambergs Brücken gibt es immer was zu tun: Dieses Jahr sollen zwei am Berliner Ring und der Belag des Heinrich-Bosch-Steges saniert werden. Und dann wartet da noch ein Wahrzeichen der Stadt: die Obere Brücke.
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Die beiden inselseitigen Bögen der Oberen Brücke müssen saniert werden, weil der Sandstein durchweicht ist. Deswegen bekommen die Bögen von oben Dichtungen unter den Belag und einige Jahre später, wenn der Sandstein getrocknet ist, wird die Unterseite saniert.  Fotos: Matthias Hoch
Die beiden inselseitigen Bögen der Oberen Brücke müssen saniert werden, weil der Sandstein durchweicht ist. Deswegen bekommen die Bögen von oben Dichtungen unter den Belag und einige Jahre später, wenn der Sandstein getrocknet ist, wird die Unterseite saniert. Fotos: Matthias Hoch
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Mit welcher fangen wir an? "Mit dem Heinrich-Bosch-Steg, der geht am schnellsten", sagt Thomas Beese. Es ist das Gespräch im Büro des Baureferenten über jene Brücken, die noch 2014 beziehungsweise in den kommenden Jahren saniert werden sollen.

Mit dabei ist Roland Uch, seines Zeichens Sachgebietsleiter Brückenbau und Brückenunterhalt im Entsorgungs- und Baubetrieb der Stadt (EBB). Er legt einen Packen Papier auf den Tisch und deutet auf eine aufgeschlagene Seite. "Hier sind Abplatzungen, Risse und Rost zu sehen", sagt er. Das ist der erste Punkt. Der zweite: "Die Sandschicht auf dem Steg ist abgefahren und die erforderliche Rauigkeit nicht mehr gegeben." Die ist aber wichtig, damit im Winter bei Glätte oder Reif niemand stürzt.

Wie Beese erklärt, wurde der Belag des Heinrich-Bosch-Steges in der Vergangenheit zwar punktuell ausgebessert. Doch nun sei der gesamte Belag dran. Die Kosten für die Sanierung der Brücke, die in den 1990er Jahren gebaut wurde, gibt er mit einem niedrigen fünfstelligen Betrag an. Wichtig: "Ziel war, dass wir auf jeden Fall vor der Sandkerwa fertig werden", sagt Beese. Vom 4. bis zum 17. August wird der Steg nun vollständig gesperrt sein. Der Termin wurde mit einem Hotel in der Nähe und den Betreibern der Konzert- und Kongresshalle abgestimmt. Für den Zeitraum von zwei Wochen müssen Touristen, die normalerweise den Heinrich-Bosch-Steg nutzen, über die Markusbrücke ausweichen.

Ausweichen, das wird auf den beiden nächsten Brückenschwierig. Deswegen müssen Autofahrer zeitweise mit zwei statt vier Fahrstreifen auskommen. Es handelt sich um die Brücken des Berliner Rings über die Kronacher Straße und über die Gundelsheimer Straße. "Bei den ,Ring-Brücken' haben wir natürlich ganz andere Dimensionen als beim Steg. Beide stammen aus dem Jahr 1973. 40 Jahre vergehen nicht spurlos", erläutert Baureferent Thomas Beese.

Stahlbeton beschädigt

Das Problem liege im Stahlbeton, wie Roland Uch ausführt. "Dort haben wir Abplatzungen und Risse, durch die Salz unmittelbar in die Nähe des Stahls gelangen kann." Das passiert zum Beispiel, wenn der Winterdienst streut und sich Sprühnebel auf die Brücke legt. "Der Stahl muss durch vier bis fünf Zentimeter dicken Beton geschützt werden, sonst rostet er", sagt Uch.

In einem ersten Bauabschnitt müssen zunächst Betonsanierungsarbeiten am Unterbau, den Flügeln und den sogenannten Widerlagern durchgeführt werden, das sind die Auflager- und Befestigungspunkte der Brücke an Anfang und Ende. Dieser erste Bauabschnitt soll in den Sommerferien 2014 erledigt werden. "Da gibt es nur geringe Einschränkungen, die Fahrbahn wird an wenigen Tagen einseitig gesperrt", sagt Uch.

Anders schaut das beim zweiten Bauabschnitt aus. Hier werden Geländer, Gehsteig, Abdichtungen und der Fahrbahnbelag erneuert. Die Kosten für diesen Bauabschnitt sind laut Baureferent Beese in einem hohen sechsstelligen Betrag anzusiedeln, jene für den ersten Bauabschnitt seien dagegen ein niedriger sechsstelliger Betrag. Die Kosten nennt er jeweils für beide Brücken zusammen.

Für den zweiten Bauabschnitt gibt es allerdings noch keinen Termin, weil die Haushaltsverhandlungen abgewartet werden müssen. Beese bereitet die Bamberger bereits jetzt mental vor: "Die Sanierungsarbeiten werden deutlich ins Verkehrsgeschehen eingreifen."

In ein ganz anderes Verkehrsgeschehen, nämlich den Besucherverkehr, wird die Sanierung der Oberen Brücke eingreifen. "Sie besitzt drei Bögen. Der domseitige Bogen wurde bereits 1993 saniert, die beiden inselseitigen müssen noch erneuert werden", erklärt der Baurerferent. Einer der beiden östlichen Bögen ist ein Nachkriegsnachbau (zum Rathaus), der andere stammt aus dem 15. Jahrhundert.


Damals Dichtung versäumt

"Der Grund für die notwendige Sanierung liegt in der Erweiterung der Fußgängerzone", erklärt Thomas Beese. "Das heutige Pflaster wurde vor 40 Jahren aufgebaut, dabei hat man allerdings versäumt, eine Dichtung unter den Brückenbelag und unter den Bögen aufzubringen."

Das Resultat: Wasser sickert von oben durch die Fugen in den Sandsteinbogen und durchweicht diesen. Sichtbar wird das in weißen Schlieren unter dem Brückenbogen, weil aus den Mörtelfugen Kalk ausgewaschen wird, wie es Beese vereinfacht erklärt. Den Ablauf der Sanierung beschreibt bringt er auf ein paar klare Sätze: "Belag runter, Dichtung drunter, Belag wieder drauf - das Ganze unter Vollsperrung." Zum Sanierungszeitraum trifft Beese noch keine Aussage, aber: "Dieses Thema kommt in den nächsten sechs Jahren auf die Stadt zu."

Denn "nur" mit einer Dichtung auf den Brückenbögen, die unter den vorhandenen Gehwegbelag eingebracht wird, ist es nicht getan. Sobald die Oberseite erneuert ist, müssen die Bögen darunter drei bis vier Jahre trocknen, erst dann kann die Unterseite saniert werden.

"Das wird der aufwendigere Teil, denn wir brauchen eine Gerüststellung von unten, die ins Wasser gebaut wird", wie Beese sagt.

Und was soll das Ganze kosten? Auch dazu gibt es noch keine Zahlen vom Baureferenten. Aber er lässt hoffen: "Bei der Oberen Brücke steht eine Städtebauförderung in Aussicht".
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