Bamberg
Kunstaktion

Bambergs achter Hügel steht am Maxplatz

Umweltaktivisten sorgten in der Bamberger Innenstadt für Aufsehen. Im Mittelpunkt: ein Berg gelber Säcke.
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Ein Berg gelber Säcke sorgte am Maxplatz für Aufsehen.  Fotos: Julian Megerle
Ein Berg gelber Säcke sorgte am Maxplatz für Aufsehen. Fotos: Julian Megerle
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Dichter Nebel hüllt die 20 Aktivisten ein, als sie sich frühmorgens in der Bamberger Innenstadt versammeln. Im Schutz der Dunkelheit schwärmen sie aus. Immer auf der Suche nach gelben Säcken, die in kleineren und größeren Haufen entlang der Straße und Gassen liegen. Während Bamberg noch schlummert, rascheln die Müllbeutel und der Berg an Säcken auf dem Maxplatz wächst Stück für Stück in die Höhe. "Ich habe gut 50, 60 Säcke angeschleift", schätzt eine junge Aktivistin, nachdem das Sammeln ein Ende hat. Dabei sei längst nicht alles richtig getrennt gewesen. "Wir haben Gläser, Inneneinrichtung von einem Auto und sogar eine Klobrille entdeckt", erzählt ein Aktivist. Es habe sich auf jeden Fall gelohnt, so früh schon wach zu sein, sind sich die beiden einig. Dennoch seien längst nicht alle Beutel innerhalb des Abfuhrbezirks auf dem Maxplatz gelandet.

Gut zweieinhalb Meter hoch türmen sich die geschätzt 1500 Plastiksäcke auf. Ein Berg von Müll wird sichtbar, welcher sonst verborgen bleibt und nur zu kleinen Teilen direkt recycelt oder oft verbrannt wird. Zu guten Teilen landet er in ärmeren Staaten in Asien und Afrika, die vom Müll aus westlichen Ländern überflutet werden und deshalb mit Umweltverschmutzung zu kämpfen haben.

Forderungen an die Politik

Mit ihrer Kunstaktion wollen Bund Naturschutz, Bambecher und Extinction Rebellion auf die steigende Menge an Verpackungsmüll hinweisen, der tagtäglich anfalle.

Auf Pappschildern stehen Forderungen an die Politik: Einwegverpackungen sollen stärker beschränkt werden. Mehrwegsysteme sollen dagegen stärker gefördert werden. Die Forderung nach steuerlich vergünstigten Reparaturen spart weiteres Verpackungsmaterial, wenn weniger neu gekauft und bestellt wird.

Aber auch jeder Mensch könne direkt etwas beitragen, um den Müll einzudämmen. Die Forderungen der Organisationen: Beim Einkauf könne man darauf achten, die Lebensmittel verpackungsfrei mitzunehmen und Mehrwegbehälter und Pfandsysteme aktiv zu nutzen.

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